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20.05.2008 14:32

Gambia-Hilfe der Uni Witten/Herdecke wird ausgeweitet

Bernd Frye Pressestelle
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

    Zahnärzte bilden mehr gambische Zahnbehandler für ländliche Gebiete aus

    Die Universität Witten/Herdecke wird in Gambia mehr einheimische Zahnbehandler für die ländlichen Gebiete ausbilden und ihre Hilfe dort ausweiten. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete die Universität jetzt mit dem Gesundheitsministerium der Republik Gambia. Darin wird die Fortführung der erfolgreichen Ausbildung von lokalen Zahnbehandlern, so genannten Community Oral Health Workers, im kleinsten Flächenstaat des afrikanischen Kontinents beschlossen. Im August startet der neue Kurs für die Zahnbehandler nahe der Provinzstadt Brikama.

    Der bisherige Hilfsstützpunkt Jahaly wurde dem örtlichen Trägerverein in dessen Verantwortung übergeben. "Hier hat die Hilfe zur Selbsthilfe zur Selbständigkeit geführt. Von unserem neuen Stützpunkt Brikama erreichen wir die jetzt neu eingerichteten Behandlungszentren in Berending und in Darsilami wesentlich leichter", erklärt Oberarzt Dr. Andreas Jordan, wissenschaftlicher Leiter des Programms, die Verlagerung. Beide Stationen befinden sich an der senegalesischen Grenze und ziehen daher neben gambischen auch senegalesische Patienten an. Damit bestehen nun landesweit sechs Zahnstationen, die unter der Schirmherrschaft der Universität Witten/Herdecke in Gambia betrieben werden.

    Der neue Stützpunkt bei Brikama wurde auch deshalb ausgewählt, weil dort bereits das Kindergartenprojekt "Wattenscheid" besteht. Die ehemals eigenständige Stadt im Ruhrgebiet kommt in dem Namen vor, weil das Projekt von einem gemeinnützigen Trägerverein betrieben wird, der seinen deutschen Standort in Bochum-Wattenscheid hat. Vorsitzender des Trägervereins ist Gerd Ruth, ein bekannter Schokoladenfabrikant aus Bochum-Wattenscheid. Die Hilfsstation wurde mit ihm und mehreren Ministern der gambischen Regierung feierlich eröffnet. Das gambische Fernsehen berichtete darüber.

    "Wir haben einen Kindergarten und eine benachbarte Grundschule mit zusammen 2.500 Kindern ausgewählt, weil gerade die früh einsetzende, kontinuierliche Betreuung und Versorgung ausschlaggebend ist für eine lange Zahngesundheit. Dies haben viele Studien gezeigt. Wir hoffen weiterhin, dass sich die positive Prägung auch auf die Familien und Nachkommen überträgt. Das wäre ein echter Erfolg für die Community Dentistry", so Jordan.

    Weil eine flächendeckende zahnärztliche Versorgung in Gambia bislang nicht zur Verfügung steht, ist es ein Anliegen der Wittener Zahnmediziner, durch dieses Entwicklungshilfeprogramm eine Basisversorgung vor allem in ländlichen Gebieten aufzubauen. Schwerpunktinhalte des dreimonatigen Trainings sind Füllungstherapie, Schmerzbehandlung und Präventionsmaßnahmen. Anschließend arbeiten die Zahnbehandler in örtlichen Gesundheitszentren mit einfachen Zahnbehandlungsstationen.

    "In Gambia ist das Erreichen des nächstgelegenen Community Oral Health Workers oft immer noch mit einer Tagesreise verbunden. In sehr entlegenen Regionen gibt es gar keine Hilfe bei Zahnschmerzen. Deshalb wollen wir möglichst ein flächendeckendes Netz von Behandlungsstationen aufbauen, damit jeder Patient in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern zu zahnärztlicher Hilfe gelangen kann", beschreibt Jordan das Ziel des Projektes.

    Weitere Informationen:
    OA Dr. Andreas Jordan, 02302/926-626, andreas.jordan@uni-wh.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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