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01.04.2008 11:19

Stefan Rotter nimmt Ruf auf Bernstein Professur an

Rudolf-Werner Dreier Kommunikation und Presse
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    Stefan Rotter, zuletzt Wissenschaftler am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg, wird zum 1. April 2008 die neue W3-Professur "Computational Neuroscience" übernehmen. Verbunden mit dieser Position ist die Leitung des Bernstein-Zentrums für Computational Neuroscience Freiburg. Die Professur wird bis Ende 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und anschließend von der Universität Freiburg weitergeführt. Bereits seit der Gründung des Bernstein-Zentrums im Jahre 2004 ist Rotter dort leitender Wissenschaftler.

    Rotter beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, wie Struktur und Funktion neuronaler Netzwerke zusammenhängen. Im aktiven Gehirn werden kurze elektrische Impulse, sog. Aktionspotentiale, von Zelle zu Zelle weitergegeben. Wenn das Gehirn Sinneseindrücke verarbeitet, Bewegungen steuert oder Gedächtnisinhalte abruft, verschlüsselt es Information im raum-zeitlichen Muster der Aktionspotentiale. Wie aber hängt die Folge der neuronalen Impulse von der Verknüpfungsstruktur des Netzwerks und den Eigenschaften der einzelnen Nervenzellen ab? Wie ändert sich die Aktivität des Netzwerks, wenn sich seine Struktur während der Entwicklung des Gehirns, durch Lernen oder durch Krankheit verändert?

    Um solche Fragen zu beantworten, konstruiert Rotter abstrakte Netzwerkmodelle, die bestimmte Aspekte der Hirnfunktion widerspiegeln, und die sich auf leistungsfähigen Computern simulieren lassen. Ein Vergleich der Aktivität künstlicher Netze und der im Gehirn von Tieren und Menschen gemessenen Aktivität erlaubt dann oft Rückschlüsse über deren Funktionsprinzipien.

    In einem weiteren Forschungsansatz befasst sich Rotter mit der Frage, wie Nervenzellen und Computerchips miteinander kommunizieren können. Fernziel ist unter anderem die Entwicklung und Verbesserung sogenannter Neuroprothesen, die direkt vom Gehirn angesteuert werden.

    Rotter hat Mathematik und Physik studiert und am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen promoviert. Nach einer Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen leitete er 1996 bis 2002 eine Gruppe für theoretische Neurobiologie und Biophysik an der Universität Freiburg. Bis 2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene und Privatdozent an der biologischen Fakultät der Universität Freiburg.

    Kontakt:
    Dr. Stefan Rotter
    Bernstein Center for Computational Neuroscience Freiburg
    Tel.: 0761/203-9316
    E-Mail: rotter@bccn.uni-freiburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Personalia
    Deutsch


     

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