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Mit dem sog. Konfessionalisierungsparadigma, seinen Leistungen, den Problemen, aber auch den Grenzen beschäftigt sich das XX. Bayreuther Historische Kolloquium, das vom 22. bis zum 24. Mai an der Universität Bayreuth stattfindet.
Bayreuth (UBT). Mit dem sog. Konfessionalisierungsparadigma, seinen Leistungen, den Problemen, aber auch den Grenzen beschäftigt sich das XX. Bayreuther Historische Kolloquium, das vom 22. bis zum 24. Mai stattfindet und von Professor Dr. Dieter J. Weiß (Bayerische Landesgeschichte) und Privatdozent Dr. Thomas Brockmann (Geschichte der Frühen Neuzeit) organisiert wird.
Hintergrund des Tagungsthemas ist der wegweisende Aufsatz von Ernst Walter Zeeden über Konfessionsbildung, der vor 50 Jahren in der Historischen <Zeitschrift erschien. Sein Ansatz, die Entstehung und Entwicklung der Konfessionskirchen und -Kulturen in vergleichender Perspektive zu betrachten und damit auch die Ähnlichkeiten und Parallelitäten der Formierungsvorgänge im nachreformatorischen Katholizismus, Luther- und Reformiertentum in den Blick zu rücken, hat in der Geschichtswissenschaften ein halbes Jahrhundert lang seine Wirkung gezeigt.
Das Konfessionalisierungsparadigma schreibt den konfessionellen Formierungsvorgängen insgesamt eine Katalysatorfunktion auf dem Wege Europas in die Moderne zu. Es begreift sie als Motor der Entwicklung der modernen Gesellschaft, moderner Staatlichkeit und der Ausbildung auch des internationalen politischen Systems. Wie weit der Erklärungswert dieses Paradigmas reicht und welcher Korrekturen und Modifikationen es bedarf, wird allerdings nach wie vor intensiv und streitig diskutiert und ist damit auch das Thema des Bayreuther Historischen Kolloquiums.
In die Tagung integriert sind zwei öffentliche Abendvorträge. Mit dem einen, der im Landräte-Saal der Regierung von Oberfranken am Donnerstag (21. Mai, 18.30 Uhr) statt finden wird, setzt sich der Bayreuther Landeshistoriker Professor Dr. Dieter J. Weiß mit Überlegungen zum Geschichts- und Kirchenbild unter dem Titel "Die große Bamberger Fronleichnamsprozession und das Konfessionalisierungsparadigma" auseinander.
Beim zweiten öffentlichen Abendvortrag am 23. Mai (19.00 Uhr c.t., im Landräte-Saal der Regierung von Oberfranken, Ludwigstr. 20) lautet das Thema des Tübinger Lehrstuhlinhabers für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte, Professor Andreas Holzem, "Der katholische Augenaufschlag beim Frauenzimmer (Fr. Nicolai) oder: Kann man eine Erfolgsgeschichte der Konfessionalisierung schreiben?" Anschließend ist ein Empfang der Stadt Bayreuth vorgesehen.
Das Programm des XX. Bayreuther Historischen Kolloquiums findet man im Internet unter:
http://www.geschichte.uni-bayreuth.de/de/download/BHK2008-Programm.pdf
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Religion
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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