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02.10.2008 10:19

RUBIN 2/2008: Venenzentrum empfiehlt "Wenn möglich, Venen erhalten"

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Nr. 307

    Eine zweite Haut für Venen
    "Innerer Kompressionsstrumpf" optimiert Operationsverfahren

    Hauchdünn und elastisch, aber dennoch stützend wie ein Kompressionsstrumpf schmiegt sich ein neues Material um bindegewebsschwache Venen und hält sie in Form. VenoPatch - so der Produktname der flexiblen Hülle - entstand durch beispielhaften Wissenstransfer aus der Universität in die Industrie: In enger Kooperation mit Venenspezialisten um Prof. Dr. Achim Mumme (Venenzentrum der Klinik für Dermatologie und Klinik für Gefäßchirurgie der Ruhr Universität) entwickelte die Firma Aesculap, Tuttlingen, einen speziellen Kunststoff für das Bochumer Venen erhaltende Operationsverfahren.

    Das flexible Material vereinfacht den Eingriff, so dass einem breiten routinemäßigen Einsatz nun nichts mehr im Wege steht.

    Beitrag mit Bildern im Netz

    Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie im Internet unter http://www.rub.de/rubin

    Operationstechnik: Mit Perfektion und "Material-Gefühl"

    In langjähriger Entwicklungsarbeit haben Bochumer Phlebologen nicht nur eine Venen erhaltende Therapie (Valvuloplastie) zur Perfektion gebracht, sondern auch ein besonderes Gefühl für das verwendete Material entwickelt. Daraus haben sie die "Kriterien für den optimalen Kunststoffmantel" abgeleitet. Mit diesem Wissen konnte der deutsche Medizinprodukthersteller Aesculap, in enger Kooperation mit den Bochumer Medizinern aus einem speziellen Polyurethan eine Manschette entwickeln, die alle Materialansprüche erfüllt und die Anpassung an die Vene vereinfacht.

    Klappen-Korrektur gegen Krampfadern

    Krampfadern sind weit mehr als ein kosmetisches Problem: Wenn die Venenklappen nicht mehr schließen, versackt Blut in die Unterschenkel und kann dort Stauungssymptome, Thrombosen oder sogar offene Beine hervorrufen. Das Bochumer Operationsverfahren beruht auf der Reparatur der defekten Venenklappen, die in der aufgeweiteten Vene nicht mehr schließen können. Über einen kleinen Schnitt in der Leistenregion wird die "ausgeleierte" Vene freigelegt, mit dem Kunststoffmantel umhüllt und auf den normalen Durchmesser gebracht. Damit bekommen die in der Vene befindlichen Klappen wieder Kontakt und können die Verschlussfunktion weiter ausüben. Nach Korrektur der Klappen an der Einmündungsstelle der Vena saphena magna in die Oberschenkelvene (Vena femoralis) kann sich auch die Krampfader wieder normalisieren.

    Venen: Erhalten - stilllegen - herausoperieren

    Die Krampfadertherapie zielt herkömmlich darauf ab, krankhaft veränderte Venen stillzulegen (zu veröden) oder herauszuoperieren (strippen). Damit entfernt der Operateur quasi das Fallrohr, in dem "verbrauchtes" Blut stehen bleibt und beseitigt so die Stauung. Die Schattenseite dieser Therapiemethode ist, dass Venenmaterial verloren geht, auf das bei Gefäßverschluss am Herzen oder anderen Organen zurückgegriffen werden muss. Gerade bei gefährdeten Patienten, etwa Diabetikern, Patienten mit Bluthochdruck oder Rauchern sollte daher die große Stammvene (Vena saphena magna) erhalten bleiben, sie könnte einmal lebensrettend sein.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Achim Mumme, Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/8792377, E-Mail: Achim.Mumme@rub.de


    Weitere Informationen:

    http://www.rub.de/rubin - RUBIN im Netz


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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