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07.01.2008 10:19

Dortmunder Wissenschaftler entdecken genetische Ursache einer seltenen lebensbedrohlichen Herzerkrankung

Dr. Holger Böhm Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Herz-Kreislaufforschung an der Universität Witten/Herdecke

    Unter der Federführung von Wissenschaftlern des Instituts für Herz-Kreislaufforschung der Universität Witten/Herdecke konnte in Kooperation mit weiteren Forschungseinrichtungen in Deutschland die genetische Ursache einer bisher als selten eingestuften und klinisch höchst ungewöhnlichen Herzerkrankung entschlüsselt werden. Ausgangslage war die kardiologische Diagnostik einer Patientin, die wegen einer schwerwiegenden Funktionsstörung des Herzens im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Ursache lag in einer nicht vollständig entwickelten linken Herzkammer. In der üblicherweise nur von Blut gefüllten Herzkammer fand sich überwiegend nur schwammartiges Gewebe, das die Pumpfunktion erheblich beeinträchtigte.

    An die klinische Charakterisierung dieser lebensbedrohlichen Herzerkrankung
    schloss sich eine intensive Suche nach den Ursachen an. Dr. Scheffold und seine Kollegen stellten mit Hilfe bildgebender Diagnoseverfahren fest, dass die Krankheit in der Familie der betroffenen Patientin weit verbreitet ist. Mehrere Familienmitglieder sind bereits im Kindes- und Jugendalter verstorben, zwei weitere sind zur Herztransplantation gelistet.

    Von über zwanzig Familienmitgliedern wurden Blutproben untersucht, aus denen über eine so genannte "Kopplungsanalyse" in Verbindung mit Sequenzanalysen eine Genveränderung (Mutation) entdeckt werden konnte, die ursächlich mit der Erkrankung in Verbindung steht. Es handelt sich um eine Mutation in dem Gen, dass maßgeblich an der Pumpfunktion des Herzens beteiligt ist - das Muskelprotein "Beta-Myosin-Schwerekette". Bei allen zwölf Familienmitgliedern, bei denen Zeichen der Erkrankung gefunden wurden, konnte die Genveränderung (Mutation) nachgewiesen werden. "Damit ist erstmals gezeigt", so Dr. Scheffold, "dass dieses Muskelprotein nicht nur für die Pumpfunktion, sondern darüber hinaus auch für die korrekte embryonale Entwicklung des Herzens von großer Wichtigkeit ist."

    Das Institut für Herz-Kreislaufforschung der Universität Witten/Herdecke hat seinen Sitz im Dortmunder BioMedizinZentrum. Die Ergebnisse zu den genetischen Ursachen dieser als "Non-Compaction" bezeichneten Form einer Herzmuskelerkrankung sind jetzt auf dem wissenschaftlichen Internet-Portal "PLoS-one" veröffentlicht worden.

    Originalquelle:
    Budde BS, et al. (2007), PLoS ONE 2(12): e1362
    Noncompaction of the Ventricular Myocardium Is Associated with a De Novo Mutation in the beta-Myosin Heavy Chain Gene

    Kontakt:
    Dr. Thomas Scheffold, Institut für Herz- Kreislaufforschung
    Tel.: 0231 / 974261-50, info@herz-kreislaufforschung.de

    Hinweis für Redaktionen:
    Wir bieten kompetente Gesprächspartner zu Fragestellungen der molekularen und genetischen Diagnostik insbesondere der Herz-Kreislauferkrankungen. Gerne beantworten wir bei Bedarf Fragen für Ihre Berichterstattung. Hintergrundinformationen und Pressemitteilungen finden Sie auch auf unserer Internet-Seite: http://www.herz-kreislaufforschung.de.


    Weitere Informationen:

    http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0001362 - Originalquelle


    Bilder

    Dr. Thomas Scheffold, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Herz-Kreislaufforschung an der Universität Witten/Herdecke
    Dr. Thomas Scheffold, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Herz-Kreislaufforschung an der U ...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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