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Wissenschaft
Die Seidenstraße - dieser Begriff beschwört das Bild von Händlern aus Samarkand herauf, deren Karawanen Kostbarkeiten von China bis zum Mittelmeer transportierten. Ein Seitenweg dieser Route führte über die Pässe des Karakorum zum indo-pakistanischen Subkontinent. Über zehn Jahrtausende hinterließen dort Fremde und Einheimische ihre Spuren und schufen eine einzigartige Ansammlung von Felsbildern. Doch spätestens 2016 werden diese historischen Quellen in einem Stausee versinken, bereits jetzt bedrohen die Vorbereitungen einige Stationen. Wissenschaftler der Heidelberger Akademie der Wissenschaften versuchen zu retten, was zu retten ist. "Aus den Akademien" stellt Ihnen das deutsch-pakistanische Forschungsprojekt vor. Weitere Themen reichen von der Erforschung subglazialer Seen in der Antarktis über den Akademientag zur Mathematik 2008 bis zu der Frage, wie ein menschliches Virus zur Krebsentstehung beitragen kann.
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Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe:
Auf den Seitenwegen der Seidenstraße
Jedes Jahr brechen Heidelberger Forscher für zwei Monate nach Pakistan auf. Ihr Ziel: die Felsbildgalerien am Karakorum-Highway
HEIDELBERG. Wenn die Heidelberger Akademieforscher rund um Prof. Dr. Harald Hauptmann derzeit zur Arbeit gehen, müssen sie erst einmal die eiskalten Fluten des Oberen Indus überqueren. Pakistanische Goldwäscher haben ihnen ein Floß gebaut und leiten sie an den tückischen Strudeln vorbei, am Nordufer wartet noch ein kleiner Aufstieg auf sie. Die Mühe lohnt sich: Denn dort, wo Hindukusch, westlicher Himalaya und Karakorum zusammenstoßen, verlaufen seit Jahrtausenden wichtige Verkehrsrouten, die China und Zentralasien mit dem indo-pakistanischen Subkontinent verbinden. Am Rande dieser uralten Wege haben Nomaden und Händler, Krieger und Wallfahrer ihre Spuren hinterlassen. Die Felsbildgalerien, die sie in den Stein ritzten, gehören zu den umfangreichsten, ältesten und vielfältigsten der Welt. Seit den 80-er Jahren sind Heidelberger Wissenschaftler dabei, die 50.000 Zeichnungen und 5000 Inschriften in zehn Schriftsystemen für die Nachwelt zu sichern - seit dem Jahr 2000 wird das Projekt in einer zweiten Förderphase im Akademienprogramm mit jährlich 275.000 Euro finanziert.
Ein Staudamm bedroht die Felsbildgalerien
Die meisten Notizen im Gästebuch der Seidenstraße werden 2016 geflutet. Von ihnen bleiben nur die Publikationen der Heidelberger Forscher. Und ein Zentrum, das sie gemeinsam mit pakistanischen Partnern aufbauen.
CHILAS / GILGIT / HEIDELBERG. Das Land braucht Energie!, hat der pakistanische Präsident Pervez Musharraf im Jahr 2006 beschlossen. 450 Megawatt soll daher der geplante Diamer-Basha-Staudamm westlich von Chilas liefern. Ein ehrgeiziges Projekt: Mit einer Staumauer von 270 Metern soll er höher werden als der chinesische Drei-Schluchten-Damm, für den 115 Quadratkilometer großen Stausee müssen 32 Dörfer im Schatten des Nanga Parbat weichen. Auch 90 Prozent der zentralen Felsbildgalerien im Diamer-Distrikt werden versinken - insgesamt 70 bekannte Stationen mit etwa 32.000 Zeichnungen und Inschriften.
Von Reitern, Giganten und sanften Buddhas
Der Karakorum bildete das Tor zwischen Zentralasien und dem indo-pakistanischen Subkontinent - es wurde über Jahrtausende von den unterschiedlichsten Völkern genutzt.
