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22.09.2008 16:17

"Justitia ist eine Frau"

Jens Panse Pressestelle
Universität Erfurt

    Wanderausstellung in der Universitätsbibliothek führt durch 23.000 Jahre Gerechtigkeitsgeschichte

    Stolz und mutig steht sie da, das Schwert in der rechten, die Waagschale in der linken Hand, die Augen verbunden: Justitia, Sinnbild der Gerechtigkeit. Warum aber ist Justitia eine Frau? Sind Frauen am Ende die gerechteren Menschen? Antwort auf diese und weitere Fragen gibt die Wanderausstellung "Füllhorn, Waage, Schwert - Justitia ist eine Frau", die vom 23. September bis 6. Oktober 2008 zu Gast in der Universitätsbibliothek Erfurt ist.

    Der Deutsche Juristinnenbund e.V. und die Universität Erfurt laden anlässlich des 67. Deutschen Juristentages zur Ausstellungseröffnung am 25. September 2008, um 19.00 Uhr in die Räume der Universitätsbibliothek Erfurt ein. Die Vizepräsidentin Prof. Dr. Myriam Wijlens, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Erfurt, wird die Gäste begrüßen und die Wanderausstellung feierlich eröffnen.

    Die Ausstellung führt durch 23.000 Jahre Gerechtigkeitsgeschichte aus Sicht der Frauen. Dieser frauengeschichtliche Blick eröffnet überraschende Einsichten, neue Fragen und anregende Diskussionen. Idee und Konzept der Justitia-Ausstellung stammen von Dr. Barbara Degen, Juristin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Haus der Frauengeschichte e.V." (HdFG). Unter der wissenschaftlichen Leitung der Bonner Frauenhistorikerin Prof. Dr. Annette Kuhn, Vorsitzende des HdFG e.V., wirft Degen einen eigenen Blick in die Räume der Gerechtigkeit - von matriarchalen Zeiten über die ägyptische Gerechtigkeitsgöttin Ma?at und die griechischen Göttinnen Themis, Demeter und Athene. Sie zeigt Kaiserinnen wie Livia und Theodora und fragt nach der Beziehung zwischen Muttergöttinnen und Maria und deren Rolle in dem jeweiligen historischen Gerechtigkeitsdiskurs. Außerdem würdigt sie das Wirken der großen Gerechtigkeitsdenkerinnen in der Geschichte wie Hildegard von Bingen, Christine de Pizan, Olympe de Gouges, Flora Tristan und Hedwig Dohm. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem Unrechtssystem des Faschismus und den Gerechtigkeitshoffnungen der Gegenwart.

    Zu allen historischen Zeiten erschienen in der Kunstgeschichte, an öffentlichen Plätzen, in und an Gerichtsstätten und in Weisheitstexten weibliche Verkörperungen von Gerechtigkeit. Was verbindet die Frauen des 21. Jahrhunderts mit denen aus anderen Zeiten, wie sehen Frauen heute Gerechtigkeit, wie haben Frauen damals Gerechtigkeit empfunden und gelebt? Diese Frage war der Anlass für Barbara Degen, sich mit den historischen Frauengestalten der Gerechtigkeitsgeschichte zu beschäftigen und ihnen den Raum zu geben, der ihnen gebührt. Ihr Fazit am Ende der Suche: "Die zwölf Tafeln der Ausstellung zeigen, dass selbst in den tyrannischen Zeiten unserer Geschichte, z.B. während der Hexenverfolgungen und im Faschismus, die Sehnsucht und die Hoffnung auf eine friedliche, gewaltfreie und liebevolle Welt nie verschwunden ist. Wir brauchen diese Hoffnung, ebenso wie wir alle Fähigkeiten der Frauen in der Politik und ihre Mütterlichkeit brauchen. Und wir hoffen auf eine Welt, in der diese Mütterlichkeit auch für mehr Männer zu einer erstrebenswerten Eigenschaft wird."

    Zur Ausstellungseröffnung am 25. September sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist bis zum 6. Oktober 2008, Montag bis Freitag in der Zeit von 10-17 Uhr in der Universitätsbibliothek in der Nordhäuser Straße 63 zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.


    Weitere Informationen:

    http://www.justitia-ausstellung.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Recht
    regional
    Organisatorisches, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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