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Bayreuther Physiker gehen neue Wege und haben qualifizierten Abiturienten, die vor ihrem Studium einen Wehr- oder Ersatzdienst ableisten müssen, das besondere Angebot gemacht, an den Übungen und den Abschlussklausuren zu Vorlesungen für Erstsemester in der Physik teilzunehmen. Ergebnis: 75 % der "Fernstudierenden" schafften die Abschlussklausur, darunter ein Weidener Gymnasiast der 11. Jahrgangsstufe.
Bayreuth (UBT). Bayreuther Physiker gehen neue Wege und animierten dadurch einen Weidener Gymnasiasten zu einer außergewöhnlichen Leistung. Simeon Völkel, Schüler der Jahrgangsstufe 11 am Augustinus-Gymnasium in Weiden, hat nämlich im Wintersemester an der Universität Bayreuth an der Physikvorlesung "Einführung in die Theoretische Physik" teilgenommen und die Abschlußklausur auch bestanden "Er hat eine außergewöhnliche Leistung vollbracht," lobt der Bayreuther Physikprofessor Walter Zimmermann.
Und da Lokalkolorit ja überhaupt nicht schaden kann, hat mit Thomas Emmerig auch ein Schüler aus der 13. Jahrgangsstufe des Bayreuther Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums die Klausur Experimentalphysik I bestanden, der wie zwei weitere Schüler von Studiendirektor Walter Raab zur Teilnahme ermuntert worden war.
Das Physikalische Institut der Universität Bayreuth hatte qualifizierten Abiturienten, die vor ihrem Studium einen Wehr- oder Ersatzdienst ableisten müssen, das besondere Angebot gemacht, an den Übungen und den Abschlussklausuren zu Vorlesungen für Erstsemester in der Physik teilzunehmen. Es gab mehr als 80 motivierte und hoch qualifizierte Bewerber aus dem süddeutschen Bereich, die an dieser Herausforderung teilnehmen wollten.
32 Fernstudierende, die u.a. aus Fürstenfeldbruck, Landshut, Regensburg, Gotha, Annaberg und Erlangen kamen, konnten schließlich zugelassen werden. Es befanden sich auf Empfehlung von Lehrern auch sechs hoch motivierte Schüler darunter. "Damit geht die Universität Bayreuth innovative Wege zum Vorteil motivierter und begabter junger Leute", macht der Hochschullehrer die Zielrichtung deutlich. "Die meisten Fernstudierenden sahen das als hochwillkommene Gelegenheit an, geistig im Training zu bleiben und sich einen Einblick in ein Physikstudium zu verschaffen", beschreibt Professor Zimmermann die hauptsächlichen Beweggründe der jungen Leute.
Die externen Studierenden bewältigten das Pensum im Heimstudium ohne täglichen Kontakt zu Mitstudierenden und neben ihrem Wehr- oder dem Zivildienst bzw. den Anforderungen in der Schule. Damit hatten sie im Vergleich zu den regulären Studierenden ein erhebliches Handicap. Sie waren trotzdem genauso erfolgreich und 75 % der 23 Teilnehmer an den beiden Klausuren in Theoretischer und in Experimentalphysik habe diese auch bestanden: In Experimentalphysik 9 von 11 und bei der Theoretischen Physik 8 von 11. Dazu Professor Zimmermann: "Diese Disziplin der jungen Leute ist bewunderns- und anerkennenswert und das Weidener Gymnasium kann stolz auch seine Schüler sein."
Mit Klaus Märker habe hinter den Weidner Schülern auch ein motivierender und aufmerksamer begleitender Lehrer gestanden. Aus den Physik- und Mathematik-Leistungskursen des Weidener Lehrers seien bereits mehrere sehr gute Nachwuchsleute in die Physik und die Mathematik an die Universität Bayreuth gekommen, lobt Professor Zimmermann.
Vor dem Hintergrund modischer Lehrerschelte sei dessen Einsatz bemerkens- und lobenswert. "Herr Märker zeichnet sich ganz offensichtlich dadurch aus, dass er seinen Schülern Mut macht, sich auch ungewöhnliche Aufgaben zu zutrauen, anstelle nur vor schwierigen Aufgaben zu warnen", resümiert Professor Zimmermann. Durch solche engagierte Motivation werde Qualität gefördert "und die brauchen wir im Studium."
Weitere Informationen bei
Prof. Dr. Walter Zimmermann
Lehrstuhl Theoretische Physik I
Tel: 0921/55-3181
walter.zimmermann@uni-bayreuth.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Mathematik, Physik / Astronomie
regional
Organisatorisches, Studium und Lehre
Deutsch

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