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12.03.2008 09:34

RUB-Medizin: Kompetenznetz HIV/AIDS lädt zur PK ein

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Nr. 75

    Damit das Risikoverhalten nicht tödlich endet
    Bessere Aufklärung über HIV-Tests gefordert

    760.000 Bürger der EU-Staaten sind inzwischen HIV-infiziert, Tendenz weiter steigend. Beunruhigend ist, dass das Virus bei 30 Prozent der Betroffenen erst in einem behandlungsbedürftigen Stadium der Infektionskrankheit entdeckt wird. "Menschen mit Risikoverhalten sollten sich testen lassen - je früher, desto besser", sagt Prof. Dr. Norbert Brockmeyer, Sprecher des bundesweiten Kompetenznetzes HIV/AIDS (Universitätshautklinik der RUB im St. Josef-Hospital Bochum). Der Bochumer AIDS-Experte fordert eine verstärkte aktive Aufklärung über Test- und Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere über den so genannten Schnelltest, bei dem nach 15 Minuten ein Ergebnis vorliegt. "Frühzeitiges Testen und der Zugang zu einer effektiven Behandlung sind der Schlüssel zur Bekämpfung von HIV/AIDS", so Brockmeyer.

    PK in Wiesbaden

    Wie gefährdete Personen auf ihre "sexuelle Gesundheit" achten und wie Ärzte diese Präventionsmaßnahmen unterstützen können, ist Thema einer Pressekonferenz des Kompetenznetzes HIV/AIDS auf dem 114. Internistenkongress in Wiesbaden am Montag, 31. März 2008, 14 bis 15 Uhr, Rhein-Main-Hallen, Saal 12. Als Gesprächspartner erwarten Sie Prof. Norbert Brockmeyer und Prof. Elisabeth Pott, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln. Die Medien sind herzlich eingeladen.

    Wer sich testen lassen sollte

    Das Netz so genannter niedrigschwelliger Testangebote solle ausgeweitet und deren Akzeptanz bei Ärzteschaft und Bevölkerung durch mehr Aufklärung verbessert werden, so Brockmeyer. Der Test sei nicht nur ein diagnostisches Verfahren bei bereits Erkrankten. Frühzeitig erkannt könne eine HIV-Therapie die Lebensqualität der Betroffenen erhalten. Einen Test machen sollten vor allem Menschen, die häufig wechselnde Sexualpartner haben. Das gilt vor allem für flüchtige Sexualkontakte auf Urlaubs- oder Geschäftsreisen, insbesondere bei Reisen in Länder mit einer hohen HIV-Infektionsrate - etwa in Afrika oder im fernen Osten, aber auch in zahlreichen Ländern Osteuropas.

    Wann man testen sollte

    Brockmeyer rät zu einem Test, wenn anhaltendes Fieber, massive Durchfälle, lang anhaltender Nachtschweiß, dauernde Schwellungen der Lymphknoten, Mundsoor, Gürtelrose, Hauttumoren oder Herpesinfektionen vorliegen - und unbedingt dann, wenn jemand auch an anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen wie Syphilis oder Gonorrhoe (Tripper) leidet.

    Das A&O: Aufklärung

    "Zu jedem Test gehört ein umfassendes Beratungsgespräch", sagt Prof. Brockmeyer. Flächendeckende Reihenuntersuchungen der Bevölkerung, wie derzeit in den USA diskutiert, lehnt der Experte daher ebenso ab wie "anonyme" Schnelltests, die im Internet angeboten werden. "Möglicherweise sind viele Menschen eher bereit, einen Heimtest zu machen. Die Betroffenen werden aber mit einem positiven oder vielleicht auch falschen positiven Ergebnis allein gelassen. Diesen Preis halte ich für zu hoch." Risikogruppen über die möglichen Folgen ihres Verhaltens aufzuklären, ist das A&O in der Prävention. "Letztlich muss der Wunsch nach einem HIV-Test vom gut aufgeklärten Menschen selbst ausgehen", so Brockmeyer.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, PD Dr. Adriane Skaletz-Rorowski, Klinik der Dermatologie und Allergologie der RUB, St. Josef-Hospital, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-3471, -3474, -3486, E-Mail: n.brockmeyer@derma.de, a.skaletz@klinikum-bochum.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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