idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
19.03.2008 13:29

Forschungsreferenten der deutschen Hochschulen wählen Interessenvertretung

Ingrid Hildebrand Abt. Kommunikation und Internationales
Universität Kassel

    Zum sechsten Mal haben sich Ende Februar Forschungsreferentinnen und -referenten von deutschen Hochschulen an der Universität Kassel zum Informationsaustausch und zur Diskussion getroffen. Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung wurde ein siebenköpfiger Sprecherrat gewählt.

    Kassel. Zum sechsten Mal haben sich Ende Februar Forschungsreferentinnen und -referenten von deutschen Hochschulen an der Universität Kassel zum Informationsaustausch und zur Diskussion getroffen. Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung wurde ein siebenköpfiger Sprecherrat gewählt, der aus folgenden ForschungsreferentInnen besteht:

    Dr. Wolfgang Adamczak, Universität Kassel
    Dr. Nicole Flindt, Pädagogische Hochschule Heidelberg
    Christa Müller, Technische Universität Cottbus
    Dr. Sylvia Springer, Universität Magdeburg
    Dr. Peter Wähner, Universität Halle
    Doris Wüstenhagen, Hochschule Harz
    Anke Zerm, Universität Lüneburg

    Diskussionsthemen für die über 80 anwesenden ForschungsreferentInnen der deutschen Hochschulen waren die Forschungsprämie des BMBF, Weiterbildungskonzepte für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die (neuen) statisti­schen Informations-Angebote der DFG.

    Der zweite Tag des Forschungsreferententreffens stand im Zeichen der Forschungsberichterstattung und der Overheadverwendung bei eingeworbenen Drittmitteln. Die Diskussion über die Fortführung des Internet-Forums für deutsche ForschungsreferentInnen sowie die Wahl des Sprecherrates bilde­ten den Abschluss der zweitätigen Veranstaltung.

    Berufsprofil "Forschungsreferent"
    Mit einer Ende des Jahres 2006 vom Stifterverband finanzierten Be­fragung unter Forschungs­referentin­nen und Forschungsreferenten deutscher Hochschulen wurde zum ersten Mal systematisch eine ganze Berufsgruppe innerhalb der so genannten neuen Hochschulprofessionen zwischen Wis­senschaft und Verwaltung nach Tätigkeitsprofilen, Einbin­dung in die Hochschulstrukturen, Qualifikati­onsprofilen und Qualifikationsanforderungen untersucht.

    Anhand dieser Befragung wurde deutlich, dass die Forschungsreferentinnen und -referenten weder einer ein­heitlichen Aufga­benbeschreibung folgen noch eine einheitliche Ausbildung durchlaufen ha­ben. Insbe­sondere die Ausbildungs­wege lassen sich bestenfalls auf den gemeinsamen Nenner eines abgeschlossenen Studi­ums bringen. In Diszi­plin, Abschluss, Berufserfahrung und Zusatzqualifikatio­nen liegen die Wege zur For­schungsreferentin oder zum Forschungsreferenten jedoch teilweise weit auseinander. Diese werden in der Regel unbefristet beschäftigt, vollzeitbezahlt und aus dem Stellen­plan finanziert. Die Funktionen sind damit strukturbildend für Hochschulen. Es können aber trotz viel­fältiger Unterschiede Kernaufgaben benannt werden.

    Das erstaunlichste Ergebnis der Untersuchung war die sehr hohe Arbeitszufriedenheit dieser Berufs­gruppe, obwohl keine Karrieremöglichkeiten gesehen werden. Die große Zufriedenheit hängt offen­sichtlich damit zusammen, dass viel Eigeninitiative in die Tätigkeiten eingebracht werden kann, dass es keine Themen- und Ressourcenkonkurrenz gibt und dass es eine hohe Akzeptanz für die geleistete Arbeit gibt. Dadurch und durch die unklare strukturelle Einbindung wird ein im Beruf erworbenes Spe­zialistentum gefördert, das in letzter Konse­quenz zum so genannten "Unabkömmlichkeitssyndrom" führt: Mann oder Frau ist "unersetzbar" und damit nicht mehr "vertret­bar".

    Es bleibt zu fragen, ob die seit kurzem angebotenen (Weiterbildungs-)Studiengänge eine gezielte Ausbildung für diese neuen Hochschulprofessionen ermöglichen und trotz unterschiedlicher Ausrich­tung zu einer begrenzten Verein­heitlichung von Qualifikationswegen führen könnten. Damit könnte auch das durch "learning by doing" erwor­bene Spezialistentum aufgebrochen werden.

    Die auf Grundlage der Befragungsdaten erstellte Studie listet am Ende eine Reihe Empfehlungen auf, die den Weg zur Professionalisie­rung dieses Berufszweiges öffnen sollen. Dass ein Sprecherrat ge­wählt werden sollte, war eine der Empfehlungen. Dem Sprecherrat obliegt es nun, die weiteren Emp­fehlungen aufzugreifen und umzusetzen.

    Die Studie "Traumberuf ForschungsreferentIn?" der Autoren Wolfgang Adamczak, Robert Debus­mann, Ellen Krause und Nadine Merkator ist im Verlag Jenior (Kassel 2007) in der Reihe Werkstattbe­richte 68 des INCHER (International Centre for Higher Educa­tion Research) der Universität Kassel er­schienen.

    p
    4.061 Zeichen

    Unter http://www.uni-kassel.de/presse/pm/bilder/sprecherrat.jpg haben Sie die Möglichkeit, ein Foto herunter zu laden.

    Info
    Universität Kassel
    Dr. Wolfgang Adamczak
    Forschungsreferat
    Gottschalkstraße 22
    34109 Kassel
    tel (0561) 804 2224
    e-mail wissinfo@uni-kassel.de
    internet http://www.uni-kassel.de/wiss_tr/Veranstaltungen/ForschRef2008.ghk


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).