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Wie entstanden in der Antike Bronzestatuen, deren Qualität Betrachter bis heute fasziniert? Welche Legierungen ergaben welche Farbgebung? Am Motiv des so genannten Ganswürgers, der ursprünglich aus Bronze bestand und "nur" als römische Marmorkopie in der Münchner Glyptothek zu sehen ist, hat Prof. Dr. Gerhard Zimmer (Professur für Klassische Archäologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt) zusammen mit dem Gießerei-Institut der RWTH Aachen antiken Gusstechniken nachgeforscht. Einblick in dieses Projekt gibt die Ausstellung "Der Knabe und die Gans. Antiker Bronzeguss im Experiment", die von Studierenden der Klassischen Archäologie entwickelt wurde und am Dienstag, 6. Mai, um 19.30 Uhr in der Staats- und Seminarbibliothek (Hofgarten 1, Eichstätt) eröffnet wird.
Der Ganswürger befand sich einst wohl als Weihgabe in einem griechischen Heiligtum. Während für die Farbigkeit antiker Marmorfiguren bereits einige Studien vorliegen, galt es - ausgehend von Schriftquellen - diese auch im Zusammenhang mit bronzenen Exemplaren zu untersuchen. Ziel des von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten Projekts war es, einen Nachguss des Ganswürgers in unterschiedlichen Legierungen zu erbringen. Das Gefieder der Gans beispielsweise sollte naturgetreu durch die Beigabe von viel Zinn eine andere Farbe erhalten als ihr Schnabel, der in reinem Kupfer gegossen wurde.
In engem Zusammenhang mit den Überlegungen zu den technischen Möglichkeiten des Bronzegusses steht das schon für die Antike belegte Streben nach einer möglichst großen Naturnähe von Skulpturen. Was die Darstellung von Kindern anbelangt, so lässt sich die Entwicklung anhand von gezeigten Abgüssen aus München und Erlangen gut vergleichen. Während Kinder auf den Vasenbildern der Archaik (vor 480 v. Chr.) noch eher im Körper eines kleinen Erwachsenen dargestellt sind und insgesamt eher ein Randthema bilden, entwickelte sich die Kindergestalt im Laufe der folgenden Jahrhunderte immer mehr zu einem realistisch-naturgetreuen Abbild des Kindlichen. Immer häufiger stand nun das Kind selbst im Mittelpunkt. Als die Kinder in den Darstellungen des Hellenismus (330-30 v. Chr.) begannen, in Aktion mit ihrem Gegenüber - einem Spielgefährten oder Haustier - zu treten, hat diese Entwicklung zweifelsohne einen Höhepunkt erreicht, wie ihn kaum eine andere Figur besser verdeutlichen kann als der 'Ganswürger'.
Die Ausstellung wird bis zum 15. Juni 2008 in der Staats- und Seminarbibliothek (Teilbibliothek 3) zu sehen. Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-17 Uhr, So 14-18 Uhr.
Hinweis an Medienvertreter: Am Tag der Eröffnung besteht bereits am Vormittag die Möglichkeit einer Führung durch die Ausstellung. Ansprechpartnerin ist hierfür Frau Melanie Verhovnik (melanie.verhovnik@ku-eichstaett.de; 0 1 77/6 86 37 53)
Das Motiv des so genannten Ganswürgers war Gegenstand eines archäologisches Projektes, in dem antike ...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Kunst / Design, Musik / Theater
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
Deutsch

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