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18.06.2008 10:03

KULAkon - Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Verbundprojekt zur Konstituierung von Kulturlandschaften

Anja Petkov Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

    Kulturlandschaften, die der Mensch über Jahrhunderte geprägt und geformt hat, sind oft mit bestimmten Vorstellungen und Bedeutungen verbunden. In den vier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Einzelprojekten des Gesamtvorhabens "KULAkon - Konstituierung von Kulturlandschaften" wollen Forscher jetzt analysieren, welche gesellschaftlichen Prozesse zu der Bezeichnung von Räumen als Kulturlandschaften und zu landschaftlichen Kooperationsprozessen führen. Drei raumwissenschaftliche Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft sowie die Technische Universität Berlin beteiligen sich an dem auf drei Jahre angelegten Vorhaben. Die Wissenschaftler versprechen sich insbesondere durch die Zusammenschau von Ergebnissen aus den selbständigen Einzelprojekten neue Erkenntnisse über die gesellschaftliche Bedingtheit von Kulturlandschaften.

    Deutschland ist reich an attraktiven Landschaften: Der Mittelrhein mit seinen Burgen, der Schwarzwald mit den alten Bauernhäusern oder die weite Seenlandschaft Mecklenburgs sind nur einige Beispiele. Diese und andere Kulturlandschaften sind oft mit bestimmten Vorstellungen und Bedeutungen verbunden. In mehreren von der DFG geförderten Einzelprojekten im Rahmen des Vorhabens "KULAkon - Konstituierung von Kulturlandschaften" wollen Forscher herausfinden, welche gesellschaftlichen Prozesse dazu führen, dass wir von "Kulturlandschaften" sprechen und wie wir zu unterschiedlichen Bewertungen von Landschaften wie "schön", "schützenswert" oder "gestört" kommen. Untersucht werden soll darüber hinaus, wie Kulturlandschaften zum Ausgangspunkt regionaler Kooperationsprozesse werden.

    Die miteinander vernetzten KULAkon-Projekte entstanden auf Initiative dreier Leibniz-Institute: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden, Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig und Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) in Erkner. Vierter Projektpartner ist das Fachgebiet Landschaftsplanung am Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der TU Berlin. Geographen, Planer und Politikwissenschaftler aus diesen Einrichtungen werden sich in den kommenden drei Jahren mit verschiedenen Aspekten der Konstituierung von Kulturlandschaften aus-einandersetzen.

    In dem durch Dr. Markus Leibenath geleiteten IÖR-Projekt geht es um die Diskurse, die zur Konstituierung grenzüberschreitender Kulturlandschaften führen: Welche Akteure finden sich zu grenzüberschreitenden Kulturlandschaftskoalitionen zusammen und welche Interessen- und Machtstrukturen bilden sich dabei heraus? Prof. Dr. Heiderose Kilper und Ludger Gailing vom IRS beschäftigen sich mit den sektoralen Institutionensystemen, die für Steuerungsansätze im Umgang mit der Kulturlandschaft von Bedeutung sind, also z. B. den gesetzlichen Regelungen sowie den Wertungen und Bedeutungszuweisungen, die sie vermitteln. Dr. Sabine Tzschaschel und Dr. Monika Micheel vom IfL befassen sich mit der Frage, wie die Bevölkerung in ihrem Alltag die Kulturlandschaft wahrnimmt und symbolisch besetzt. Prof. Dr. Stefan Heiland von der TU Berlin untersucht, welche Vorstellungen von Kulturlandschaft in kommunalen Landschaftsplänen enthalten sind und ob diese Vorstellungen aktuellen Rahmenbedingungen der Landschaftsentwicklung gerecht werden.

    "Die Verknüpfung der verschiedenen Perspektiven lässt ein spannendes Gesamtvorhaben erwarten, das in den nächsten Jahren noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann", sagt Sabine Tzschaschel, Leiterin des Themenschwerpunkts Deutsche Landeskunde am Leibniz-Institut für Länderkunde. Die enge Vernetzung der Projekte soll durch eine gemeinsame organisatorische Struktur mit aufeinander abgestimmten regelmäßigen Projekttreffen und Workshops gewährleistet werden.

    IfL, IÖR und IRS gehören wie 79 andere außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung zur Leibniz-Gemeinschaft. Leibniz-Einrichtungen arbeiten interdisziplinär und betreiben überregional bedeutsame Forschung von gesamtstaatlichem Interesse. Sie werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. IfL, IÖR und IRS bilden gemeinsam mit der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) das 4R-Netzwerk, ein Zusammenschluss der raumwissenschaftlichen Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Weitere Informationen im Internet unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de und http://www.4r-netzwerk.de.

    Kontakt:
    Dr. Sabine Tzschaschel
    Abteilung Deutsche Landeskunde
    Leibniz-Institut für Länderkunde
    Tel: +49-0341-255-6545
    E-Mail: S_Tzschaschel@ifl-leipzig.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geowissenschaften, Gesellschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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