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10.06.2008 14:01

Nachhaltigkeit für Denkmalbauten

Roland Hahn Pressestelle
Fachhochschule Erfurt

    Am 8. Juli 2008 ist die Fachhochschule Erfurt (FHE) eingeladen, in der Thüringer Staatskanzlei vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft ihr Forschungspotenzial mit einer mehrstündigen Präsentation vorzustellen. Dies soll Anlass sein, um im Vorfeld aus den vier Forschungsschwerpunkten der Hochschule zu berichten.

    Angewandte Forschung, Teil 1: Nachhaltigkeit für Denkmalbauten

    Die Fachhochschule Erfurt (FHE) widmet sich derzeitig vier Forschungsschwerpunkten:
    o Innovative Verkehrssysteme und effiziente Logistiklösungen
    o Interaktive Kinder- und Jugendmedien
    o Nachhaltiges Bauen / Regenerative Energien sowie
    o Nachhaltige Stadt- und Raumentwicklung

    Eines der bearbeiteten Projekte des Schwerpunktes Nachhaltiges Bauen / Regenerative Energien hat interdisziplären Charakter und ist schon weit fort-geschritten. Am IBIT (INIT Bautronic Institut) der FHE arbeitet ein Team unter Leitung von Dipl.-Ing. Oliver Hahn (Geschäftsführer der EBK Ingenieure GmbH Weimar) seit November 2007 an einem Forschungsprojekt mit der Bezeichnung "Entwicklung eines Monitoringsystems für den energieeffizienten und schadensfreien Betrieb von Denkmalbauten bei gleichzeitiger Erhaltung eines hohen Nutzwertes". Es handelt sich um ein Verbundprojekt von EBK Ingenieure GmbH, Bauhaus- Universität Weimar - Professur Bauklimatik und der FHE - FB Gebäudetechnik und Informatik. Ziel der Forschungen ist es, für die Innenräume denkmalgeschützter historischer Gebäude eine energieeffiziente Klimatisierung zu realisieren. Dazu soll auf Grundlage verschiedener Messwerte differenziert mit weitestgehend dezentraler Technik Feuchte und Temperatur geregelt werden. So können Schaden verursachende klimatische Zustände für die Bausubstanz wie auch die Einrichtung vermieden werden. Dies ermöglicht eine substanzschonendere und energieeffizientere Nutzung bereits genutzter Räume und bisher ungenutzte Räume können substanzschonend und energieeffizient einer neuen Nutzung zugeführt werden.

    In dem von der Thüringer Aufbaubank geförderten interdisziplinären Projekt arbeiten am Teilprojekt der FH Erfurt der Gebäude- und Energietechniker Dipl.-Ing. (FH) Daniel Beyer und der Angewandte Informatiker Bert Horvath M.Sc. zusammen, beide FHE-Absolventen. Die erste Projektphase ist bereits abgeschlossen. Für die zweite Phase läuft derzeit noch ein Förderantrag bei der Thüringer Aufbaubank. Die Forscher arbeiten eng mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie der Professur für Bauklimatik der Bauhaus-Universität Weimar zusammen. Dabei gab und gibt es auch Untersuchungen in unsanierten Räumen im Turm des Schlosses Sondershausen.

    Im Ergebnis der ersten Projektphase konnte Bert Horvath auf entstandene Funktionsmuster zur Klimastabilisierung in geschlossenen Räumen verweisen. Es gibt Erkenntnisse zum prinzipiellen Systemaufbau, insbesondere zur Sensordichte und zu Messfrequenzen bzw. -intervallen. Sichtbares Produkt des Projektes sind drei würfelförmige Versuchskammern auf dem Dach der Wolfgang-Storm-Laborhalle, sie sind nach Forschervorgaben von der Zentralwerkstatt für wissenschaftlichen Gerätebau der FH erstellt worden. Hier untersuchen die Forscher an unterschiedlichen Wandaufbauten die Einhaltung von Klimasollwerten im Inneren bei unterschiedlichen Nutzungsszenarien. Dazu gibt es definierte und messbare Möglichkeiten zum Heizen und Kühlen, Be- und Entlüften sowie zum Be- und Entfeuchten der Innenluft.

    Die bislang gewonnenen Ergebnisse des Projekts klingen sehr fachlich: Systemkonzepte für das Monitoring- und Regelungssystem; Funktionen zur Klimastabilisierung in historischen Gebäuden; Funktionsmuster- und konzepte für Steuerungs- und Regelungsfunktionen; Funktionskonzepte für optimierende Funktionen; Konzeptionen für verteilte Anwendung sowie Entwicklung und Test von Funktionsmustern zur Datenanalyse stehen zu Buche. Bei aller Sach- und Fachlichkeit steht aber die spätere Anwendung im Mittelpunkt. Dass diese gegeben ist, bestätigen die beiden Mitarbeiter der FHE. Schon bald wollen sie die Systemlösung für jedes beliebige Denkmal anbieten und zeigen am Rechner Fotos von Schloss Sondershausen, wo Sensoren in einem Versuchsraum zu sehen sind und Kabelgewirre im Datenbankrechner verschwinden.

    Kontakt: Tel: 0361 6700-393, Fax: -8960, ibit@fh-erfurt.de,


    Weitere Informationen:

    http://www.fh-erfurt.de/ibit


    Bilder

    Versuchskammern in der Bauphase
    Versuchskammern in der Bauphase
    Quelle: FHE, Hahn

    Arbeiten im Schloss Sondershausen
    Arbeiten im Schloss Sondershausen
    Quelle: FHE, Horvath


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Maschinenbau
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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