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09.10.2007 10:17

Curriculum Ernährungsmedizin setzt neue Standards - Erstmals flächendeckende und interdisziplinäre Fortbildung etabliert

Rita Wilp Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.

    Seit Juli 2007 ist die strukturierte Fortbildung "Curriculum Ernährungsmedizin" in Kraft. Diese Fortbildung für Ärzte wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) nach den Richtlinien der Bundesärztekammer erarbeitet. Sie ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM). Das Curriculum basiert auf der Grundlage des bisher bestehenden Curriculums, das seit zehn Jahren in Kraft ist. Die Neuauflage beinhaltet verschiedenen Neuerungen. "Erstmals können wir ein flächendeckendes, für ganz Deutschland gültiges und interdisziplinäres Curriculum für Ernährungsmedizin anbieten," sagt Prof. Stephan Bischoff, Sekretär der DGEM und Direktor des Institutes für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim. Ärzte, die diese Fortbildung erfolgreich abschließen, können die Bezeichnung Ernährungsmediziner führen. Das Curriculum hat eine bundesweit einheitliche Struktur und wird auf Landesebene umgesetzt. Das bedeutet, die Fortbildung findet bei den Landesärztekammern statt und die erfolgreichen Teilnehmer erhalten dort auch eine Bescheinigung. "Ein nächster Schritt könnte sein, den 'Facharzt für Ernährungsmedizin' zu etablieren, das ist aber noch Zukunftsmusik," sagt Prof. Bischoff.

    Hintergrund für Neuauflage des Curriculums ist das seit zehn Jahren starke Interesse an dieser Fortbildung. Bundesweit haben viele Ärzte dieses Curriculum absolviert, und für die Zukunft ist es wichtig, den vielen neuen Erkenntnissen in der Ernährungsmedizin auch im Curriculum Rechnung zu tragen. Rechtlich gesehen gibt es seit der Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes zum 1.1.2004 die Pflicht zur Dokumentation der geleisteten Fortbildungsmaßnahmen für Vertragsärzte und Fachärzte im Krankenhaus (JSGB V § 95 d und § 137). Grundlage für den Nachweis ist das Fortbildungszertifikat der Ärztekammern, das für einen Fünf-Jahres-Zeitraum den Erwerb von 250 Fortbildungspunkten vorsieht. Das Curriculum Ernährungsmedizin wird in vollem Umfang auf den Erwerb des Fortbildungszertifikates angerechnet. Vorgesehen ist auch, eine unabhängige Kommission durch die DGEM einzusetzen, die die Qualität der Fortbildung objektiv beurteilt und zertifiziert.

    Das neue Curriculum wurde von 42 Experten verfasst. Es ist dabei nicht als Lehrbuch der Ernährungsmedizin gedacht, sondern gibt die Lernzielinhalte der einzelnen Stunden wieder. Außerdem dient es der DGEM e.V. und den Landesärztekammern als Leitfaden bei der Anerkennung einzelner Kurse. Die Inhalte sind:

    Grundlagen der Ernährungsmedizin (12 Stunden)
    Ernährungsmedizin und Prävention (8 Stunden)
    Methoden, Organisation und Qualitätssicherung der Ernährungsmedizin (12 Stunden)
    Enterale und parenterale Ernährung (8 Stunden)
    Therapie und Prävention ernährungsmedizinisch relevanter Krankheitsbilder (40 Stunden)
    Seminar und Fallbeispiele (20 Stunden)

    Regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme sowie eine schriftliche Prüfung sind für das Curriculum notwendig. Die Referenten für klinische Themenkreise sind in der Regel Fachärzte, die im Fachgebiet Ernährungsmedizin ausgewiesen sind. Weitere Informationen auch unter http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Curr_Ernaehrungsmedizin_2007_07_04.pd...

    Ansprechpartner:
    Universität Hohenheim
    Prof. Dr. Stephan C. Bischoff
    Institut für Ernährungsmedizin
    Fruwirthstr. 12
    70599 Stuttgart
    Tel.: 0711/459 - 24101
    bischoff.stephan@uni-hohenheim.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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