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01.05.2008 16:07

89. Deutscher Röntgenkongress: Wenn jede Sekunde zählt

Pressesprecher Florian Schneider Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

    Umfassende Bilder in 30 Sekunden: Eine gekonnte Diagnose mit Ganzkörper-CT
    erhöht die Überlebenschance von Unfallopfern erheblich
    Berlin, 1. Mai 2008. Nach einem Unfall können wenige Minuten über Leben oder Tod entscheiden.
    Diese wertvolle Zeit wird verspielt, wenn Unfallopfer mit mehreren Verletzungen,
    einem so genannten Polytrauma, sich erst verschiedenen Diagnosemethoden
    unterziehen müssen. Bis die Mediziner ein umfassendes Bild von den Verletzungen des
    Patienten haben, kann eine Stunde vergehen. Mit modernen Computertomographen hat
    die Radiologie heute jedoch ein sehr schnelles und exaktes Instrument an der Hand, das
    innerhalb einer halben Minute umfassende Ergebnisse liefert - hoch auflösend und
    dreidimensional.

    Nun muss der Radiologe die Bilder nur noch interpretieren und dann
    die richtigen Therapien einleiten.
    "Die Fülle an Daten schnell und zutreffend auszuwerten, erfordert höchste Aufmerksamkeit und
    gute Kenntnis der wichtigsten radiologischen Befunde - insbesondere bei lebensbedrohlichen
    Schäden", erläutert Dr. Jürgen Weidemann von der Diagnostischen Radiologie an der Medizinischen
    Hochschule Hannover.
    Radiologen der Hochschule Hannover haben sich daher zusammengetan, um einen interaktiven
    Online-Leitfaden zur schnellstmöglichen CT-Polytraumadiagnostik zu erstellen. Auf dem
    Portal zeigen sie weniger erfahrenen Kollegen, wie die 30 bis 50 wichtigsten und häufigsten
    Verletzungen in der Bildgebung aussehen und wie man sie genau unterscheiden kann. "Wenn
    ein Rückenwirbel gebrochen ist oder sich Blut im Bauchraum befindet, muss man das sofort
    erkennen. Da kann jede zusätzliche Minute zu viel sein", erklärt Dr. Weidemann, "wir Radiologen
    holen dann sofort die jeweiligen Spezialisten wie Unfall- oder Abdominalchirurgen hinzu."
    Um möglichst systematisch und zeitsparend arbeiten zu können, müssen die Ärzte alle technischen
    Möglichkeiten des CT optimal nutzen und in der Lage sein, alle bedrohlichen Verletzungen
    in den dreidimensionalen Abbildungen schnellst möglich zu finden.
    Hinzu kommt, dass Radiologen bei allem Zeitdruck die Umsicht behalten müssen: Wenn zum
    Beispiel die Milz gerissen ist, müssen sie wissen, dass eine lebensbedrohliche, innere Blutung
    bevor steht. Unterm Strich sorgt die High-End-Technik, bedient von einem routinierten Radiologen,
    für eine deutlich kürzere Untersuchungszeit mit wesentlich genaueren Ergebnissen des
    gesamten Körpers.
    Das Anwendungsgebiet der Ganzkörper-Computertomografie geht weit über die Polytraumadiagnostik
    hinaus: Beim akuten Thoraxschmerz können z.B. eine Lungenembolie, ein spontaner
    Riss der Hauptschlagader oder eine Engstelle eines Herzkranzgefäßes erkannt werden. Die
    Verkürzung der Entscheidungsphase für die richtige Therapie kann hier lebensentscheidend
    sein.


    Weitere Informationen:

    http://www.roentgenkongress.de
    http://www.ipse.de/roeko2008


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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