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Wissenschaft
Die Schätzungen sind ebenso vorsichtig wie überraschend: Allein der Energiebedarf für Pumpen in deutschen Heizungsanlagen beträgt rund 15 Mrd. kWh im Jahr und macht damit drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in der Bundesrepublik aus. Das hat der Bund der Energieverbraucher berechnet. Zum Vergleich: Der gesamte Schienenverkehr in Deutschland benötigt die gleiche Größenordung. Da ist Handlungsbedarf geboten. Dr.-Ing. Alexander Floß, Professor im Studiengang Gebäudeklimatik der Hochschule Biberach, verwundert diese Berechnungen nicht. Er beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Optimierung Hydraulischer Systeme und hat Möglichkeiten der Optimierung gefunden, die drastische Einsparungen erzielen.
Umwälzpumpen sind ein Teil Hydraulischer Systeme, die eingesetzt werden, um Gebäude zu heizen oder zu kühlen. Die Pumpen transportieren das Fluid für diesen Vorgang, etwa Wasser. Ist dieses System optimal aufeinander abgestimmt, kann der Energiebedarf drastisch reduziert werden. Wichtig dabei, so Floß: "Es darf nicht nur an einer einzelnen Komponente gedreht werden, entscheidend ist das Zusammenspiel." Nicht optimal aufeinander abgestimmte Systeme benötigen bis zu 30 Prozent des Primärenergieverbrauchs von Gebäuden, weiß Floß und bezieht sich auf eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer Institutes Freiburg. Gleichzeitig macht der Wissenschaftler deutlich, dass es ein Patentrezept nicht gibt. Ein optimales Zusammenspiel erziele man jeweils nur mit individuellen Lösungen. Doch selbst einfachere Modullösungen erzielten schon Einsparungen um den Faktor 10. Eine Spielwiese für Ingenieure wie Floß - und ein schlummerndes Potenzial, um deutlich Strom zu sparen. Im Hochschul-Institut für Gebäude- und Energiesysteme bearbeiten Prof. Floß und seine Mitarbeiter derzeit mehrere Projekte im Auftrag der Industrie, die genau diese Zielsetzung haben: die Optimierung von Hydraulischen Systemen. Ein Thema mit Zukunft, ist sich Floß sicher, der auch eine Antwort darauf hat, weshalb es bisher vernachlässigt wurde: "Neubauten verbrauchen immer weniger Heizenergie; in der Relation dazu sind Pumpen geradezu Energiefresser".
Dass komplexe Systeme nur im Kontext ihrer Umgebung perfekt eingestellt werden können, ist eine Erkenntnis, die gerade der Studiengang Gebäudeklimatik als Herangehensweise in Lehre und Forschung für sich formuliert hat. Die Studierenden setzen sich mit allen Aspekten auseinander, die beim Bau und Betrieb Ressourcen schonender Gebäude eine Rolle spielen - Behaglichkeit und Komfort für die Bewohner inklusive. Stromfressern lernen sie das Fürchten.
Wer sich mit sinnvollen Energiekonzepten beschäftigen möchte, dem bietet die Hochschule Biberach - neben dem Studiengang Gebäudeklimatik - ein weiteres Ingenieurstudium an: Der Bachelor-Studiengang Energiesysteme wird ab März nächsten Jahres in Kooperation mit der Hochschule Ulm umgesetzt, Bewerbungen sind bis zum 15. Januar 08 möglich.
http://www.hochschule-biberach.de
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Studierende lernen Stromfressern das Fürchten
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Bauwesen / Architektur, Biologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsprojekte, Studium und Lehre
Deutsch

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