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28.02.2008 20:54

Innovative Lösungsansätze für aktuelle Probleme im Bildungssektor

Dipl.-Kfm. (FH) Andreas Schneider Pressestelle
Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

    Am Montag, den 25. Februar 2008, begrüßte der Präsident des Wernigeröder Lions-Clubs, Dr. Rolf Warnecke, Schulleiter des Veckenstedter Landschulheims Grovesmühle, den Rektor der Hochschule Harz Prof. Dr. Armin Willingmann als Referent. Bei diesem Club-Meeting, zu dem der Rektor den Lions-Club in die Hochschule Harz eingeladen hatte, stand das Thema "Perspektiven in der Bildung" im Vordergrund.

    Rektor Willingmann hieß 24 Mitglieder des Lions Clubs und deren Partnerinnen herzlich willkommen und stellte anschließend die Hochschule und deren Entwicklung seit 1991 vor. Dabei hob er die mutigen Entscheidungen der Gründungszeit der Hochschule hervor, die das Fundament des heutigen Erfolges seien. Besonderes Augenmerk richtete der Referent auf die Vielseitigkeit der kleinsten staatlichen Hochschule Sachsen-Anhalts, die ganz sicher zu den kreativsten zähle. "Insbesondere die weitere Öffnung der Hochschule für die Allgemeinheit und ihre Vernetzung in der Region ist unser Anliegen der letzten Jahre", führte der Rektor aus und verwies insbesondere auf erfolgreiche Initiativen wie die KinderHochschule oder die GenerationenHochschule und andere Kulturveranstaltungen. Aber auch auf das Vertrauen der Wirtschaft in die Kooperations- und Leistungsfähigkeit der Hochschule, wie sich etwa durch die im Dezember erfolgreich eingeworbene VEM-Stiftungsprofessur "Elektromaschinenkonstruktion" zeige. Last not least kam auch die Bedeutung von Hochschule und Studierenden als Wirtschaftsfaktor nicht zu kurz. "Hier gilt - grob gesagt: Jeder in eine Hochschule investierte Euro, fließt mit 1,50 Euro in die Region zurück", so Willingmann.

    Im Anschluss an die Hochschul-Präsentation bezog Willingmann kritisch Stellung zu aktuellen Themen der Bildungspolitik. Anhand statistischer Daten verdeutlichte er den in Deutschland besonders auffälligen Zusammenhang von sozialer Herkunft und beruflicher Zukunft. In diesen Kontext stellte der Rektor auch die Frage der Studiengebühren. "Es ist in der Tat verblüffend, dass in Deutschland Krippen- und Kindergartenplätze bezahlt werden müssen, Studienplätze aber in der Regel nicht". Daher liege es auf der Hand, die Frage nach einer Kostenbeteiligung der Studierenden zu stellen, einige Bundesländer hätten diese inzwischen eingeführt. Für Ostdeutschland liege das Problem aber tiefer: "Langzeitstudiengebühren von jenen, die bereits vier Semester über der Regelstudienzeit sind, halte ich für durchaus sinnvoll, sie erhöhen die Disziplin und Einsatzbereitschaft", so Willingmann. Eine allgemeine Studiengebühr hingegen stelle eine unübersehbare Hürde für Kinder aus einkommensschwächeren Familien dar. Und gerade in den neuen Bundesländern sei nicht zu übersehen, dass die Finanzierung des Studiums der Kinder eine große finanzielle Belastung sei, so dass oftmals selbst besonders geeignete Abiturienten eher einen Ausbildungsberuf anstreben, um erstmal einen Berufsabschluss zu erreichen und die Familie zu entlasten. Allgemeine Studiengebühren bedürften daher vor ihrer Einführung einer klar erkennbaren Abfederung durch Stipendien und sinnvolle Kreditangebote", so Prof. Dr. Armin Willingmann.

    Als taugliche Modelle der Verbindung von Berufstätigkeit und Studium stellte der Rektor sodann die berufsbegleitenden und dualen Studiengänge vor; dafür erntete er viel Zustimmung aus den Reihen der Lions Club Mitglieder, namentlich der Geschäftsführer von Unternehmen der Region. Die Hochschule wolle durch diese innovativen Angebote auch den Auswirkungen der demographischen Entwicklung entgegen wirken und sich neuen Bewerbern und Interessenten aus der beruflichen Praxis öffnen. Es verstehe sich von selbst, dass solche Weiterbildungsangebote von der Hochschule auch als kommerzielle Studiengänge eingerichtet werden und dann natürlich auch jenseits außerhalb der bisherigen Vorlesungszeiten stattfinden müssen, beispielsweise in der heute noch vorlesungsfreien Zeit, den Abendstunden und an Wochenenden.

    Die anregende Diskussion befasste sich außerdem mit dem allgegenwärtigen Thema des Fachkräftemangels, insbesondere im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Auch hier waren sich die Anwesenden darin einig, dass Kinder schon früh im Bereich Technik und Naturwissenschaften gefördert werden müssen. Um an dieser Stelle einzuwirken, bestehen auch spezielle Partnerschaften zwischen der Hochschule und Gymnasien im Harz, die einen Lehrkräfteaustausch und das Anbieten von Vorträgen sowie eine generelle Unterstützung vorsehen.


    Weitere Informationen:

    http://www.hs-harz.de


    Bilder

    Vortrag von Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann der Hochschule Harz beim Wernigeröder Lions Club
    Vortrag von Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann der Hochschule Harz beim Wernigeröder Lions Club


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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