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Wissenschaft
Nr. 360
NRW holt Nachwuchsforscher ins Land zurück
Als NRW-geförderter "Rückkehrer" kommt Dr. Lars Leichert aus Michigan nach Deutschland zurück: Ab Mai 2008 wird der Biochemiker mit Landesmitteln von rund 1,25 Mio. Euro für fünf Jahre eine eigene Forschergruppe an der Ruhr-Universität Bochum aufbauen. Arbeitsschwerpunkt seiner Gruppe wird die Erforschung von Sauerstoffstress in Zellen sein, der unter anderem für Alterungsprozesse und Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs verantwortlich gemacht wird. Der 32-Jährige, der in Greifswald studiert hat, hat sich als einer von vier jungen Forschern, die derzeit im Ausland arbeiten, unter 45 Bewerbern um die NRW-Rückkehrerförderung durchgesetzt. Seine Wahl fiel auf Bochum, "weil es hier sowohl in der Wissenschaft stimmt als auch im Umfeld."
Gut aufgehoben im Proteomcenter der RUB
Lars Leichert hatte sich drei nordrhein-westfälische Hochschulen angeschaut, bevor er sich für Bochum entschied. Hier wird er ab Mai 2008 unter dem Dach des Proteomcenters (Leiter: Prof. Dr. Helmut E. Meyer) in der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Uni arbeiten. Als Teil des geplanten Forschungsdepartments "Protein-Networks" fühlt er sich wissenschaftlich bestens aufgehoben. Denn auf Proteine hat er es abgesehen, genauer auf solche, die als Bestandteil die Aminosäure Cystein enthalten.
Die Gefahren des Sauerstoffs
Cystein kann an einer freien Bindungsgruppe Sauerstoffmoleküle binden und bei Bedarf auch wieder abkoppeln. "Diese reversible Oxidierung funktioniert in der Zellen als eine Art Schalter", erklärt Lars Leichert. "Die Bindung von Sauerstoff an Cystein zeigt der Zelle wie ein Messgerät an, wie viele Sauerstoffmoleküle da sind. Wenn es zu viele werden, kann die Zelle darauf reagieren." Sauerstoff ist nämlich nicht nur lebenswichtig, sondern in bestimmten Formen, die bei der Zellatmung ständig entstehen, auch aggressiv und schädlich. Unter anderem werden die sog. Sauerstoffradikale für Alterungsprozesse und die Entstehung von Herzinfarkten und Schlaganfällen sowie Tumoren verantwortlich gemacht. Mittels eines von ihm entwickelten Verfahrens wird sich Lars Leichert auf die Suche nach Cysteinen in Proteinen machen, die in Zellen als Sauerstofffühler funktionieren können.
Starker Trumpf: Dual Career Konzept
Neben der Professionalität der Forscher und der Einrichtungen an der RUB hat ihn auch das Dual Career Konzept der Universität überzeugt, nach Bochum zu kommen: "Meiner Frau, die sich in ihrer wissenschaftlichen Karriere gerade ebenfalls auf dem Sprung in die Eigenständigkeit befindet, hat man hier im Rahmen des Dual Career Konzepts eine Juniorprofessur angeboten", erzählt er. In Deutschland sind solche Programme im Gegensatz zu anderen Ländern noch Mangelware. Ziel des Konzepts ist es, hochqualifizierten Partnern von hierher berufenen Wissenschaftlern ebenfalls eine berufliche Perspektive zu bieten und so dafür zu sorgen, dass Familie und Forschung besser vereinbar werden.
Weitere Informationen
Dr. Lars Leichert, Department of Molecular, Cellular and Developmental Biology, University of Michigan, leichert@umich.edu
http://www.innovation.nrw.de/Ministerium/MinisterPinkwart/Portraits/portrait24/f... - Bild im Internet
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Personalia
Deutsch

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