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11.06.2008 13:15

PathoScan GbR entwickelt patentiertes System zur Saatgutprüfung

Dr. Klaus Eichenberg Pressestelle
Verein zur Förderung der Biotechnologie e.V.

    (Stuttgart-Hohenheim) - Um Ernteausfälle durch Schädlingsbefall zu vermeiden, werden Saatgutprüfungen immer wichtiger. Deshalb haben Dr. Frank Brändle und Dr. Marco Thines, Geschäftsführer der Hohenheimer PathoScan GbR, ein molekularbiologisches Testsystem entwickelt, mit dem sich Pilze und Bakterien in sehr frühen Stadien im Saatgut nachweisen lassen. Die internationale Patentierung steht kurz bevor.

    Während auf der arktischen Insel Spitzbergen die größte Saatgutbank mit Samenproben aus aller Welt gefüllt wird, um auch in Zukunft die Ernährung der Menschheit sicherzustellen, beschäftigen sich zwei Hohenheimer Biologen seit zwei Jahren mit der Sicherung heutiger Getreide- und Gemüseernten. "Obwohl immer mehr Nahrung produziert werden muss, verschwinden immer mehr landwirtschaftliche Nutzflächen", sagt Dr. Frank Brändle, Geschäftsführer der auf innovative Schädlingsdiagnostik spezialisierten Pathoscan GbR. "Infolgedessen wird 'sauberes' Saatgut immer wichtiger." Um den durch Pflanzenschädlinge wie Falscher Mehltau, Bakterien oder Pilze verursachten jährlichen Ernteeinbußen in Milliardenhöhe zu begegnen, haben Dr. Frank Brändle und Dr. Marco Thines in Zusammenarbeit mit ihrem Mentor Prof. Dr. Otmar Spring vom Institut für Botanik der Universität Hohenheim ein molekularbiologisches Testsystem entwickelt, das die Früherkennung von mit Pflanzenschädlingen infiziertem Saatgut sowie von infizierten Setzlingen, Gießwasser und Bodenproben ermöglicht. Die Genauigkeit des Verfahrens ist um das 100-fache höher als bei bisher üblichen Testverfahren.
    Seit der Gründung im Jahr 2006 hat die PathoScan GbR verschiedene Schädlingsnachweissysteme - unter anderem für Basilikum, Petersilie und Spinat - auf den Markt gebracht. Zu den Kunden zählen Gemüsebauern, aber auch Pflanzenschutzberater, die landwirtschaftliche Betriebe in Fragen rund um den Pflanzenschutz informieren. PathoScan beteiligt sich zudem an Forschungsprojekten zum biologischen Anbau von Feldsalat und Kresse und kooperiert mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinland-Pfalz und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz.
    Bisher war das Start-up-Unternehmen durch das baden-württembergische Förderprogramm "Junge Innovatoren", das promovierte Wissenschaftler dabei unterstützt, sich mit der Entwicklung innovativer, marktreifer Produkte und Verfahren selbständig zu machen, finanziell abgesichert. Nun steht es kurz vor dem Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit. "Der Businessplan ist fertig, die Suche nach Investoren und neuen Räumlichkeiten angelaufen", sagt Frank Brändle. Spätestens im November 2008 will er mit PathoScan auf eigenen Füßen stehen - und gern in einem der Technologieparks der BioRegion STERN ansässig werden. Zwei Business Angels konnten bereits gewonnen werden - den Kontakt vermittelte die Innovation und Bildung Hohenheim GmbH.
    Ganz gleich ob Saatguthersteller oder Ökobetrieb - die unternehmerischen Chancen im "Agro-Business" sind besser denn je. Aber auch im Zierpflanzenmarkt sehen die Existenzgründer großes Potenzial. "Die Produktionsorte für Saat- und Pflanzgut wechseln zum Teil jährlich. Neue Standorte bedeuten aber auch ein erhöhtes Infektionsrisiko mit unbekannten Krankheiten. Die Saatgutprüfung wird dadurch immer wichtiger", erklärt Dr. Frank Brändle. "Unser Nachweissystem fungiert aber auch als Entscheidungshilfe, wenn es um Fragen der Desinfektion bei Saatgut geht."
    Bereits im Februar 2007 haben Dr. Frank Brändle und Dr. Marco Thines die Patentierung der Pathoscan-Testsysteme beim Europäischen Patentamt beantragt; auch die internationale Patentanmeldung nach dem Patent Cooperation Treaty, PCT, ist eingereicht. Die unternehmerische Vision der PathoScan-Gründer: "In zehn Jahren wollen wir unentbehrlich für das Qualitätsmanagement von Saatgutfirmen sein.


    Weitere Informationen:

    http://www.bioregio-stern.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Informationstechnik, Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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