HEIDELBERG. Nicht nur Waren wurden entlang der Seidenstraßen transportiert, auch neue Glaubensrichtungen und weltliche Ideen fanden hier ihren Weg in neue Regionen. Die ersten auf dieser Route waren Jäger. Das Ende der Eiszeit brachte ein wärmeres Klima und so kamen sie bereits im 9. Jahrtausend vor Christus aus den nördlichen Steppen und südlichen Ebenen in die zunehmend bewaldete, wildreiche Hochgebirgsregion. Steinböcke, Blauschafe, Schraubenziegen und ganze Jagdszenen ritzten sie in die Felsen. Sich selbst verewigten die Wildbeuter lediglich, indem sie die Umrisse ihrer Hände und Füße nachzeichneten. Noch mehr als diese uralten Zeugnisse faszinieren Prof. Dr. Harald Hauptmann und sein Team jedoch die 5000 Jahre alten Giganten aus der Bronzezeit, die mit erhobenen Armen über die Berge wachen.
Immer in Bewegung
Unter dem ostantarktischen Eisschild verbirgt sich ein See, dessen jüngste Wasser mindestens 400.000 Jahre alt sind. Glaziologen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erforschen ihn.
MÜNCHEN. Sechsmal so groß wie der Genfer See ist der Wostoksee mit seinen 15.690 Quadratkilometern. Doch er versteckt sich unter 3700 bis 4300 Metern Eis - dort, wo der Druck der Eismassen von oben und die Erdwärme von unten das Wasser trotz einer Temperatur von minus drei Grad zum Schmelzen bringt. Im Internationalen Polarjahr arbeiten Wissenschaftler der Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven federführend an einem interdisziplinären Programm mit, das diesen und andere Seen unter dem Eis untersuchen soll. Die ersten Ergebnisse über die physikalischen und dynamischen Bedingungen des Wostoksees liegen nun vor. Sie werden in den renommierten Fachzeitschriften "Earth and Planetary Science Letters" und "Ge-ophysical Research Letters" publiziert.
Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative
Experten reflektieren die Auswirkungen der aktuellen Forschungsförderpolitik
BERLIN. In der bundesdeutschen Wissenschaftslandschaft fehlt eine nachträgliche Exploration und Selbstreflexion, die sich empirisch und konzeptuell mit der am stärksten auf die Forschung bezogenen Zweiten und Dritten Förderlinie der Exzellenzinitiative befasst (Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte). Diese Lücke schließt nun die auf drei Jahre befristete Interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Exzellenzinitiative" der Berlin-Brandenburgischen Akademie.
Krebsgene identifiziert
Forschergruppe der Mainzer Akademie und der Chirurgischen Klinik Erlangen klärt Krebsentstehung durch ein menschliches Virus
MAINZ. Dass der humane Herpes-Virus Typ 8 eine Rolle bei der Entstehung von Lymphdrüsenkrebs bzw. von Kaposi-Sarkomen spielen kann, war bereits bekannt. Nun haben Forscher der Mainzer Akademie und der Uniklinik Erlangen ein Gen des Virus identifiziert, das die Krebszellen wachsen lässt. Zusätzlich kartierten sie 80 Gene, die das Virus in infizierte Körperzellen einschleust.
Der "Akademientag zur Mathematik 2008"
Schüler, Lehrer und weitere Wissbegierige sind eingeladen zur zentralen Ge-meinschaftsveranstaltung der Akademien der Wissenschaften
BERLIN. Der 19. Juni 2008 wird der von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften organisierte "Akademientag zur Mathematik" sein. An diesem Tag werden Mathematiker aus den Akademien mit Schülern, Lehrern und weiteren Wissbegierigen die Mathematik hinter den Klimamodellen diskutieren; sie erklären, mit welchen mathematischen Methoden Bilder erzeugt werden, wie lange Primzahlen das Internet noch schützen und bieten unter dem schelmischen Titel "Wie komme ich am schnellsten in die Akademie?" Optimierung zum Mitmachen an. Außerdem präsentiert der Bildhauer Klaus Becker Algorithmen aus Stein, gibt es ein spannendes Filmprogramm und die Ausstellung "Mathematik für alle Sinne - zum Hören, Sehen, Basteln und Staunen". Ort des Geschehens wird die gesamte Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sein (Jägerstr. 22-23 in Berlin-Mitte).
Ihre Ansprechpartnerin
Myriam Hönig, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Büro Berlin, Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin. Tel.: 030 / 325 98 73 70, E-Mail: hoenig@akademienunion-berlin.de. Internet: www.akademienunion.de
Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von acht Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. Sie fördert die Kommunikation zwischen den Akademien, betreibt Presse- und Öffentlich-keitsarbeit und organisiert Veranstaltungen über aktuelle Probleme der Wissenschaft. Die Akademienunion kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen.
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Medizin, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
Deutsch

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