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11.06.2008 17:13

Energetische Ausgangssituation im künftigen Landkreis Görlitz - Ergebnisse einer Studie

Hella Trillenberg Presse- und Informationsstelle
Hochschule Zittau/Görlitz (FH)

    Hochschullehrer und Mitarbeiter der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) analysierten im Auftrag des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal (IBZ) die energetische Ausgangssituation im künftigen Landkreis Görlitz.

    Hintergrund der Untersuchung war, auf Basis der Ausgangssituation eine innovative Energieregion unter ökologischen, regionalwirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Aspekten zu entwickeln.

    Dabei bietet der neue Landkreis Görlitz aufgrund seiner unterschiedlichen Struktur in der Bevölkerungsdichte und Industrialisierung interessante Ansätze und Herausforderungen für die energetische Grundversorgung.

    Die Nachfrage nach leitungsgebundenen Energieträgern wie Strom, Gas und Fernwärme ist von folgenden Einflussfaktoren geprägt:

    - Entwicklung der Bevölkerungszahl und Besiedlungsdichte
    - Verbesserung der Energieeffizienz in Haushalten, Landwirtschaft und Gewerbe
    - mittelfristige Klimaveränderungen
    - Substitution leistungsgebundener Energieträger durch Biomasse und Solarenergie
    - Verteuerung der Endenergien Strom, Gas, Fernwärme und Heizöl.

    Für die regionale Versorgungswirtschaft führt das bis zum Jahr 2020 voraussichtlich zu einem durchschnittlich Nachfragerückgang im Bereich der Strom- und Gasversorgung um ca. 40%.

    Die Gewährleistung eines flächendeckenden Leitungsnetzes in der bestehenden Ausbaugröße verteuert die spezifischen Netzkosten erheblich.

    Demzufolge gilt es, über die Nutzung endogener Potenziale bei der Versorgung mit Wärme und Elektrizität neue Lösungen zu suchen. Das betrifft Überlegungen zur autar-ken Energieversorgung unter Nutzung aller örtlichen Energieressourcen, wie Biomasse, Solar- und Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme und einheimische fossile Brennstoffe.

    Im Unterschied zu den bereits bestehenden Lösungen sollte künftig in schwach besie-delten Räumen auf regionalwirtschaftliche Kreisläufe orientiert und regenerativ erzeugte Energie nicht "einfach eingespeist" werden. Betrachtet man beispielsweise die Zahlungsströme, die im Ergebnis der Studie ermittelt wurden, dann verlassen beachtliche Geldmengen die Region.

    Bei Strom und Heizung sind es aus

    Haushalten 215 Mio. € pro Jahr
    Gewerbe 100 Mio. € pro Jahr
    Industrie 143 Mio. € pro Jahr

    Allein bei den Haushalten entfallen ca. 25% des Geldstroms auf die Verteilungskosten (Netzkosten) und 40% auf Abgaben und Steuern. Daraus lässt sich leicht die "Kostenreserve" einer dezentralen Erzeugung erkennen. In der Studie werden dazu regionale Energiepotenziale analysiert und bewertet.

    Als Ergebnis wird sichtbar, dass es für die Zukunft realistisch und notwendig ist, ein eigenständiges regionales Energiekonzept zu entwickeln, das Beschäftigung schafft, Kaufkraft entwickelt und ökologisch nachhaltig wirkt.

    Kontakt:

    Prof. Dr. oec. Joachim Zielbauer
    Prorektor Forschung
    Hochschule Zittau/Görlitz
    Tel.: 03583 / 61 1396
    Email: j.zielbauer@hs-zigr.de

    Dr. Michael Schlitt
    Direktor
    Internationales Begegnungszentrum
    St. Marienthal
    Tel.: 035823/ 77230
    Email: schlitt@ibz-marienthal.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Wirtschaft
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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