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Wissenschaft
Nr. 306
AUDIS: Elektrotechniker verbessern Hörgeräte
Bessere Sprachverständlichkeit auch unter ungünstigen Bedingungen, hochwertige Musikübertragung und weniger Rückkopplungseffekte sind die wichtigsten Herausforderungen an neue Hörgeräte und Cochlea-Implantate, die bei Menschen mit Hörverlust den aufgenommenen Schall elektrisch an den Hörnerv übermitteln. Die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen lernen zehn Doktoranden und vier Postdoktoranden im neuen "Marie-Curie Initial Training Network" AUDIS - Digital Signal Processing in Audiology, das ab 1. Oktober 2008 im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert wird.
Koordinator ist Prof. Dr.-Ing. Rainer Martin, Leiter des Instituts für Kommunikationsakustik der Ruhr-Universität.
Hörgeräte: Immer komplizierter
Da moderne Hörgeräte über eine stetig steigende Anzahl von Komponenten und Funktionen verfügen, wird sowohl der Entwurf von Signalverarbeitungsalgorithmen und Anregungsstrategien (bei Cochlea-Implantaten) als auch die Erforschung der Interaktionseffekte zwischen den Komponenten und Algorithmen immer wichtiger. Mit genau dieser Problematik beschäftigt sich das strukturierte Graduierten- und Postgraduiertenprogramm AUDIS. Als Teil des vierjährigen EU-Projektes werden innovative Forschungsansätze in der Digitalen Signalverarbeitung und Audiologie gefördert sowie die Entwicklung von Algorithmen und Signalverarbeitungssystemen für die nächste Hörgeräte- und Cochlea-Implantat-Generation erforscht.
Nutzerwünsche werden berücksichtigt
Integraler Bestandteil von AUDIS ist die Ausbildung exzellenter Nachwuchswissenschaftler, die in einem auf Interdisziplinarität und Internationalität ausgerichteten Ausbildungsprogramm auf diese anspruchsvolle Aufgabe in Forschung und Industrie optimal vorbereitet werden. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Vermittlung von Kenntnissen über die Bedürfnisse der Hörgerätebenutzer. "Nur unter Berücksichtigung der Anwenderwünsche können wir die Hörgerätetechnik zielgerichtet weiter entwickeln", so Prof. Martin.
Vier Universitäten und zwei Industriepartner
Das Initial Training Network verbindet die vier Universitäten Ruhr-Universität Bochum, K.U. Leuven, Institute of Sound and Vibration Research an der University of Southampton und KTH Stockholm und zwei Industriepartner (Siemens Audiologische Technik GmbH und Cochlear Europe in Belgien). Weiterhin sind das Royal National Institute for Deaf People (U.K.), das Universitätsspital der ETH Zürich und die Cambridge University (U.K.) dem Projekt in beratender Funktion angeschlossen.
Marie Curie Initial Training Networks
In Marie Curie Initial Training Networks fördert die Europäische Kommission im 7. Forschungsrahmenprogramm die strukturierte Ausbildung von Doktoranden und Postdoktoranden an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Kern des für vier Jahre finanzierten internationalen Ausbildungsnetzwerkes ist ein detailliertes Trainingsprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs, das neben der Durchführung eines Doktorandenprojektes auch weiterführende Trainingskurse sowie das Erlernen von Zusatzqualifikationen beinhalten muss.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Rainer Martin, Institut für Kommunikationsakustik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22495, E-Mail: rainer.martin@rub.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Elektrotechnik, Medizin
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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