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Links ein Werbeplakat mit blondem Model auf knallgelbem Hintergrund, rechts eine mit Graffiti beschmierte graue Wand einer Brückenunterführung, davor ein kaputter Fernseher: Krasser kann Sozialfotografie den Gegensatz verschiedener Konsumwelten kaum verdeutlichen. Weitere Beispiele von Sozialfotografie stellen Studierende der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen (KFH NW) vom 11. Juni bis 27. Juli im Kölner Maternushaus aus.
Mit einer kleinen Kamera im Gepäck haben rund 50 Studierende aus dem Fach Sozialfotografie den Hörsaal verlassen. Ihr Ziel: der sozialschwache Stadtteil Eigelstein in Köln. Sie sollten sich auf die Suche machen nach Widersprüchen in der Architektur des Stadtteils und das Leben in dieser selbstgeschaffenen Welt beobachten, beschreibt der Künstler Manuel Schroeder, der an der KFH NW Sozialfotografie unterrichtet. "Die Studenten sollten sich mit der Kamera in diese Welt hineinbewegen und lernen, auf die Menschen zuzugehen. Sie sollten Kommunikation erreichen und diese in Bildern festhalten", erklärt er. Auf Menschen zuzugehen, haben die Studierenden der Sozialen Arbeit in ihrem Studium gelernt, eine Herausforderung sei dabei, dies auf visuellem Weg zu tun.
"Sozialfotografie öffnet die Sinne für emotionale und soziale Kontexte und erzeugt Raum und Zeit für bewusstes Sehen", erklärt der Künstler den Gegensatz zur täglichen Bilderflut. Sozialfotografie präsentiere die gelebte gesellschaftliche Situation, aber auch die reflektierte Haltung des Fotografen. Während Schroeder die Studierenden in künstlerischer Hinsicht mit der Sozialfotografie vertraut machte, erarbeitete der Sozialwissenschaftler Professor Dr. Werner Schönig mit ihnen die theoretischen Grundlagen.
Schönig und Schroeder haben das Projekt über zwei Jahre in verschiedenen Gruppen von insgesamt etwa 50 Studierenden geleitet. Über 1.000 Bilder sind dabei entstanden. 70 davon werden vom 11. Juni bis 27. Juli im Maternushaus (Kardinal-Frings-Str. 1, 50667 Köln) ausgestellt und können ganztägig und kostenfrei besichtig werden. Einen ausführlichen Überblick über das Projekt sowie einen Großteil der entstandenen Bilder zeigt die jetzt erschienene Publikation "Objekt Eigelstein - Sozialfotografische Betrachtungen eines Kölner Stadtteils" (19,90 Euro, ISBN 978-3-938094-76-1, Verlag Barbara Budrich). Thematisch gegliedert ist das Buch in sozialfotografische und sozialwissenschaftliche Aspekte. Es ist der sechste Band in der Schriftenreihe der KFH NW.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Werner Schönig, w.schoenig@kfhnw.de, Tel. 0221/7757-145
Manuel Schroeder, mail@manuelschroeder.de, Tel. 0177-7988337
Redaktion: Julia Harzendorf, j.harzendorf@kfhnw.de, Tel. 0221/7757-508
Sozialfotografie im Kölner Stadtteil Eigelstein
Quelle: Manuel Schroeder
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Kunst / Design, Musik / Theater
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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