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Wissenschaft
"The ubiquitin system in health and disease" ist der Titel einer Veranstaltung aus der Reihe "Wissenschaftliche Symposien", die die Schering Stiftung in diesem Frühjahr durchführt.
Spitzenforscher aus den USA, der Schweiz und Deutschland werden sich in Berlin über neueste Erkenntnisse zur Bedeutung eines der wichtigsten biologischen Systeme - dem Ubiquitin-regulierten Proteinstoffwechsel - austauschen.
Das aus 76 Aminosäuren bestehende Protein "Ubiquitin" ist Bestandteil aller eukaryotischen Zellen. Sein aus dem Lateinischen abgeleiteter Name bedeutet "überall" und charakterisiert sein allgegenwärtiges Vorkommen in Organismen und Geweben von den Ursprüngen der Evolutionsgeschichte an.
Welche grundlegende Bedeutung Ubiquitin für die Zellbiologie hat, entdeckten die israelischen Wissenschaftler Avram Hershko, Aaron Ciechanover zusammen mit dem US-Forscher Irwin Rose in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und legten damit den Grundstein für ein neues Forschungsgebiet. Sie erkannten, dass der gezielte Abbau von Proteinen in einer Zelle beginnt, wenn sich Ubiquitine in einem mehrstufigen Prozess an ein Protein binden. Ein mit einer Ubiquitinkette markiertes Protein wird so von dem Proteinkomplex "Proteasom" erkannt und in kleinere Einheiten, so genannte Peptide, zerlegt. Das Ubiquitin wird dabei wieder freigesetzt und kann erneut in den zellulären "Protein-Abfallentsorgungsprozess" eintreten.
2004 erhielt das Forschertrio Hershko, Ciechanover, Rose für seine Arbeiten zur Entdeckung des Ubiquitin-gesteuerten Proteinabbaus den Nobelpreis für Chemie. Seit dieser Zeit rückten besonders Störungen im Proteinabbau aber auch in anderen Ubiquitin-gesteuerten Prozessen in den Fokus der Forscher.
Auf dem Symposium der Schering Stiftung werden Molekularbiologen, Genetiker und Onkologen aus der angewandten Forschung sowie der Arzneimittelentwicklung zweieinhalb Tage lang darüber diskutieren, auf welche Weise das Ubiquitin-Proteasom-System die Entstehung und Entwicklung von z.B. Tumorerkrankungen beeinflusst und warum Ubiquitin-Ligasen und Ubiquitin-Proteasen so interessante Targets für Therapieansätze bei der Krebsbehandlung sein können.
Mit der Symposienreihe will die Schering Stiftung aktuelle und wichtige Forschungsgebiete voranbringen und den Dialog zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und Forschungseinrichtungen wie Universitäten und der Industrie stärken. Sie will so Think Tanks für neue Ideen schaffen und Horizonte erweitern. Die Ergebnisse der Symposien werden beim Springer Verlag publiziert und im Buchhandel erhältlich sein.
Aktuelle Informationen finden Sie im Anschluss an den Workshop unter http://www.scheringstiftung.de.
Die Schering Stiftung fördert Wissenschaft und Kunst. Dabei liegt der Fokus im Bereich der Wissenschaften auf den Lebenswissenschaften, im künstlerischen Bereich auf der bildenden und darstellenden Kunst.
Eine Teilnahme an diesem Symposium ist nur auf Einladung möglich.
Organizing Committee:
Prof. Dr. Stefan Jentsch, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried Deutschland
Dr. Bernard Haendler, Bayer Schering Pharma AG, Berlin, Deutschland
Weitere Informationen:
Martina Schrammek
E-Mail: martina.schrammek@scheringstiftung.de
http://www.scheringstiftung.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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