idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
03.03.2008 08:57

Crashsicherheit bei Schienenfahrzeugen

Mag. Werner Sommer PR und Kommunikation
Technische Universität Wien

    Das Verhalten von Schweißnähten bei Fahrzeug-Kollisionen zu modellieren, ist Ziel einer Gruppe von StrukturmechanikerInnen der Technischen Universität (TU) Wien. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Schienenfahrzeugen, wo einerseits immer mehr Crashsicherheit verlangt wird, andererseits aber aufgrund der hohen Kosten reale Crashtests nur in sehr beschränktem Ausmaß durchgeführt werden können. Mit Hilfe der Simulationsmodelle soll das Aufreißen von Schweißnähten in Zukunft besser abgeschätzt und vermieden werden.

    Wien (TU). - Crashtests sind heutzutage nicht nur im Kraftfahrzeugsbereich Stand der Technik, sondern auch bei Schienenfahrzeugen. Im Zuge einer Zusammenarbeit mit Siemens Transportation Systems untersuchten TU-ForscherInnen nun im Rahmen eines von der Stadt Wien (ZIT) geförderten Forschungsprojektes speziell die Belastbarkeit von Schweißnähten bei Eisenbahnwagons im Falle eines Crashs. "Bei einem Zusammenprall werden nicht nur einzelne Strukturteile enormen Kräften ausgesetzt, sondern auch jene Stellen, an denen die Strukturteile aneinandergefügt werden. Punktschweißungen spielen beim Crashverhalten von Kraftfahrzeugen eine wichtige Rolle. Im Gegensatz dazu sind viele Fügestellen bei Schienenfahrzeugen häufig in einem durchgeschweißt. Schweißnähte können im Falle eines Zusammenstosses aber immer kritisch sein", betont Helmut Böhm, Vorstand des Institutes für Leichtbau und Struktur-Biomechanik der TU Wien.

    Der Grund, warum Schweißstellen für Belastungen anfälliger sind, hängt mit der thermischen Beanspruchung, der sie ausgesetzt sind, zusammen. Das Metall wird an diesen Stellen aufgeschmolzen und kann dadurch seine Materialeigenschaften verändern. Anhand von Computersimulationen untersuchten Professor Böhm und Projektassistent Christian Grohs das inhomogene und wärmebeeinflusste Material von Schweißnähten. "Ziel ist, dass die Struktur bei einem Crash möglichst viel der kinetischen Energie aufnimmt. Sie wird so gebaut, dass sie sich stark verformen kann und Faltenmuster entstehen können. Dadurch verringert sich die Verletzungsgefahr für die Insassen", sagt Helmut Böhm. Christian Grohs ergänzt: "In Kooperation mit dem Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie wurde ein umfangreiches experimentelles Prüfprogramm definiert und abgewickelt, welches die Basis für die numerischen Untersuchungen bildet. Wir können die Testergebnisse dann nachrechnen und anhand dieser Infodaten verbesserte Modelle bauen. Die Versuchskörper wurden so definiert, dass sich die Schweißnähte an möglichst ungünstigen Positionen befinden, um im Versuch Versagen durch Aufreißen zu initiieren. Die Modelle dienen wiederum der Verbesserung der Konstruktion von Schienenfahrzeugen."

    Im Jahr 2008 wird auch eine Norm zur Kollisionssicherheit von Schienenfahrzeugen in Kraft gesetzt. Da die Crashversuche mit Schienenfahrzeugen sehr teuer sind, werden Crashfälle über Simulationen nachgewiesen. Dabei ist zu zeigen, dass sich die gezielten Verformungen von Schienenfahrzeugen im Kollisionsfall auf sogenannte Knautschzonen beschränken, die sich in Bereichen befinden, in denen sich keine Menschen aufhalten. Dr. Seitzberger, Crashexperte bei Siemens Transportation Systems: "Eine intensive grundlagen-orientierte Auseinandersetzung mit dem Thema passiver Sicherheit ist als essentiell für eine erfolgreiche künftige Projektabwicklung zu betrachten. Das gegenständliche Projekt stellt für uns einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des vorhandenen Know-hows und Kompetenzpotentials in diesem Bereich dar, und wird dazu beitragen, die Sicherheit moderner Schienenfahrzeuge weiter zu erhöhen.

    Fotodownload: https://www.tuwien.ac.at/index.php?id=7026

    Rückfragehinweis:
    Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Helmut Böhm
    Projektass. Dipl.-Ing. Christian Grohs
    Technische Universität Wien
    Institut für Leichtbau und Struktur-Biomechanik
    Gußhausstr. 27-29 // 317, 1040 Wien
    T +43/1/58801 - 31712, -31729
    F +43/1/58801 - 31799
    E hjb@ilsb.tuwien.ac.at
    E christian.grohs@tuwien.ac.at

    Aussender:
    Mag. Daniela Hallegger
    TU Wien - PR und Kommunikation
    Karlsplatz 13/E011, A-1040 Wien
    T +43-1-58801-41027
    F +43-1-58801-41093
    E daniela.hallegger@tuwien.ac.at
    http://www.tuwien.ac.at/pr


    Weitere Informationen:

    http://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/4632/


    Bilder

    Crashbox mit initiiertem Versagen von Schweissnähten
    Crashbox mit initiiertem Versagen von Schweissnähten

    Helmut Böhm und Christian Grohs
    Helmut Böhm und Christian Grohs


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Maschinenbau, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).