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Der Mukoviszidose e.V. stellt Fördergelder in Höhe von 138.750 Euro für ein Projekt des Frankfurter Universitätsklinikums bereit. Ziel ist die Entwicklung einer neuen Antibiotika-Wirkstoffkombination zur Behandlung von Infektionskrankheiten.
Mukoviszidose, auch Cystische Fibrose (CF) genannt, ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung in Europa. Eins von 2000 Neugeborenen ist von der Krankheit betroffen. Statistisch gesehen ist etwa jeder 25. Bundesbürger, also ca. 4 Millionen Deutsche, Merkmalsträger der tückischen Erbkrankheit (Quelle: www.mukoviszidose.de) und kann den Gendefekt an seine Kinder weitergeben, auch wenn er selbst gesund ist. Die Mukoviszidose betrifft vor allem die Atemwege und den Magen-Darm-Trakt. Ein gestörter Salz- und Wasserhaushalt erzeugt zähflüssigen Schleim in allen Körperdrüsen, der die Ausführungsgänge der Drüsen verstopft, zu Infektionen und schließlich zum Funktionsverlust der Organe führt. Der Schleim bietet in dieser Lage einen idealen Nährboden für die bakteriellen Infektionserreger, welche Entzündungen herbeiführen und langfristig das Gewebe schädigen und zerstören. Bis heute ist Mukoviszidose unheilbar und endet tödlich. Dank verbesserter Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten stieg die Lebenserwartung von Patienten in den letzten Jahren jedoch stark an. Infektionskrankheiten, insbesondere bakterielle Infektionen der Lunge, beeinträchtigen jedoch weiterhin maßgeblich die Lebensqualität von CF-Patienten.
Am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Klinikums der J.W. Goethe-Universität Frankfurt a.M. wird unter der Leitung von PD Dr. Dr. Thomas A. Wichelhaus in den nächsten zweieinhalb Jahren ein neuer antiinfektiver Wirkstoff erforscht und seine in-vitro- und in-vivo-Aktivität gegen bakterielle Krankheitserreger evaluiert.
Die Bereitstellung neuer Antiinfektiva hat vor dem Hintergrund zunehmender Antibiotika-Resistenzen einen besonderen Stellenwert für die klinische Praxis und insbesondere für die infektiologische Betreuung von Patienten mit Mukoviszidose. CF-relevante bakterielle Infektionserreger zeichnen sich häufig durch eine ausgeprägte Antibiotikaresistenz aus, zeigen die Fähigkeit Bakterien schützende Biofilme auszubilden und können als widerstandsfähige Bakterien-Varianten, so genannten "small colony variants" (SCVs), den Infektionsprozess aufrechterhalten. Die Erreger entziehen sich auf diese Weise häufig der Keim abtötenden Wirkung von Folsäureantagonisten, in der klinischen Praxis häufig gebräuchlichen Antibiotika, indem sie Thymidin aufnehmen, das in diversen Körpersekreten nachweisbar ist. Erste Resultate des Projektleiters PD Dr. Dr. Thomas A. Wichelhaus deuten darauf hin, dass durch eine Blockade der bakteriellen Thymidinaufnahme die Wirkung des Antibiotikums wiederhergestellt werden kann. Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung einer antiinfektiven Wirkstoffkombination, die sowohl aus einem Folsäureantagonist als auch aus einem Thymidinaufnahme-Blocker besteht, um optimierte Therapiestrategien bei der Behandlung von Infektionskrankheiten, insbesondere bakterielle Lungeninfektionen, zu ermöglichen.
Frankfurt am Main, 26. September 2008
Für weitere Informationen:
PD Dr. Dr. Thomas A. Wichelhaus
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 6301- 64 38
E-Mail Wichelhaus@em.uni-frankfurt.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet www.kgu.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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