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Wissenschaft
Zum sechsten Mal haben sich Ende Februar Forschungsreferentinnen und -referenten von deutschen Hochschulen an der Universität Kassel zum Informationsaustausch und zur Diskussion getroffen. Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung wurde ein siebenköpfiger Sprecherrat gewählt.
Kassel. Zum sechsten Mal haben sich Ende Februar Forschungsreferentinnen und -referenten von deutschen Hochschulen an der Universität Kassel zum Informationsaustausch und zur Diskussion getroffen. Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung wurde ein siebenköpfiger Sprecherrat gewählt, der aus folgenden ForschungsreferentInnen besteht:
Dr. Wolfgang Adamczak, Universität Kassel
Dr. Nicole Flindt, Pädagogische Hochschule Heidelberg
Christa Müller, Technische Universität Cottbus
Dr. Sylvia Springer, Universität Magdeburg
Dr. Peter Wähner, Universität Halle
Doris Wüstenhagen, Hochschule Harz
Anke Zerm, Universität Lüneburg
Diskussionsthemen für die über 80 anwesenden ForschungsreferentInnen der deutschen Hochschulen waren die Forschungsprämie des BMBF, Weiterbildungskonzepte für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die (neuen) statistischen Informations-Angebote der DFG.
Der zweite Tag des Forschungsreferententreffens stand im Zeichen der Forschungsberichterstattung und der Overheadverwendung bei eingeworbenen Drittmitteln. Die Diskussion über die Fortführung des Internet-Forums für deutsche ForschungsreferentInnen sowie die Wahl des Sprecherrates bildeten den Abschluss der zweitätigen Veranstaltung.
Berufsprofil "Forschungsreferent"
Mit einer Ende des Jahres 2006 vom Stifterverband finanzierten Befragung unter Forschungsreferentinnen und Forschungsreferenten deutscher Hochschulen wurde zum ersten Mal systematisch eine ganze Berufsgruppe innerhalb der so genannten neuen Hochschulprofessionen zwischen Wissenschaft und Verwaltung nach Tätigkeitsprofilen, Einbindung in die Hochschulstrukturen, Qualifikationsprofilen und Qualifikationsanforderungen untersucht.
Anhand dieser Befragung wurde deutlich, dass die Forschungsreferentinnen und -referenten weder einer einheitlichen Aufgabenbeschreibung folgen noch eine einheitliche Ausbildung durchlaufen haben. Insbesondere die Ausbildungswege lassen sich bestenfalls auf den gemeinsamen Nenner eines abgeschlossenen Studiums bringen. In Disziplin, Abschluss, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen liegen die Wege zur Forschungsreferentin oder zum Forschungsreferenten jedoch teilweise weit auseinander. Diese werden in der Regel unbefristet beschäftigt, vollzeitbezahlt und aus dem Stellenplan finanziert. Die Funktionen sind damit strukturbildend für Hochschulen. Es können aber trotz vielfältiger Unterschiede Kernaufgaben benannt werden.
Das erstaunlichste Ergebnis der Untersuchung war die sehr hohe Arbeitszufriedenheit dieser Berufsgruppe, obwohl keine Karrieremöglichkeiten gesehen werden. Die große Zufriedenheit hängt offensichtlich damit zusammen, dass viel Eigeninitiative in die Tätigkeiten eingebracht werden kann, dass es keine Themen- und Ressourcenkonkurrenz gibt und dass es eine hohe Akzeptanz für die geleistete Arbeit gibt. Dadurch und durch die unklare strukturelle Einbindung wird ein im Beruf erworbenes Spezialistentum gefördert, das in letzter Konsequenz zum so genannten "Unabkömmlichkeitssyndrom" führt: Mann oder Frau ist "unersetzbar" und damit nicht mehr "vertretbar".
Es bleibt zu fragen, ob die seit kurzem angebotenen (Weiterbildungs-)Studiengänge eine gezielte Ausbildung für diese neuen Hochschulprofessionen ermöglichen und trotz unterschiedlicher Ausrichtung zu einer begrenzten Vereinheitlichung von Qualifikationswegen führen könnten. Damit könnte auch das durch "learning by doing" erworbene Spezialistentum aufgebrochen werden.
Die auf Grundlage der Befragungsdaten erstellte Studie listet am Ende eine Reihe Empfehlungen auf, die den Weg zur Professionalisierung dieses Berufszweiges öffnen sollen. Dass ein Sprecherrat gewählt werden sollte, war eine der Empfehlungen. Dem Sprecherrat obliegt es nun, die weiteren Empfehlungen aufzugreifen und umzusetzen.
Die Studie "Traumberuf ForschungsreferentIn?" der Autoren Wolfgang Adamczak, Robert Debusmann, Ellen Krause und Nadine Merkator ist im Verlag Jenior (Kassel 2007) in der Reihe Werkstattberichte 68 des INCHER (International Centre for Higher Education Research) der Universität Kassel erschienen.
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Unter http://www.uni-kassel.de/presse/pm/bilder/sprecherrat.jpg haben Sie die Möglichkeit, ein Foto herunter zu laden.
Info
Universität Kassel
Dr. Wolfgang Adamczak
Forschungsreferat
Gottschalkstraße 22
34109 Kassel
tel (0561) 804 2224
e-mail wissinfo@uni-kassel.de
internet http://www.uni-kassel.de/wiss_tr/Veranstaltungen/ForschRef2008.ghk
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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