idw - Informationsdienst
Wissenschaft
32. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und 19. Jahrestagung der Arbeitsgruppe Herzschrittmacher und Arrhythmie (9.-11. 10. 2008, Hamburg)
(Hamburg, 11. Oktober 2008) Nicht billig, aber wirksam - so etwa lassen sich Berechnungen zur Kosteneffizienz der gegen den plötzlichen Herztod eingesetzten Implantierbaren Kardioverter Defibrillatoren (ICD) zusammenfassen, die auf dem Kardiologen-Kongress in Hamburg vorgestellt wurden. "In zahlreichen Studien mit Tausenden Patienten hat sich gezeigt, dass ICDs die Sterblichkeit in Folge des plötzlichen Herztodes um etwa 30 bis 50 Prozent senken", berichtet Prof. Johannes Sperzel (Bad Nauheim). Pro gewonnenem Lebensjahr ("Life Year Gained") kostet eine ICD-Therapie je nach Gerät und Studie zwischen 25.300 US-Dollar und 50.700 Dollar. "Therapien, für die weniger als 20.000 Dollar pro gewonnenem Lebensjahr aufgewendet werden müssen, werden international als sehr kosteneffektiv angesehen", erklärt Prof. Sperzel. "Die Kosteneffektivitätsgrenze einer Therapie wird mit 50.000 Dollar angesetzt, das entspricht den Kosten einer Hämodialyse. Darüber wird eine Therapie als nicht mehr kosteneffektive, teure Maßnahme betrachtet."
Die ICD-Therapie ist also eine kosteneffektive Behandlungsmaßnahme im Vergleich zu anderen Therapieoptionen, resümiert Prof. Sperzel. "Analysen zur Kosteneffektivität der ICD-Therapie müssen dazu beitragen, den notwendigen Versorgungsgrad laut Therapieleitlinien für die Patienten umzusetzen."
Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesart und jährlich allein in Deutschland für den Tod von 80.000 Menschen verantwortlich - das sind so viele Todesfälle wie durch Schlaganfall, Lungenkrebs, Brustkrebs und AIDS zusammengenommen. Jedes Jahr erkranken in Europa 330.000 Menschen an Herzschwäche ("Herzinsuffizienz"), der einzigen schweren Herzerkrankung, deren Häufigkeit weiter zunimmt. Zehn Prozent der Patienten versterben innerhalb eines Jahres, 50 Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Dank der modernen kardiologischen Gerätetherapie kann heutzutage mit den innovativen, miniaturisierten, implantierbaren Defibrillatoren das Auftreten des plötzlichen Herztodes wesentlich vermindert werden. Geräte, die darüber hinaus die synchrone Schlagabfolge des insuffizienten Herzens wiederherstellen, verbessern dessen Pumpleistung und erhöhen die Lebensqualität. Spezielle Frühwarnsysteme warnen rechtzeitig vor Wasseransammlungen in der Lunge. Neuere Generationen können auch telemedizinisch über größere Distanzen abgefragt werden, was zusätzlich zur Sicherheit beiträgt.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Pressezentrum am Kongress: 0049-(0)40-35695302: mobil 0043-676-6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6700 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).