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Um die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Mitglieder in den Prüfungs- und Aufgabenerstellungsausschüssen zu unterstützen, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) einen "Werkzeugkasten" entwickelt, der die Erstellung von handlungsorientierten, d.h. an realen Arbeitsprozessen der beruflichen Praxis ausgerichteten Aufgaben für die Abschlussprüfung erleichtern soll. Der "Werkzeugkasten" - eine internetgestützte Anwendung - umfasst einen Kriterienkatalog zur Beurteilung unterschiedlicher Aspekte von Handlungsorientierung, praxisnahe Beispielaufgaben und ein Diskussionsforum für Expertinnen und Experten. "Mit diesem 'Werkzeugkasten' geben wir allen, die sich mit Prüfungen und der Erstellung von Prüfungsaufgaben befassen, ein konkretes Instrumentarium an die Hand, um die Abschlussprüfungen noch qualifizierter und praxisnäher zu gestalten", sagte BIBB-Präsident Manfred Kremer aus Anlass der Eröffnung der Fachtagung "Handlungsorientierte Prüfungsaufgaben - aber wie?" am Mittwoch in Bonn.
Jugendliche sollen schon während ihrer Ausbildung eine qualifizierte berufliche Tätigkeit ausüben und lernen, Aufträge selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Diese berufliche Handlungskompetenz sollen sie auch in ihrer Abschlussprüfung möglichst realitätsnah nachweisen. "Qualitativ hochwertige, handlungsorientierte Prüfungen sind daher ein wichtiges Element, um die Qualität der Ausbildung zu gewährleisten", so Manfred Kremer. Das BIBB hat die Anwendbarkeit, Handhabbarkeit und Verständlichkeit des "Werkzeugkastens" in Zusammenarbeit mit Mitgliedern aus Prüfungsausschüssen, Kammern und Sozialpartnern diskutiert und überprüft.
Manfred Kremer betonte, dass "die Erkenntnisse aus der Evaluation des zunächst nur für die kaufmännischen Berufe entwickelten 'Werkzeugkastens' auch auf andere Berufe, zum Beispiel aus dem gewerblich-technischen oder dem Medienbereich, übertragbar und verallgemeinerbar" seien. Hierzu werde das BIBB weitere Forschungsarbeiten durchführen. Der "Werkzeugkasten" trage dazu bei, den Wert der Abschlussprüfung als Qualitätstest für die Ausbildung in Deutschland zu festigen. "Je besser dies gelingt, umso besser sind auch die Chancen der jungen Menschen beim Einstieg in Beschäftigung und damit auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe", so der BIBB-Präsident. Die Jugendlichen erwarteten eine praxisnahe, gute Ausbildung, und die Wirtschaft benötige gut ausgebildete Fachkräfte.
Zur Fachtagung des BIBB in Bonn sind rund 100 Expertinnen und Experten aus der beruflichen Ausbildungspraxis sowie aus Prüfungsausschüssen zusammengekommen, um sich mit dem vom BIBB entwickelten "Werkzeugkasten" vertraut zu machen. Ziel ist es, den "Werkzeugkasten" einer breiteren Fachöffentlichkeit vorzustellen und ein Netzwerk für Expertinnen und Experten zu schaffen, in dem eine Diskussion über die Gestaltung handlungsorientierter Prüfungsaufgaben geführt werden kann.
Die Ergebnisse der Fachtagung werden in Kürze im Internetangebot des BIBB dokumentiert und der Zugang zum "Werkzeugkasten" unter http://www.bibb.de/werkzeugkasten freigeschaltet.
Inhaltliche Auskünfte erteilen:
Rainer Brötz; Tel.: 0228 / 107-2421; E-Mail: broetz@bibb.de
Henrik Schwarz; Tel.: 0228 / 107-2426; E-Mail: schwarz@bibb.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
überregional
Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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