idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
25.04.2008 13:48

Forschungsreisen. Das Fremde als Exoticon

Jens Panse Pressestelle
Universität Erfurt

    Ringvorlesung am 29. April mit Professor Wolfgang Struck

    "Reiseberichte erzählen nicht nur von Grenzüberschreitungen; sie vollziehen selbst Grenzgänge", so Wolfgang Struck, "Grenzgänge zwischen Erfahrung und Sinn, Poesie und Wissen, Fiktion und Dokumentation, Text und Welt, zwischen der rhetorischen Strategie der 'evidentia', des Vor-Augen-Stellens einer 'als-ob'-Wirklichkeit, und der philosophischen und naturwissenschaftlichen Evidenz als Grundlage moderner Wissensproduktion". Der Professor für neuere Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt wird die Ringvorlesung am kommenden Dienstag (29. April) im Erfurter Rathausfestsaal zum Thema "Forschungsreisen. Das Fremde als Exoticon" bestreiten.

    "Das Reisen ist nicht nur häufig der Auslöser literarischer - und anderer künstlerischer - Fiktionen, sondern es bildet auch eine grundlegende Metapher für die poetischen Verfahren und für die 'Aufschreibesysteme', in denen Räume modelliert und in Kategorien des 'Eigenen' und des 'Fremden' definiert werden; Verfahren, die keineswegs auf die Fiktion beschränkt bleiben, sondern wiederum etwa auf - auch wissenschaftliche - Ethno- und Geo-Graphien zurückwirken", so Struck. Die Räume kultureller Fremde und - mehr noch - die Räume, die vermeintlich jenseits jeder Kultur - etwa als "blank spaces" - lokalisiert seien, eröffneten einen Spielraum zwischen der wissenschaftlich zu vermessenden Realität und den in Mythen verankerten Phantasmen. Diesen Spielraum möchte der Literaturwissenschaftler in drei historischen Momentaufnahmen abschreiten, die sich mehr oder weniger bekannter Forschungsreisen aus dem 17., dem 19. und dem 20. Jahrhundert zuwenden.

    Der Literatur- und Medienwissenschaftler Wolfgang Struck ist seit 2006 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Erfurt. Er studierte in Kiel und Tübingen Ältere und Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Physik. Vor seiner Berufung nach Erfurt forschte und lehrte Struck in Konstanz, Kiel und Charlottesville, Virginia (USA). Er veröffentlichte bislang zu Literatur, Film- und Fernsehgeschichte und Theorie u.a. "Konfigurationen der Vergangenheit. Deutsche Geschichtsdramen im Zeitalter der Restauration" und "Körpereinsatz. Das Kino der Kathryn Bigelow". Demnächst erscheint "Die Eroberung der Phantasie. Kolonialismus, Literatur und Film zwischen Deutschem Kaiserreich und Weimarer Republik".

    Die gemeinsame Ringvorlesung von Universität und Fachhochschule Erfurt im Sommersemester 2008 steht unter dem Titel "Das Fremde - Faszination und Bedrohung". Die mit Unterstützung der Stadtverwaltung Erfurt und der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. veranstaltete und von der Thüringer Allgemeine präsentierte populäre Reihe bietet jeweils dienstags (Beginn 18.00 Uhr) im Rathausfestsaal in insgesamt 12 Veranstaltungen Vorträge von Professoren und weiteren Experten aus unterschiedlichen Bereichen.

    Nächster Termin der Reihe:
    06.05.2008; 18.00 Uhr; Rathausfestsaal; "Das Fremde schreibt zurück - Die Sicht des Orients auf Europa"; Prof. Dr. Birgit Schäbler; Westasiatische Geschichte; Universität Erfurt


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-erfurt.de/presse/veranstaltungen/ringvorlesung/


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).