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Wissenschaft
Fünf Jahre Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien
Wissenschaftlich begründete Empfehlungen stellen Entscheidungen zur medizinischen Versorgung chronisch kranker Patienten auf eine rationale Basis. Sie tragen außerdem zur Verbesserung der Qualität der Versorgung bei und helfen, Mittel genau dort einzusetzen, wo sie sinnvoll sind. Diese Empfehlungen sind Bestandteil von Nationalen VersorgungsLeitlinien. Sie beschreiben, was wirklich wirkt und zwar von der Prävention chronischer Erkrankungen bis hin zur Nachbehandlung. Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien besteht im September 2008 fünf Jahre. Seither haben 52 Experten von insgesamt 20 wissenschaftlichen und medizinischen Fachgesellschaften fünf VersorgungsLeitlinien erarbeitet. In Zusammenarbeit mit Vertretern der Patientenselbsthilfe werden diese Leitlinien in eine laienverständliche Sprache übersetzt. Bisher gibt es vier solcher Patientenleitlinien.
Jeder Patient wünscht sich eine gute medizinische Versorgung auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Dabei kommt es auch auf ein funktionierendes Zusammenspiel der beteiligten Ärzte aus unterschiedlichen Fächern und Versorgungsbereichen an. Wie beides optimal umgesetzt werden kann, beschreiben die wissenschaftlich begründeten Nationalen VersorgungsLeitlinien. Sie sind damit auch eine Grundlage für strukturierte Behandlungsprogramme in Deutschland, die so genannten Disease Management Programme.
Im Jahr 2003 startete die Bundesärztekammer das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin wurde mit der Durchführung beauftragt. Die Patientenleitlinien werden mit Unterstützung des Patientenforums erstellt. Bisher gibt es Nationale VersorgungsLeitlinien zu den Themen Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, chronische koronare Herzkrankheit sowie Fuß- und Netzhautkomplikationen bei Typ-2-Diabetes. Fünf weitere Themen: Herzinsuffizienz, Depression, diabetische Nephropathie, diabetische Neuropathie und Schulung bei Typ-2-Diabetes werden derzeit bearbeitet. Für Patienten gibt es bisher laienverständliche Versionen dieser Leitlinien für Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, chronische koronare Herzkrankheit sowie Fußkomplikationen bei Typ-2-Diabetes.
Die Grundlage für jede neue Nationale VersorgungsLeitlinie sind bereits bestehende evidenzbasierte Leitlinien und das Erfahrungswissen der Experten der beteiligten Fachgesellschaften. Seit 2006 sind auch Vertreter der Patientenselbsthilfe Mitglied in diesen Expertenteams. Nationale VersorgungsLeitlinien gehören derzeit zu den meist beachteten Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Sie sind im Internet frei zugänglich verfügbar. Seit dem Start des Programms wurden sie rund 430.000 Mal abgerufen.
Für die nächsten fünf Jahre haben sich die Verantwortlichen des Programms vorgenommen, neben der Entwicklung weiterer Leitlinien und Patientenleitlinien auch deren Anwenderfreundlichkeit zu verbessern. "Nationale VersorgungsLeitlinien sollen keine Art Lehrbuch sein, das im Bücherschrank steht, sondern eine handhabbare Entscheidungshilfe auf dem Schreibtisch des Arztes." sagt Professor Ollenschläger, der Leiter des ÄZQ. Auch in der medizinischen Aus- und Weiterbildung sollen Leitlinien künftig verstärkt eingesetzt werden.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. Günter Ollenschläger
Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin
Dr. Susanne Weinbrenner
Leiterin des Bereiches Evidenzbasierte Medizin und Leitlinien
Wegelystraße 3 / Herbert-Lewin-Platz
10623 Berlin
Telefon: 030 4005-2501
Fax: 030 4005-2555
Email: mail@azq.de
http://www.versorgungsleitlinien.de - alle VersorgungsLeitlinien und PatientenLeitlinien
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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