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Wissenschaft
Krupp-Stiftung fördert Internationalisierung der Hochschulen
Essen, 27. August 2008. - Die Humboldt-Universität zu Berlin richtet mit Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung eine Professur für die Archäologie Ostmitteleuropas ein. Damit entsteht Deutschlands erster Lehrstuhl für die international ausgerichtete archäologische Erforschung der Zeit von etwa 500 v. Chr. bis 1500 n. Chr. in Ostmitteleuropa, also den heutigen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn sowie dem Osten Deutschlands.
Neben sechs weiteren Hochschulen hatte sich die Humboldt-Universität um Mittel des Förderprogramms "Internationalität der Forschung" beworben. Sie erhält jetzt aus diesem Programm der Krupp-Stiftung eine Ergänzungsfinanzierung in Höhe von 1 Mio. €, die sie fünf Jahre lang für den Aufbau des neuen Lehrstuhls verwenden kann. Danach wird die Professur eigenständig von der Universität fortgeführt.
Der neue Stiftungslehrstuhl, für den in Kürze das Berufungsverfahren beginnen wird, soll den vielfältigen und dennoch gemeinsamen Geschichtsraum Ostmitteleuropas von der Frühgeschichte bis ins Mittelalter erforschen. Die kultur-, siedlungs- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklungen dieser zwei Jahrtausende wirken bis in die heutige Zeit und prägen das Selbstverständnis der ostmitteleuropäischen Nationen. Die Erforschung der Archäologie jener Zeit, so die Humboldt-Universität in ihrem Konzept für den neuen Lehrstuhl, "wirkt daher für die Völkerverständigung, indem sie die gemeinsamen frühgeschichtlichen Wurzeln Ostmitteleuropas nicht nur wissenschaftlich erforschen wird, sondern auch mit archäologischen Quellen und Objekten illustrieren kann". Die angestrebte internationale Vernetzung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Archäologen in den betroffenen Ländern werde zu einer ausgeglichenen Betrachtung historischer, kultureller und politischer Zusammenhänge beitragen.
Das Förderprogramm "Internationalität der Forschung" wurde im Jahr 2000 von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung eingerichtet. Es ist mit insgesamt 6 Mio. € ausgestattet und soll den Aufbau von insgesamt sechs Lehrstühlen aus den Geistes- oder Naturwissenschaften unterstützen. Die Fördermittel sollen dazu dienen, einen Lehrstuhl bei Neuberufung verstärkt international auszurichten.
Fördermittel wurden erstmals im Jahr 2002 der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn für die Einrichtung der "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für Genetische Medizin" zuerkannt. Im Jahr 2004 wurde die "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für Experimentalphysik" an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg eingerichtet. Zwei Jahre später folgte die "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für Alte Geschichte" an der Universität zu Köln.
Weitere Informationen:
Zum Förderprogramm "Internationalität der Forschung":
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Frau Dr. Cornelia Soetbeer
Tel. +49(0)201/ 188 4867
Zum Stiftungslehrstuhl "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für die Archäologie Ostmitteleuropas":
Humboldt-Universität zu Berlin
Herr Thomas Richter
Tel. +49(0)30/ 2093 2945
E-Mail: thomas.richter@uv.hu-berlin.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Bauwesen / Architektur, Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Religion
überregional
Forschungsprojekte, Studium und Lehre
Deutsch

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