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21.04.2008 14:18

HRK-Jahresversammlung in Jena: Lehre im Mittelpunkt

Susanne Schilden Pressestelle
Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

    Die diesjährige Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) stellt die Lehre an den deutschen Hochschulen in den Mittelpunkt. Zum Auftakt erklärte HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel vor der Presse in Jena:

    "In der Wissensgesellschaft ist gute Hochschulbildung eine zentrale Ressource. Der demographische Wandel zeigt uns, dass wir nach 2020 immer weniger Studierende haben werden und wir deshalb jetzt die Chance nutzen müssen, die starken Jahrgänge wirklich gut auszubilden. Wir müssen die Lehre viel stärker als bisher individualisieren, das heißt am Lernprozess des einzelnen Studierenden ausrichten. Hochschulausbildung braucht Raum für den akademischen Diskurs und individuelle Schwerpunktsetzungen. Dazu braucht es entsprechende Lehrprogramme.

    Wir haben den Bildungswissenschaftler Professor Dr. Jürgen Baumert als Festredner eingeladen. Er wird Antworten auf die Frage geben, wie wir wissenschaftliche Bildung mit den Ansprüchen des Arbeitsmarktes zusammenbringen können. Es hält sich ja hartnäckig die Behauptung, dass es dem Studium schadet, wenn wir so viel über seine Verwendbarkeit sprechen. Ich bin der Meinung, dass das ein künstlicher Gegensatz ist. Wir müssen uns bewusst machen, dass es die wissenschaftliche und forschungsorientierte Ausbildung ist, die von unseren Absolventen verlangt wird. Denn nur damit können sie komplexe und immer neue Probleme lösen.

    Der Bologna-Prozess bedeutet für die deutschen Hochschulen ein immenses Reformprogramm, das gerade im Moment, wo die Reform alle Hochschulen erreicht hat, recht kritisch begleitet wird. Nicht weil die Ziele falsch sind: Wir brauchen gut strukturierte, transparente Studiengänge. Wir brauchen international vergleichbare Strukturen, gerade in Zeiten, in denen die Studienangebote der Hochschulen sich - richtigerweise - ausdifferenzieren. Wir brauchen einen gut durchdachten Arbeitsmarktbezug unserer Studiengänge. Wir brauchen weniger Studienabbruch, weniger überlange Studienzeiten und mehr Mobilität.

    Aber offenbar haben wir es noch nicht überall geschafft, die Strukturen des Bologna-Prozesses so zu nutzen, wie es im Interesse der Studierenden sinnvoll wäre. Daraus müssen wir lernen:

    Wir brauchen mehr Mut, die Bachelor-Studiengänge neu aufzubauen, statt einfach Diplome zusammenzustauchen, bis sie nicht mehr studierbar sind.
    Wir brauchen mehr Abstimmung zwischen den Lehrenden über die wirklich nötigen Studieninhalte.
    Wir brauchen die Freiheit für die Hochschulen, auch sieben- oder achtsemestrige Bachelor-Studiengänge aufzulegen, wenn das sinnvoll erscheint.
    Wir brauchen weniger und besser abgestimmte Prüfungen, die sich wirklich auf ganze Module beziehen.
    Wir brauchen unterschiedliche Prüfungsformen und nicht acht Klausuren in der letzten Vorlesungswoche, und nicht jede Prüfung muss gleich aufwändig sein.
    Wir brauchen eine Anerkennung von Vorleistungen oder Leistungen aus dem Ausland, die nicht detailliert vergleicht, sondern auch andere Arten, vergleichbare Lernergebnisse zu erreichen, gelten lässt."


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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