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Wissenschaft
Die Trierer HKFZ-Mitarbeiterin, Dr. Birgit Ulrike Münch, wurde für ihre Dissertation "Geteiltes Leid? Bilder und Texte der Passion Christi im Zeitalter der Konfessionalisierung: Nordalpine Druckgraphik von der Reformation bis zu den jesuitischen Großprojekten um 1600" mit dem diesjährigen Wolfgang-Ratjen-Preis ausgezeichnet.
Der internationale Nachwuchsförderpreis wird jedes Jahr weltweit vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München ausgeschrieben und für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der graphischen Künste an Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen vergeben. Ziel der Preisvergabe ist es, vorhandene Ausbildungsdefizite stärker in das Bewusstsein der Fachöffentlichkeit zu rücken und zu einer breiteren und intensiveren Auseinandersetzung mit Themen aus dem genannten Bereich anzuregen. Der Name des Preises erinnert an Dr. Wolfgang Ratjen (1943-1997) und würdigt dessen Verdienste als Mäzen und als bedeutender Sammler von Handzeichnungen.
Zur Dissertation
Die Dissertation legt erstmalig eine breite Studie zu den druckgraphischen Passionszyklen des konfessionellen Zeitalters vor. Anhand des zentralen Bildsujets der Passio Christi werden die Entwicklungstendenzen, Transformationen und Kontinuitäten von Bildertheologie, Ikonographie, Bildfunktion - beispielsweise die neue, den Laien stärker involvierende Bilddidaktik - und Bild-Text-Zusammenhang innerhalb der ersten Jahrzehnte der Glaubensspaltung aufgezeigt. Untersucht werden Buchgraphiken aus sämtlichen relevanten Gattungen, so Bibeln, Katechismen, Postillen, Erbauungsbücher, Flugschriften sowie wissenschaftliche Publikationen zur Bibelarchäologie. Hierdurch werden bislang als konfessionell gebunden geltende Illustrationsprinzipien wie die "protestantische" Bilderbibel oder die gewöhnlich als "typisch jesuitisch" bezeichneten Prinzipien der Betrachterführung durch Didaskalien grundlegend revidiert und ein kunsthistorischer Beitrag zu den "Konfessionalisierungsdebatte(n)" geleistet. Den Abschluss bildet die Rekonstruktion der graphischen Vorbilder und der mnemotechnischen Nutzbarkeit des umfangreichsten jesuitischen Buchprojekts im 16. Jahrhundert, der Evangelicae historiae imagines des Hieronymus Natalis S.J. Bemerkenswerterweise sind diese Vorlagen jedoch keineswegs der katholischen Seite zuzuordnen, was eine noch immer "konfessionell vorgeprägte" Forschung a priori zu postulieren versuchte.
Die Preisverleihung findet am 07.05.2008 in der Pinakothek der Moderne in München statt.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Musik / Theater, Philosophie / Ethik, Religion
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
Deutsch

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