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Wissenschaft
"Mehr Geometrie wagen". Was zunächst eine Variation der Worte Willy Brandts zu sein scheint, wurde tatsächlich vor mehr als 400 Jahren als Ratschlag eines hohen Beamten an seinen sächsischen Landesfürsten gegeben. In seinem Vortrag "Wissen und Wonne. Mathematische Instrumente zur Freude des Fürsten und zum Wohl des Landes" gibt Dr. Michael Korey, Staatliche Kunstsammlung Dresden, am Sonnabend, 14. Juni 2008, 11 Uhr im Audimax der Leibniz Universität Hannover, einen Einstieg in die Welt der mathematischen Instrumente einer früheren Epoche.
In der Tat war die Mathematik, wie Dr. Michael Korey in seinem Vortrag schildert, an manchen Fürstenhöfen der Frühen Neuzeit eine durchaus staatstragende Disziplin. Eine Beschäftigung mit mathematischen Themen und Instrumenten konnte aber nicht nur offensichtlich "nützlichen" Zwecken wie der Vermessung eines Territoriums oder dem Management von Geheimnissen, sondern auch dem Wissensdurst und repräsentativen Selbstverständnis der Herrscher dienen. Mathematik galt damals auch als "Lust" oder "Ergötzung", was heute vielleicht überrascht. Bei diesem Vortrag sind die Zuhörerinnen und Zuhörer also eingeladen, einen historischen "Lustgarten" der Mathematik zu betreten und darin zu wandeln.
Dr. Michael Korey studierte Mathematik, Physik und Altgriechisch in Princeton, Cambridge/England und Chicago. Nach seiner Promotion an der Universität Chicago und Lehrtätigkeit an der Universität Potsdam wechselte Dr. Korey zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Mathematisch- Physikalischer Salon. Dort ist er seit 2002 Konservator. 2006 gewann er die Preisförderung der American Association of Museums für eine internationale Partnerschaft mit dem Adler Planetarium, Chicago, zur Erforschung historischer Fernrohre und wissenschaftlicher Instrumente. Dr. Michael Korey war Kurator der Ausstellung "Die Geometrie der Macht. Die Macht der Geometrie. Mathematische Instrumente und fürstliche Mechanik um 1600" im Residenzschloss Dresden. Dr. Korey hat zur Ausstellung ein gleichnamiges Buch verfasst.
Weitere Vorträge:
Sonnabend, 12. Juli 2008
Prof. Peter Deuflhard, Zuse-Institut Berlin:
"Neue Mathematik für neue Medikamente"
Die Vorträge beginnen jeweils um 11 Uhr, Veranstaltungsort ist das Audimax der Leibniz Universität Hannover. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Elmar Schrohe vom Institut für Analysis unter Telefon +49 511 762 3515 oder per E-Mail unter schrohe@math.uni-hannover.de gern zur Verfügung.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Mathematik, Physik / Astronomie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
Deutsch

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