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15.04.2008 15:38

Zusammenwirken aller Fächer zum Mannheimer Profil

Achim Fischer Pressestelle
Universität Mannheim

    Universität Mannheim einigt sich auf künftige Ausrichtung - Neuzuordnung von 14 Professuren

    Mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog möchte die Universität Mannheim ihre Stellung als eine der führenden deutschen Profiluniversitäten ausbauen. "Wir werden uns bundesweit als eine der ersten staatlichen Universitäten nicht nur über einzelne Fächer, sondern als Gesamteinrichtung positionieren", kündigte Universitäts-Rektor Professor Dr. Hans-Wolfgang Arndt am Dienstag, dem 15. April bei der Vorstellung des Struktur- und Entwicklungsplans an. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Universitätsrats, Dr. Manfred Fuchs, erläuterte er das Konzept, auf das sich alle Fakultäten und Leitungsgremien geeinigt haben.

    Dem Struktur- und Entwicklungsplan haben in den vergangenen Wochen der Universitätsrat als Aufsichtsgremium der Hochschule sowie der Senat der Universität jeweils ohne Gegenstimmen zugestimmt. Den Beschlüssen war eine intensive interne und externe Diskussion über insgesamt eineinhalb Jahre voran gegangen.

    Der Grundgedanke des Konzepts: Alle Fächer wirken zum Mannheimer Profil zusammen. So baut die Universität ihre Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus, die bereits heute zu den besten Adressen in Deutschland und Europa zählen. Eng damit vernetzt sind Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaft, Mathematik und Informatik. Sie nutzen als eigenständige Disziplinen die Verbindung zu den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um ihr spezielles Mannheimer Profil weiter zu entwickeln.

    Im Mittelpunkt der Planungen stehen zwei zentrale Maßnahmen. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften werden durch hausinterne Umwidmungen um sechs Lehrstühle verstärkt. Die Wirtschaftsinformatik wird um drei Lehrstühle ausgebaut und gründet gemeinsam mit den Disziplinen Informatik und Mathematik eine Fakultät für Wirtschaftsinformatik. Die Ressourcen hierfür stammen aus der Abgabe der Technischen Informatik, die organisatorisch an die Universität Heidelberg angegliedert wurde, räumlich aber auf dem Mannheimer Campus verblieb. Als weitere Maßnahme schließen sich die Fakultät für Sozialwissenschaften und die Philosophische Fakultät als jeweils eigenständige Abteilung zur Fakultät für Sozial- und Geisteswissenschaften zusammen.

    Die künftige Fakultätsstruktur umfasst damit vier statt bislang fünf Fakultäten. Die neue Gruppierung der Fächer unterstützt die Zusammenarbeit über die Fachgrenzen. So soll noch in diesem Frühjahr das Zentrum für Wirtschaftsinformatik gegründet werden, in dem Wirtschaftsinformatiker, Informatiker und Mathematiker gemeinsam an Themen wie Datensicherheit oder elektronischem Handel arbeiten. Die Geistes- und Sozialwissenschaften konzipieren gemeinsame Forschungs- und Lehrangebote, beispielsweise in den Bereichen Sprach-, Bildungs- und Migrationsforschung beziehungsweise politische und soziale Kommunikation.

    "Die Universität Mannheim stellt sich damit als eine Organisation auf, in der jede Disziplin unverzichtbare Beiträge zum Gesamterfolg leistet", betont Unirats-Vorsitzender Fuchs. "Damit nutzen wir unsere Ressourcen optimal. Anders können wir mit unserer Größe international nicht mithalten."

