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27.03.2008 11:13

Neue Optionen in der Herzinfarkt-Therapie

Christiane Limberg Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; 27. bis 29. März 2008, Mannheim

    Mannheim, Donnerstag, 27. März 2008 - Der akute Herzinfarkt und seine Folgen sind nach wie vor die Todesursache Nummer Eins: 70.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an einem Infarkt. Innovative Therapieoptionen, die mehr Menschen das Leben retten könnten, präsentieren führende Herzspezialisten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die am 27. März in Mannheim beginnt. Erwartet werden mehr als 6.000 Teilnehmer aus 25 Ländern.

    Die Gefäßaufdehnung mittels eines Ballonkatheters kann heute bei einem akuten Myokardinfarkt den Verlust an Herzgewebe deutlich vermindern und in vielen Fällen den akuten Herztod abwenden. Die Wiederherstellung der Blutversorgung der Herzmuskulatur macht den Weg frei für die Erholung von der Zellschädigung, die der Infarkt verursacht. "Es gehört zu den besonders aufregenden Nachrichten der allerjüngsten Zeit, dass die ersten Minuten der Wiederdurchblutung oder Reperfusion ein noch ungenutztes Fenster therapeutischer Möglichkeiten darstellen", sagt Tagungspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper (Gießen). Die Forschung habe inzwischen die Entstehung des so genannten Reperfusionsschaden aufgezeigt, also die Umstände der Reperfusion, die den Zellschaden im mangelversorgten Herzgewebe erst unumkehrbar werden lassen können. Bereits erfolgreich klinisch getestet wurde ein Verfahren zur Unterbrechung des Reperfusionsschadens, bei dem das körpereigene Hormon ANP (Atriales Natriuretisches Peptid) gespritzt wird, berichtet Prof. Piper. "Bei einem weiteren Verfahren hat eine Serie sehr kurzer erneuter Gefäßverschlüsse unmittelbar nach Beginn der Reperfusion einen schützenden Effekt auf das Herzgewebe."

    Blutgefäße besser offen halten
    Nach Öffnung eines verschlossenen Herzgefäßes gilt dessen Offenhalten als besondere therapeutische Herausforderung. Einem erneuten thrombotischen Verschluss wird vorgebeugt, indem die Blutgerinnung gehemmt wird. Langfristig sollen erneute Gefäßverengungen zum Beispiel durch Stents vermieden werden. Das weitere Geschehen in einem teilweise geschädigten, teilweise geretteten, teilweise gesunden Herzen ist durch so genanntes Remodelling geprägt. "Beim Remodelling ändert das Herz, obwohl es wieder durchblutet wird, seine Struktur und Zellfunktion, und es folgt unter Umständen eine Herzinsuffizienz, so Prof. Piper. "Die jetzt angewandte klinische Therapie, zum Beispiel mit ACE-Hemmern, kann den Remodellingprozess positiv beeinflussen und das Eintreten der Herzinsuffizienz hinauszögern. Eine zukünftige Aufklärung der Ursachen für den Gewebsumbau bis hin zur Herzinsuffizienz lässt aber noch deutliche therapeutische Verbesserungen erwarten."

    Hoffnungsgebiet Stammzelltherapie
    Ein großes Potenzial für die zukünftige Therapie des Herzinfarkts sieht Tagungspräsident Prof. Piper in der Stammzelltherapie, auch wenn die Erfolge der bisherigen klinischen Studien noch klein seien. Mit dieser Therapiestrategie wird versucht, das beim akuten Herzinfarkt oder beim nachfolgenden Remodelling zerstörte Herzgewebe wieder zu ersetzen. Prof. Piper: "In experimentellen Studien wurde mit ganz unterschiedlichen Zelltypen, die das biologische Potenzial besitzen, sich zur Herzzelle zu entwickeln, Erfolge der Regeneration berichtet. Nur einige wenige hiervon konnten bisher auch klinisch untersucht werden. Die Suche nach dem besten Verfahren geht weiter."

    Kontakt:
    Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
    Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK, Tel.: 0211- 600 692 - 61; Fax: 0211- 600 692 - 67; limberg@dgk.org ; Tel. im Kongresszentrum 0621-41065002
    Roland Bettschart, B&K Medien- und Kommunikationsberatung, mobil 0043 676 6356775

    Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6450 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.


    Weitere Informationen:

    http://www.dgk.org


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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