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07.10.2008 12:52

RUBIN 2/2008: Wenn die Brücke unter den Füßen schwingt

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Nr. 314

    RUB-Doktorand untersucht, wie Schritte Schaukeln auslösen

    Es kann einem schon mulmig werden beim Gang über die "Erzbahnschwinge" im Bochumer Westpark. Denn beschwingt ist hier nicht nur die elegante Optik, sondern die ganze Brücke. Und im Gegensatz zur landläufigen Überzeugung, das sei wohl normal und richtig so, sollte das eben eigentlich nicht so sein. Das Problem: Niemand weiß wirklich, welche Last Schritte auf Brücken ausüben, daher kann auch kein Ingenieur diese Lasten bei der Planung einkalkulieren. RUB-Ingenieur Ceyhun Sahnaci schickte nun Hunderte Läufer über einen hochsensiblen Laufsteg, um das komplexe Belastungsprofil zu untersuchen.

    Ziel ist es, Ingenieuren künftig Daten an die Hand zu geben, die sie bei der Planung von Fußgängerbrücken berücksichtigen können. Über das Projekt berichtet RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.

    Beitrag mit Bildern im Internet

    Den gesamten Beitrag mit Bildern finden Sie im Internet unter
    http://www.rub.de/rubin

    Für die Forschung auf den Laufsteg

    Schon ein einzelner Jogger kann so manche Brücke ins Schwingen bringen, denn liegt die Eigenfrequenz der Brücke nahe der Schrittfrequenz, "antwortet" die Brücke und schaukelt sich auf. Das im Vorfeld vermeiden kann nur, wer die genaue Belastung durch die Schritte kennt. Ceyhun Sahnaci (Forschungsteam EKIB - Entwurfsgrundlagen im Konstruktiven Ingenieurbau der RUB) ließ daher sowohl "Spaziergänger" als auch trainierte Marathonläufer je mehrmals über einen 28 Meter langen hölzernen Laufsteg gehen oder laufen. Der Steg, ausgestattet mit 16 hochsensiblen Kraftsensoren, lieferte exakte Belastungsdaten und zeigte zum Beispiel, dass im Moment des Auftretens nahezu das Doppelte des Körpergewichts eines Gehers auf den Boden wirkt. Das Belastungsprofil trainierter Läufer stellte sich als deutlich anders heraus als das untrainierter: Marathonläufer belasten beide Beine viel gleichmäßiger, denn das verhindert vorzeitige Ermüdung.

    Software simuliert Brückenbenutzung

    Die gesammelten Daten fließen in eine Software ein, mit der Ingenieure typische Belastungssituationen an ihren geplanten Brücken im Vorfeld simulieren können. So können sie ihre Planungen noch vor dem Bau der Brücke nachbessern. Zurzeit werden fertige Brücken, die sich bei der Benutzung als schaukelanfällig herausstellen, mit gefederten Gewichten nachgerüstet, die Schwingungen entgegenwirken.

    Weitere Informationen

    Ceyhun Sahnaci, Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Tel.: 0234/32-22739; E-Mail: Ceyhun.Sahnaci@rub.de


    Weitere Informationen:

    http://www.rub.de/rubin - Beitrag mit Bildern im Netz


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Bauwesen / Architektur
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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