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13.10.2008 11:01

Neue Therapien gegen bösartige Weichgewebstumoren: DFG fördert Studie im RUB-Klinikum mit 250.000 Euro

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Nr. 322

    Forscher nutzen angeborenes Immunsystem im Kampf gegen Krebs

    Weichgewebstumore sind sehr vielgestaltig und äußerst schwierig zu behandeln: Die wichtigste Therapie ist heute die großräumige Entfernung - inklusive viel umgebendem, gesunden Gewebe. Neue Therapien, die Moleküle des angeborenen Immunsystems nutzen, um den Tumor gezielt anzugreifen, untersucht jetzt die Arbeitsgruppe von Juniorprofessor PD Dr. Lars Steinsträßer (RUB-Klinikum Bergmannsheil). Seine Studie "Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems zur onkolytischen Therapie von Weichgewebssarkomen" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 250.000 Euro gefördert.

    Selten und schwierig zu behandeln

    Mit 2.500 bis 3.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland sind Weichgewebstumore vergleichsweise selten. Ihre Vielgestaltigkeit erschwert eine präzise Diagnose und eine gezielte Therapie. Neben dem großräumigen Herausschneiden des Tumors setzt die Medizin heute vor allem auf die Bestrahlung; die Chemotherapie wirkt nur in unter 30 Prozent aller Fälle. "Um die Prognose der Patienten zu verbessern und ihr Leiden zu mindern, versuchen wir daher, neue Therapieformen mit einer höheren Spezi?tät und Effektivität zu entwickeln", so Prof. Steinsträßer.

    Neue Therapieoptionen gegen bösartige Weichgewebstumoren

    Dazu haben die Forscher zunächst eine eigene Zellbank erstellt, die Tumorzellen der im RUB-Klinikum Bergmannsheil behandelten Patienten enthält. Jährlich werden hier ca. 120 bis 150 Patienten mit bösartigen Weichgewebstumoren behandelt - sehr viele für eine so seltene Erkrankung. Die Forscher bereiten Gewebeproben dieser Patienten im Labor zytologisch auf, um Primärzellkulturen der Tumorzellen zu erstellen, an denen sie dann weiter forschen können. Parallel wird das Gewebe pathologisch begutachtet und im Tumorregister erfasst. "Unsere Zellbank umfasst somit eine Vielzahl verschiedener Primärtumore", erklärt Prof.. Steinsträßer. "An diesen Zellen wollen wir so gennante Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems testen, von denen wir wissen, dass sie gegen Krebszellen wirken." Diese so genannte onkolytische Aktivität des Immunsystems soll dann in naher Zukunft die Basis neuer Therapien bilden.

    Große Spezialabteilung im Bergmannsheil

    Die Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte (Direktor: Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau) der Ruhr-Universität an den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil GmbH ist ein operatives Referenzzentrum für Weichgewebssarkome und gehört zu den international renommiertesten Spezialabteilungen für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie.

    Weitere Informationen

    Juniorprofessor PD. Dr. Lars Steinsträßer, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr Universität Bochum, Bürkle-de-la Camp Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-3442, Fax: 0234/302-6379, E-Mail: lars.steinstraesser@ruhr-uni-bochum.de, Internet: http://www.bergmannsheil.de/692.0.html


    Bilder

    Arbeitsgruppe am Bergmannsheil
    Arbeitsgruppe am Bergmannsheil

    Jun. Prof. Dr. Lars Steinsträßer
    Jun. Prof. Dr. Lars Steinsträßer


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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