    Die neue Struktur spiegelt sich auch im Lehrangebot der Universität wider. In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hält Mannheim die klassischen Angebote BWL, VWL, Wirtschaftspädagogik, Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie vor. Die Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaft sowie Mathematik und Informatik sind hiermit eng verzahnt. Sie integrieren wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Inhalte in ihre Studiengänge und vermitteln umgekehrt ihr Know-how für Studierende aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

    So verbindet der Bachelor Kultur und Wirtschaft - kurz: BaKuWi - geistes- mit wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungsinhalten. Dieses Angebot wird mit bis zu zehn Bewerbungen pro Platz stark nachgefragt und soll ausgebaut werden. In Planung ist zudem ein Bachelor-Programm Kultur und Gesellschaft als gemeinsamer Studiengang von Geistes- und Sozialwissenschaftlern. Der Integrierte Studiengang Mathematik und Informatik wird eingestellt, stattdessen startet im Herbst der Bachelor Wirtschaftsmathematik, um die Verbindung mit den Wirtschaftswissenschaften zu nutzen. Die Studienplätze für Wirtschaftsinformatik werden ausgebaut. Und die Juristen bieten mit dem Bachelor Unternehmensjurist eine Doppelqualifikation in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Dieses Studienmodell ist bundesweit einmalig. Nach sechs Semestern schreiben die Studierenden drei Staatsexamensklausuren im Zivilrecht und haben eine etwa ein Drittel des Studiums umfassende Ausbildung durch die BWL-Fakultät erfahren. Die Absolventen können mit diesem Abschluss als Rechtsexperten in Unternehmen arbeiten. Oder sie legen nach einem viersemestrigen Aufbaustudium die weiteren Prüfungsbestandteile des Staatsexamens ab.

    Besonders deutlich bringen die Fakultäten ihre Stärken in den Master-Programmen zum Ausdruck. So plant beispielsweise die Philosophische Fakultät eine Ausdifferenzierung in fünf Programme, aufbauend auf den Forschungsschwerpunkten der Mannheimer Geisteswissenschaften. In Vorbereitung sind unter anderem die Studiengänge "Sprache, Kommunikation und Medien" und "Geschichte: Zivilisation und Kommunikation in Europa". Die Volkswirtschaftslehre bietet einen englischsprachigen Studiengang an, der für herausragende Studierende frühzeitig eine Brücke in das Promotionsangebot schlägt. Und die Sozialwissenschaftler planen neben drei fachspezifischen Master-Programmen ein Angebot zum Kommunikationsmanagement.

    Zu den Umstrukturierungen innerhalb der Universität kommen weitere Professuren hinzu, die die Universität einwerben konnte: Drei Professuren erhalten die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften durch die Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative. Eine Stiftungsprofessur zum Thema Wirtschaftsethik sagte das Land zum 100jährigen Jubiläum der Universität im vergangenen Jahr zu. Diese wird in der Philosophischen Fakultät verankert werden.

    "Insgesamt konnten damit 14 Professuren im Sinne der Profilbildung neu zugeordnet werden", betonte Unirats-Vorsitzender Dr. Fuchs. "Gemessen an der Größe der Universität ist das ein erheblicher Anteil". Zwei weitere Professuren als Folgeprojekt aus den Exzellenzanträgen stünden zudem in Aussicht. "Die Chancen stehen gut, dass wir hierfür das Land sowie private Geldgeber gewinnen können", sagte der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums.

    Um die internen Umschichtungen vorzunehmen, werden in den kommenden Jahren drei Professuren der Fakultät Mathematik und Informatik umgewidmet. Die Philosophische Fakultät gibt eine Professur in den Umwidmungspool ab, eine zweite im Tausch gegen eine Lehrprofessur. Eine dritte Professorenstelle wird innerhalb der Philosophischen Fakultät umgewidmet in das Fach Medien- und Kommunikationswissenschaft. In den fakultätsübergreifenden Umwidmungspool geht schließlich als sechste Stelle die Katholische Theologie. Sie ist vakant und stand in der Disposition des Rektorats.

    Uni-Rektor Professor Arndt bedankte sich bei allen Mitwirkenden in den Gremien und Einrichtungen der Universität. "Wir haben gemeinsam einen Weg erarbeitet, um mit den Ressourcen einer vergleichsweise kleinen Universität international mithalten zu können."

    Kontakt:

    Universität Mannheim
    Achim Fischer
    Leiter Kommunikation und Fundraising
    Tel.: 0621/181-1013
    fischer@verwaltung.uni-mannheim.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-mannheim.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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