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29.08.2008 11:50

FH Bingen wirbt mit Forschungsfahrzeugen um Studentennachwuchs - Kart-Projekt von Studenten für Schüler

Vera Hamm Öffentlichkeitsarbeit
Fachhochschule Bingen

    Mit Kart-Fahrzeugen will die Fachhochschule Bingen demnächst an Schulen der Region Furore machen und Schülerinnen und Schüler für ein technisches Studium gewinnen. Im September wird die aktuelle interdisziplinäre Entwicklungsgruppe aus angehenden Elektroingenieuren, Maschinenbauern und Wirtschaftsingenieuren beim Welt-Automobilingenieurkongress FISITA in München das Projekt vor internationalem Fachpublikum präsentieren.

    Im Labor für Automobilentwicklung der FH entstanden im Rahmen eines studentischen Forschungsprojektes in jahrelanger Teamarbeit zwei außergewöhnliche Forschungsfahrzeuge. Die Karts sind mit ABS, Differenzial, verstellbarer Feder-Dämpfung, Einzelradaufhängung und weiteren Einzelkomponenten ausgestattet und verfügen über unterschiedliche Antriebs- und Treibstoffsysteme. Kart1 fährt mit einem benzinbetriebenen Verbrennungsmotor, während das Kart der zweiten Generation mit zukunftsweisenden Brennstoffzellen und Elektromotoren betrieben wird. "Wir wollten in einem Studentenprojekt Exponate schaffen, mit denen wir Schüler für Technik begeistern können, gleichzeitig unsere Studenten in praxisnahe Abläufe der Produktentstehung einbinden sowie die Unterschiede zwischen aktivierten und deaktivierten Sicherheits- und Fahrwerkselementen begreifbar machen", beschreibt Laborleiter Professor Dr. Rüdiger Tiemann die Motivation zu dem Projekt "Von Studenten für Studenten und Schüler". Von der ersten Idee über die Entwicklung, Finanzierung, technische Umsetzung bis zum fertigen Prototypen bearbeiteten die semesterweise wechselnden Studententeams aufbauend auf dem Produktionsstand alle betriebswirtschaftlichen und technischen Fragen zur Produktentstehung. Schulen aus der Region sollen mit der FH Bingen Kontakt aufnehmen, wenn sie das Projekt und die Fahrzeuge vor Ort oder an der Hochschule kennen lernen möchten.

    Die Idee, Ausstellungsstücke für praxisbezogenes Studieren zu schaffen, ist nicht neu und wird durch den "Didaktikverbund T.E.A.M doe mee" in Bocholt ideell und finanziell unterstützt. Doch bis zum jetzigen Erfolg war es für Dr. Tiemann und die Projektgruppen ein langer Weg. 2003 begann die erste 13-köpfige Studentengruppe mit der Planung und nach vielen Tests, Entscheidungen und auch Hürden lief 2006 die Bauphase der ersten benzinbetriebenen Kart-Generation an. Dann begann gleichzeitig die Konstruktion von Kart2 mit Brennstoffzelle und Elektroantrieb. Besonders schwierig waren die Planung der größeren Komponenten wegen des höheren Gewichts und Platzbedarfs sowie die Beschaffung des kleinen Differenzials, der Bremsanlagen und Elektromotoren. "Jeder Sonderwunsch ist kostspielig, deshalb wurde sehr lange konstruiert und recherchiert, bis wir uns für die jeweilige Lösung entschieden hatten", berichtet Student Florian Klöckner vom Kart-Team. Ein permanentes Problem jedoch sei die Finanzierung der Fahrzeugteile gewesen, die zum Teil als Einzelanfertigung teuer erworben wurden, erinnert sich Dr. Tiemann. Schritt für Schritt arbeiteten die Studenten die Entwicklungsphasen ab, bis im Dezember 2007 die erste Probefahrt auf FH-Gelände für die Arbeit belohnte. 70 Stundenkilometer erreicht Kart1 mit seinem elf kW-starken Motor und Kart2 wird nach den Berechnungen 50 Kilometer in der Stunde fahren, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind. In die Zukunft gerichtet haben die Binger Ingenieure bereits ein vollelektrisch betriebenes Kart im Visier. Am 6. September wird Kart1 in Frankfurt in der VDI-Gemeinschaftsveranstaltung "Arena frei für kluge Köpfe" (www.arena-frei.de) vor Lehrern und Schülern zum ersten Mal öffentlich vorgestellt.
    Weitere Informationen und Kontakt: Prof. Dr. Rüdiger Tiemann, Tel. 06721/409 230, tiemann@fh-bingen.de.

    Technische Details zu Kart1
    Motor: Einzylinder, 4-Takt
    Leistung: 11 kW
    Max. Drehzahl: 7100 U/min
    Max. Drehmoment: 12,9 Nm
    Bremsen: Scheibenbremsen
    Radstand: 1052 mm
    Gesamtlänge: ~1350 mm
    Gesamtbreite: ~1100 mm
    Gewicht: 150 kg
    Achslastverteilung: 40/60
    Bodenfreiheit: 40 mm
    Federweg: 60 mm (± 30 mm)
    Vmax: 70 km/h


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Maschinenbau
    regional
    Forschungsprojekte, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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