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09.10.2008 11:10

Schmerz stört das Denken und Erinnern

Meike Drießen Pressestelle
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)

    Deutscher Schmerzkongress Berlin, 9. Oktober 2008
    Förderpreis für Schmerzforschung an Hamburger Forscher verliehen

    Akuter und chronischer Schmerz behindern nachweislich das Denken und das Erinnerungsvermögen. Das konnten Hamburger Forscher jetzt mit der funktionellen Kernspintomographie nachweisen. Schmerzreize stören demnach die Verarbeitung anderer, z.B. visueller Reize im Gehirn.

    Für ihre Studie wurden die Wissenschaftler um Dr. Ulrike Bingel und Dr. Michael Rose beim Deutschen Schmerzkongress in Berlin mit dem mit 1.750 Euro dotierten zweiten Preis der Kategorie Grundlagenforschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2008 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

    Das Gehirn bei der Arbeit beobachten

    Dass Schmerz die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, liegt nahe und ist aus dem klinischen Alltag und Verhaltensstudien bekannt. Die neuronalen Mechanismen dieser Störwirkung waren jedoch bisher ungeklärt. Um sie zu untersuchen, konfrontierten die Hamburger Forscher Versuchspersonen mit verschiedenen Bildern, während sie die Gehirnaktivität mit der funktionellen Kernspintomographie beobachteten. Da aktive Hirnbereiche stärker durchblutet sind, lassen sie sich in der Kernspintomographie bildlich darstellen.

    Der Schmerz drängt sich vor

    Mit Hilfe eines Lasers, verabreichten die Forscher den Probanden kurze Hitzeschmerzreize auf den linken Handrücken. Während das Gehirn mit der Verarbeitung dieser Schmerzreize beschäftigt war, war die Verarbeitung der visuellen Reize deutlich gehemmt. Folglich konnten sich die Versuchspersonen später auch schlechter an die Bilder erinnern, die sie während des Schmerzes gesehen hatten. Den Medizinern gelang es auch, die Quelle der Störwirkung im Gehirn ausfindig zu machen. Ein Teil des Schmerzsystems selbst ist es, das die Verarbeitung visueller Reize in der Sehrinde beeinträchtigt. Dieser Mechanismus unterscheidet sich wesentlich von anderen aufmerksamkeitsbedingten Einflüssen, die die Arbeit der Sehrinde beeinflussen.

    Titelaufnahme

    Die preisgekrönte Arbeit ist erschienen in Neuron: Ulrike Bingel, Michael Rose, Jan Gläscher, Christian Büchel: fMRI Reveals How Pain Modulates Visual Object Processing in the Ventral Visual Stream. In: Neuron, 55, 157-167, DOI 10.1016/j.neuron.2007.05.032

    Ansprechpartner

    Dr. Ulrike Bingel, Neurologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, Tel. 040/42803-9962, E-Mail: bingel@uke.uni-hamburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Personalia
    Deutsch


     

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