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Wissenschaft
Neue Erkenntnisse zur Entstehung der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie
(Frankfurt am Main, 10. Oktober 2008) Der mit 15.000 Euro dotierte August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis der Deutschen Stiftung für Herzforschung 2008 geht an Dr. med. Holger Nef von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Der Wissenschaftler erhält die Auszeichnung für seine Forschungsarbeit "Tako-Tsubo-Kardiomyopathie: Extremer Stress kann zu einer Störung des Calcium-Haushaltes in der Herzmuskelzelle führen". Die Preisverleihung fand am 10. Oktober 2008 auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung in Hamburg statt.
Bei der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie handelt es sich um eine akut auftretende und oft schwere, aber reversible Funktionsstörung des Herzmuskels. Sie tritt vor allem bei älteren Frauen und nach starkem emotionalem oder körperlichem Stress auf, weshalb man sie auch als Stress-Kardiomyopathie oder "Syndrom des gebrochenen Herzens" bezeichnet. Beschwerden wie Brustschmerz und Atemnot ähneln denen eines Herzinfarkts, ohne dass eine Herzkranzgefäß-Verengung nachweisbar wäre. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bislang unklar, wahrscheinlich spielt jedoch eine übermäßige Ausschüttung von Stresshormonen (Katecholaminen) eine zentrale Rolle.
Gestörter Calcium-Haushalt im Herzmuskel
Erstmals konnten die Untersuchungen von Dr. Holger Nef und Kollegen zeigen, dass sich die akute Funktionseinschränkung des Herzmuskels möglicherweise auf eine Störung des Calcium-Haushalts in der Herzmuskelzelle zurückführen lässt. So ergab die Analyse von Gewebeproben erkrankter Patientinnen sowohl eine veränderte Bildung als auch eine veränderte Aktivierung wichtiger Proteine, die den Calcium-Stoffwechsel im Herzen regulieren. Insbesondere wurde in der linken Herzkammer das Protein Sarcolipin nachgewiesen, das dort normalerweise nur in äußerst geringen Mengen vorkommt. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass Sarcolipin - zusammen mit anderen Proteinen - den Calcium-Haushalt der Herzmuskelzelle während der Akutphase der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie empfindlich stören kann. "Die durch die Forschungsarbeit von Dr. Holger Nef gewonnenen Erkenntnisse", so Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, "tragen entscheidend dazu bei, das Phänomen der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie besser zu verstehen und weiter aufzuklären, um daraus möglicherweise auch Konsequenzen für eine erfolgreiche Behandlung dieser Erkrankung zu ziehen."
Der August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis wird alljährlich von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislaufforschung verliehen. Als Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung fördert die DSHF Projekte von hohem wissenschaftlichem Niveau in der klinischen Forschung und Grundlagenforschung.
18/2008
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: koenig@herzstiftung.de
http://www.herzstiftung.de
http://www.dshf.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Personalia
Deutsch

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