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Wissenschaft
31. März bis zum 01. April 2008
"Tataren als Landbesetzer" titelte ein kleiner Beitrag in der Februarausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und machte damit auf eine Entwicklung aufmerksam, die in Osteuropa und der Türkei schon seit einigen Jahren diskutiert wird: die Rückkehr der Krimtataren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die von Stalin 1944 nach Zentralasien deportierte Bevölkerung der Krim stellt heute wieder jeden achten Einwohner der überwiegend russisch geprägten Halbinsel. Seit 1990 kämpft die Minderheit dort um Landrechte und politischen Einfluss. Das Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie der Ludwig Maximilians-Universität München widmet den Krimtataren nun eine internationale Tagung, lenkt den Blick jedoch von den Spannungen der Gegenwart auf deren historische Ursachen: Unter dem Titel "Das frühneuzeitliche Krimkhanat (16.-18. Jahrhundert) zwischen Orient und Okzident" diskutieren Experten aus Deutschland, Polen, Österreich, Russland, der Türkei und Ungarn vom 31. März bis zum 01. April 2008 im Internationalen Begegnungszentrum e.V. (IBZ) München (Amalienstraße 38, 80799 München) über die zurückliegenden Beziehungen, die das Krimkhanat zum Dreh- und Angelpunkt zwischen Europa, dem Osmanischen und dem Russischen Reich aufsteigen ließen. Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt die Veranstaltung.
Programm
Ziel der Tagung ist es, die von der Forschung lange vernachlässigte Vergangenheit und Lebenswelt der Krimtataren zu beleuchten. In sechs Sektionen erörtern die Referenten die "Beziehungen zu Polen/Litauen und Russland", "Kontaktfelder zwischen dem Krimkhanat und seinen direkten regionalen Nachbarn im Westen" sowie "Facetten von Alltagskultur". Auf dem Programm stehen ferner die "Beziehung zum mittleren Europa im 17. und 18. Jahrhundert", "Verfasstheiten und innere Strukturen im Umbruch" und die Wahrnehmung und Rezeption der Krim als "einer untergegangenen Kulturlandschaft" in Russland und der Ukraine. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.
Forschungsprojekt
"Das frühneuzeitliche Krimkhanat zwischen Orient und Okzident" ist ein Forschungsprojekt des Instituts für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie. Ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Suraiya Faroqhi untersucht seit Juli 2005 mit einer Förderung der Gerda Henkel Stiftung "Dependenzen und autonome Entwicklungsmöglichkeiten" des Krimkhanats "zwischen orthodoxer, lateinischer und muslimischer Welt".
Gern können Sie sich bei den Veranstaltern weiter informieren und Ihre Teilnahme bzw. Interviewwünsche anmelden:
Kontakt:
Dr. Meinolf Arens
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie
Veterinärstraße 1
80539 München
Telefon: 0163/3781073
E-Mail: meinolf_arens@yahoo.de
Kontakt Pressestelle der Gerda Henkel Stiftung
Dr. Sybille Wüstemann,
Gerda Henkel Stiftung
Malkastenstraße 15
40211 Düsseldorf
Telefon: 0211-93 65 24 0
E-Mail: wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de
http://www.gerda-henkel-stiftung.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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