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Wissenschaft
In Vorträgen werden aktuelle Aspekte der Züchtungsforschung vorgestellt. Historischer Film beleuchtet Kartoffelkäferabwehr. Öffentliche Wanderausstellung zeigt noch bis zum 26. August die Bedeutung der Knolle für Welternährung.
(Quedlinburg) "Kartoffelwelt. Karriere einer Knolle" so lautet der Titel einer Wanderausstellung, die zum "Jahr der Kartoffel" durch Deutschland tourt. Da die Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) sich sowohl mit züchterischen Aspekten als auch mit Krankheiten der Knolle beschäftigen, lag es nahe, die Ausstellung am Hauptsitz des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen in Quedlinburg zu zeigen. Zur Eröffnung am Montag, dem 4. August 2008 um 13.00 Uhr, sind die Vertreter der Medien und die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.
Die Wanderausstellung, die die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) gemeinsam mit der peruanischen Botschaft entwickelt hat, rückt die Kartoffel und insbesondere ihre Bedeutung für die Entwicklungsländer in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. So wird auch der Botschafter der Republik Peru, Prof. Dr. Dr. Federico Kauffmann-Doig, ein Grußwort sprechen. Die Anden gelten als Wiege der Kartoffel.
Die Ausstellung informiert anschaulich über die Botanik der Kartoffelpflanze, den Anbau, die genetische Vielfalt und wie wichtig der aus Südamerika stammende Stärke- und Eiweißlieferant für die Sicherung der Ernährung weltweit ist. Replikate historischer Inkagefäße, eine Systematik der Kartoffelschädlinge oder innovative Verpackungsmaterialien aus Stärke vermitteln den Besuchern einen lebendigen Eindruck von der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Erdfrucht.
Dass auch Wissenschaftler und Züchter in Deutschland ihr Scherflein dazu beitragen, die genetische Vielfalt der Kartoffel zu erhalten, einheimische Kartoffelsorten an sich ändernde Klima-Bedingungen anzupassen bzw. sie vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen, zeigen die Vorträge, die zur Eröffnung präsentiert werden. Der Züchter Dr. Kartz von Kameke berichtet über Ziele der Kartoffelzüchtung in Deutschland. Anschließend berichten Wissenschaftler des JKI über das schwierige Unterfangen Sorten ausfindig zu machen, die gegen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule oder des Kartoffelkrebs resistent sind. Mittels historischer Filmaufnahmen reisen wir in die Zeit des Kartoffelkäferabwehrdienstes anno 1930.
Hintergrundinformation und Fakten zur Kartoffel:
Die Kartoffel ist weltweit das viertwichtigste Grundnahrungsmittel, gleich nach Weizen, Reis und Mais. Sie enthält viel Energie in Form von Stärke, dazu Vitamine - vor allem Vitamin C - und Mineralstoffe, in erster Linie Kalium. Das Kartoffeleiweiß, nach Stärke der zweitwichtigste Bestandteil der Knolle, ist so wertvoll wie kein anderes pflanzliches Protein. Diese inneren Werte machen die Kartoffel zu einem wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Deshalb haben die Vereinten Nationen das "Internationale Jahr der Kartoffel 2008" ausgerufen.
- in Südamerika gibt es etwa 200 Kartoffelwildarten
- weltweit werden auf 195.000 Quadratkilometern Kartoffeln angebaut
- größter Produzent ist China vor Russland und Indien
- es gibt weltweit 40.000 Kartoffelsorten
- in Deutschland wurden bis 2008 210 Sorten zugelassen
- Europäer verzehren 93 kg Kartoffeln pro Kopf und Jahr
Öffnungszeiten:
Die Ausstellung am Julius Kühn-Institut (Erwin-Baur-Straße 27, Quedlinburg) ist für Besucher geöffnet von Montag bis Freitag, 9.00 Uhr - 16.00 Uhr. Samstag und Sonntag 9.00 - 13.00 Uhr. Eintritt frei.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Tier / Land / Forst
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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