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Wissenschaft
Eine positive Bilanz zieht der Vorstand des Institutes für Photonische Technologien (IPHT) ein Jahr nach der inhaltlichen Neuausrichtung der Jenaer Forschungseinrichtung. Die Etablierung neuer Forschungsschwerpunkte und die Weiterentwicklung der bisherigen Themen in Richtung photonischer Fragestellungen gehe schneller voran als geplant, heißt es im gerade erschienenen Jahresbericht des Institutes.
"Das IPHT ist auf einem guten Weg, sich als national und international renommiertes Photonik-Institut mit klarem regionalen Bezug zu etablieren" resümiert Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des IPHT. "Wir standen vor der schwierigen Aufgabe, die bisherigen Forschungsgebiete an unser neues Forschungsprofil anzupassen, ganz neue Arbeitsrichtungen aufzubauen und diejenigen Arbeiten, die sich nicht in das neue IPHT integrieren lassen, einer sinnvollen Verwertung außerhalb des Institutes zuzuführen", benennt Popp die Herausforderungen der letzten zwölf Monate. Mit dem bisher Erreichten könne man zufrieden sein. "Dennoch haben wir noch einiges an Aufgaben vor uns", so Physikochemiker Popp.
Der Wissenschaftliche Beirat des Institutes hat in seiner heute zu Ende gegangenen Sitzung erklärt, dass er die Institutsleitung auf dem eingeschlagenen Weg weiter unterstützen wird, aber auch betont, dass die Umprofilierung mit nicht nachlassender Konsequenz weiter verfolgt werden muss.
Die Zahlen, die die Institutsleitung dem Wissenschaftlichen Beirat vorlegen konnte, sind positiv: Die Summe der 2007 eingeworbenen Drittmittel lag bei 8,65 Millionen Euro, was gut 53 Prozent des Gesamthaushaltes entspricht. "Wir liegen seit Jahren mit unserer Drittmittelquote, die ein Maß für die Leistungsfähigkeit eines Institutes ist, über 50 Prozent", betont Frank Sondermann, Kaufmännischer Direktor des IPHT. Neben der Summe sind aber auch die Quellen der Drittmittel von Bedeutung. "Wir freuen uns, dass wir zunehmend Mittel der Europäischen Union einwerben können", so Sondermann. Dieser Trend wird sich auch in 2008 fortsetzen, denn allein im ersten Halbjahr dieses Jahres starten vier EU-Großprojekte, in denen das IPHT Koordinatorenfunktion hat.
Auch die Zahl der Mitarbeiter steigt. So waren zum 31.12.2007 289 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am IPHT beschäftigt, 49 mehr als am Jahresende 2006. "Seit Mitte 2007 sind wir auch wieder ein Ausbildungsbetrieb" berichtet Sondermann, drei junge Leute absolvieren seitdem in Zusammenarbeit mit dem Schott Bildungszentrum eine Ausbildung zum Physiklaboranten am IPHT.
Dass das IPHT nach wie vor Forschung betreibt, die sehr anwendungsorientiert ist, zeigt ein Blick auf die Patentstatistik: Sieben Patentanmeldungen haben die Wissenschaftler des Institutes im vergangenen Jahr vorgenommen, für neun weitere gab es den Zuschlag vom Patentamt.
Doch auch der wissenschaftliche Output des Institutes stimmt: Die Zahl der Fachpublikationen steigt seit dem Jahr 2000 kontinuierlich an, hat aber 2007 im Vergleich zum Vorjahr einen regelrechten Sprung von 129 auf 183 gemacht. Auch die Qualität der Publikationen, die Wissenschaftler mit dem so genannten Impactfactor messen, hat stark zugenommen: Der kumulierte Wert stieg von 189 im Jahr 2006 auf 256 im Jahr 2007. Wie hoch angesehen die IPHT-Publikationen sind, zeigt die Tatsache, dass ein Zeitschriftenbeitrag aus der Abteilung Nanobiophotonik vom renommierten Fachblatt "Nature Nanotechnology" zum Forschungshighlight des Jahres 2007 gekürt wurde.
"Neben der Anerkennung in der internationalen Forschungslandschaft ist uns aber die Verankerung in der Region besonders wichtig", erläutert Direktor Jürgen Popp. Die Anbindung an die Universität Jena, wo Popp selbst einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie inne hat, ist äußerst eng, die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Jena traditionell gut. IPHT-Wissenschaftler halten an beiden Hochschulen und darüber hinaus an der TU Ilmenau Vorlesungen und Seminare, das IPHT ist als Ort für Praktika, Diplom- und Doktorarbeiten sehr beliebt. Und die Anerkennung bleibt nicht so: So erhielten die ehemaligen IPHT-Doktoranden Dr.-Ing Sylvio Dutz und Dr. Robert Möller von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung in Thüringen (STIFT) Auszeichnungen für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten. Robert Möller hatte für seine Doktorarbeit auch schon den Beutenberg-Campus-Preis bekommen.
Hintergrundinformation: Das Licht im Mittelpunkt
Seit seiner Gründung 1992 betreibt das IPHT weltweit anerkannte Spitzenforschung. Im März 2007 hatte sich das damalige Institut für Physikalische Hochtechnologie in Institut für Photonische Technologien umbenannt.
Die Photonik stellt nach einer Definition des Bundesforschungsministeriums die Gesamtheit physikalischer, chemischer und biologischer Technologien zur Erzeugung, Verstärkung, Übertragung, Messung und Nutzbarmachung von Licht dar. Die Anwendungen der Photonik liegen unter anderem in der Kommunikationstechnik, Biotechnologie und der Nanotechnologie. "Wir setzen auf das Licht, weil wir mit ihm schneller und genauer messen können als mit anderen Methoden", begründet Popp die Entscheidung für die Photonik, "und es zudem berührungslos misst, was vor allem für die Untersuchung von lebendem Material wichtig ist." Licht dient den Wissenschaftlern am IPHT darüber hinaus als Werkzeug, um mit zum Teil einmaliger Präzision Werkstoffe oder auch biologische Gewebe bearbeiten und Prozesse beeinflussen zu können.
Der neue Name und das damit verbundene neue wissenschaftliche Profil sind das Ergebnis eines zweijährigen Strategieprozesses. Parallel zur inhaltlichen Neuausrichtung gingen eine Reihe struktureller Veränderungen einher. So hat sich das Institut Anfang 2007 mit den beiden Forschungsbereichen "Photonische Instrumentierung" und "Optische Fasern und Faseranwendungen" eine Bereichsstruktur gegeben, die der neuen thematischen Ausrichtung entspricht. Zusätzlich geschaffen wurden die Stabsstellen "Wissenschaftliche Koordination" und "Öffentlichkeitsarbeit", die der strategischen Ausformulierung des neuen Profils und ihrer Kommunikation nach außen dienen sollen.
Den Jahresbericht 2007 finden Sie unter http://www.ipht-jena.de zum Download. Möchten Sie ein gedrucktes Exemplar, schicken Sie bitte eine Mail an susanne.liedtke@ipht-jena.de.
Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jürgen Popp
Wissenschaftlicher Direktor des IPHT
Telefon +49 (0) 3641 / 206-300
Telefax +49 (0) 3641 / 206-399
juergen.popp@ipht-jena.de
Frank Sondermann
Kaufmännischer Direktor des IPHT
Telefon +49 (0) 3641 / 206-023
Telefax +49 (0) 3641 / 206-099
frank.sondermann@ipht-jena.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie
regional
Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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