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Wissenschaft
Umfassende Bilder in 30 Sekunden: Eine gekonnte Diagnose mit Ganzkörper-CT
erhöht die Überlebenschance von Unfallopfern erheblich
Berlin, 1. Mai 2008. Nach einem Unfall können wenige Minuten über Leben oder Tod entscheiden.
Diese wertvolle Zeit wird verspielt, wenn Unfallopfer mit mehreren Verletzungen,
einem so genannten Polytrauma, sich erst verschiedenen Diagnosemethoden
unterziehen müssen. Bis die Mediziner ein umfassendes Bild von den Verletzungen des
Patienten haben, kann eine Stunde vergehen. Mit modernen Computertomographen hat
die Radiologie heute jedoch ein sehr schnelles und exaktes Instrument an der Hand, das
innerhalb einer halben Minute umfassende Ergebnisse liefert - hoch auflösend und
dreidimensional.
Nun muss der Radiologe die Bilder nur noch interpretieren und dann
die richtigen Therapien einleiten.
"Die Fülle an Daten schnell und zutreffend auszuwerten, erfordert höchste Aufmerksamkeit und
gute Kenntnis der wichtigsten radiologischen Befunde - insbesondere bei lebensbedrohlichen
Schäden", erläutert Dr. Jürgen Weidemann von der Diagnostischen Radiologie an der Medizinischen
Hochschule Hannover.
Radiologen der Hochschule Hannover haben sich daher zusammengetan, um einen interaktiven
Online-Leitfaden zur schnellstmöglichen CT-Polytraumadiagnostik zu erstellen. Auf dem
Portal zeigen sie weniger erfahrenen Kollegen, wie die 30 bis 50 wichtigsten und häufigsten
Verletzungen in der Bildgebung aussehen und wie man sie genau unterscheiden kann. "Wenn
ein Rückenwirbel gebrochen ist oder sich Blut im Bauchraum befindet, muss man das sofort
erkennen. Da kann jede zusätzliche Minute zu viel sein", erklärt Dr. Weidemann, "wir Radiologen
holen dann sofort die jeweiligen Spezialisten wie Unfall- oder Abdominalchirurgen hinzu."
Um möglichst systematisch und zeitsparend arbeiten zu können, müssen die Ärzte alle technischen
Möglichkeiten des CT optimal nutzen und in der Lage sein, alle bedrohlichen Verletzungen
in den dreidimensionalen Abbildungen schnellst möglich zu finden.
Hinzu kommt, dass Radiologen bei allem Zeitdruck die Umsicht behalten müssen: Wenn zum
Beispiel die Milz gerissen ist, müssen sie wissen, dass eine lebensbedrohliche, innere Blutung
bevor steht. Unterm Strich sorgt die High-End-Technik, bedient von einem routinierten Radiologen,
für eine deutlich kürzere Untersuchungszeit mit wesentlich genaueren Ergebnissen des
gesamten Körpers.
Das Anwendungsgebiet der Ganzkörper-Computertomografie geht weit über die Polytraumadiagnostik
hinaus: Beim akuten Thoraxschmerz können z.B. eine Lungenembolie, ein spontaner
Riss der Hauptschlagader oder eine Engstelle eines Herzkranzgefäßes erkannt werden. Die
Verkürzung der Entscheidungsphase für die richtige Therapie kann hier lebensentscheidend
sein.
http://www.roentgenkongress.de
http://www.ipse.de/roeko2008
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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