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28.02.2008 16:41

GDCh-Fortbildung im Frühjahr (Kurzfassung)

Dr. Renate Hoer Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

    Indolin-Farbstoffe verbessern die Leistungsfähigkeit von Solarzellen

    Die Solarzellentechnik ist im Vormarsch, hat allerdings immer noch mit zwei Problemen zu kämpfen: einem zu geringen Wirkungsgrad und zu hohen Herstellkosten. In Zusammenarbeit mit Satoshi Uchida von der Universität Tokio haben Michael Grätzel und seine Arbeitsgruppe an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne nun neue Sensibilisatoren entwickelt, die einem kostengünstigen Solarzellentyp zu einer höheren Effizienz verhelfen sollen. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, basieren diese auf dem Farbstoff Indolin.

    Grätzel entwickelte bereits vor Jahren photoelektrochemische Solarzellen, die kostengünstig, einfach in der Herstellung und dabei langzeitbeständig gegenüber Licht und Hitze sind. Diese Grätzelzellen enthalten eine Titandioxid-Halbleiterschicht (TiO2) aus Millionen winzigster nanoskopischer Körnchen, die mit einem Farbstoff als Sensibilisator bedeckt sind. Lichtteilchen setzen Elektronen aus dem Farbstoff frei, die ins Leitungsband des TiO2 übertragen, im äußersten Bereich der Zelle gesammelt und über einen externen Kreislauf abgeleitet werden. Damit dies funktioniert, dürfen die losgeschlagenen Elektronen nicht wieder vom Farbstoff aufgenommen werden. Dazu enthält die Zelle eine Elektrolytlösung mit negativ geladenen Iodid-Ionen, die die Elektronenlücken im Farbstoff sofort wieder auffüllen. Der Nachteil: Das Lösungsmittel des Elektrolyten verdampft und verursacht Probleme. Eine Alternative sind ionische Flüssigkeiten, d. h. Salze, die bereits bei niedrigen Temperaturen als Schmelze vorliegen und nicht verdampfen. Allerdings sind diese so zähflüssig, dass der Transport der negativ geladenen Ionen langsam ist, die Elektronenlücken werden nicht schnell genug aufgefüllt, die Effizienz der Zelle sinkt.

    Grätzel und sein Team wollen diesen Effizienzverlust ausgleichen, indem sie den Sensibilisator optimieren. Statt der üblichen Ruthenium-Farbstoffe setzen sie maßgeschneiderte organische Farbstoffe ein, die auf Indolin basieren und eine höhere Lichtausbeute erzielen. Die TiO2-Filme dürfen dann dünner sein, so dass die innen liegenden Nano-Körnchen leichter von den Ionen erreicht werden. So erreichte das Team eine Energieumwandlungsausbeute von über 7,2 %. Für diesen Zellentyp (organischer Farbstoff, ionische Flüssigkeit, Titandioxid) ist das ein Rekord.

    Dabei hängt die Leistungsfähigkeit des Farbstoffs als Sensibilisator nicht nur von seinem Chromophor, dem lichtabsorbierenden, farbgebenen Molekülteil, ab. Ein Farbstoff mit einer zusätzlichen Kohlenwasserstoffkette war der Spitzenreiter. Offenbar verbessert diese Kette den Aufbau einer dichten Farbstoffschicht auf den Titanoxidkörnchen, die die Eigenschaften von dessen Leitungsband günstig beeinflusst.

    Angewandte Chemie: Presseinfo 07/2008

    Autor: Michael Grätzel, Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (Switzerland), http://lpi.epfl.ch/

    Angewandte Chemie 2008, 120, No. 10, 1949-1953, doi: 10.1002/ange.200705225

    Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany


    Weitere Informationen:

    http://presse.angewandte.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Elektrotechnik, Energie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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