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Wissenschaft
Wissenschaftler aus Hannover, Taschkent und Duschanbe wollen den Ursachen der Verschmutzung des Zarafshan-Flusses auf die Spur kommen.
Wasser ist Leben - und wo es knapp wird, stellt dies die Menschen vor schwerwiegende Probleme. Das gilt auch für viele Regionen Zentralasiens, in denen die Wasserverschmutzung seit vielen Jahren immer weiter zunimmt: Sauberes Wasser wird so zum knappen Gut. Wie es zu der Verschlechterung der Wasserqualität kommt, ist bislang jedoch nur teilweise bekannt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion haben sich in den Ländern der Region viele Rahmenbedingungen, etwa in der Industrie, geändert. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Hannover, Taschkent und Duschanbe setzt mit seinem Projekt genau hier an: Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen im grenzübergreifenden Einzugsgebiet des Zarafshan-Flusses auf die Umweltsituation vor Ort? Aus der Antwort auf diese Frage möchten die Forscher entsprechende Empfehlungen für ein angepasstes Wasserressourcen- und Risiko-Management entwickeln. Das Vorhaben wird jetzt von der VolkswagenStiftung in der Initiative "Zwischen Europa und Orient - Mittelasien / Kaukasus im Fokus der Wissenschaft" mit rund 200.000 Euro gefördert.
Die Wissenschaftler unter der Leitung von Dr.-Ing. Melanie Bauer vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Leibniz Universität Hannover möchten die Verursacherfrage genauer beleuchten: Denn die Transformationsprozesse in der ehemaligen Sowjetunion führten einerseits zu einem Zuwachs an industrieller Infrastruktur und damit auch zu einem - bisher nicht erfassten - Anstieg der Emissionen. Andererseits haben sich auch nicht-technische Faktoren verändert: Wie zum Beispiel bewertet die Bevölkerung die Umweltprobleme? Die Unklarheit über die Ursachen sowie das Missmanagement der Wasserressourcen machen es sehr schwierig, sinnvolle und nachhaltige Risiko- und Problemlösungsstrategien zu erarbeiten.
Mit verschiedenen Messkampagnen - etwa zu den Wasserabflüssen und deren Qualität - wollen die Forscher die Umweltsituation nun genauer erfassen. Zusammen mit verfügbaren historischen Daten soll dies die Berechnung von Wasserbilanzen sowie die Abschätzung des tatsächlichen Verschmutzungsgrades des Zarafshan-Flusses erlauben. Neben dem Blick auf die Veränderungen in der Risikoabschätzung, einer Verfolgung der Verschmutzungswege sowie einer Betrachtung der Managementstrategien will das Team zudem auch über zwischenstaatliche Workshops die lokalen Entscheidungsträger und weitere Stakeholder vor Ort einbeziehen. Dies verdeutlicht den hohen Stellenwert des Wissenstransfers und capacity developments in diesem Projekt, das ein aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema in einem für die Region neuen Ansatz adressiert.
Kontakt Projekt
Leibniz Universität Hannover
Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik (ISAH)
Bereich Wasserressourcen Bewirtschaftung
Dr.-Ing. Melanie Bauer
Telefon: 0511 76219477
E-Mail: mb@warb.uni-hannover.de
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/servce/presse.html?datum=20080414
Forschung in Tadschikistan
Quelle: Oliver Olsson, Water Management Center, Bauer-Olsson Gbr
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Informationstechnik, Maschinenbau, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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