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21.10.2008 10:48

Klimaschutz in der Logistik kann Kosten senken

Christiane Rathmann Öffentlichkeit und Kommunikation
Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

    Gemeinsames Projekt von Öko-Institut, dem Logistiklehrstuhl der Technischen
    Universität Dortmund und der Deutschen Post AG stellt fest: Wenn ein
    Paket-Dienstleister seine Treibhausgase mindert, senkt er oftmals
    gleichzeitig die Kosten / Heute Präsentation der Ergebnisse in Bonn

    Es gibt gute Nachrichten für alle Logistikunternehmen und für die Umwelt:
    Wenn ein Kurier-, Express oder Paketdienstleister seine Treibhausgas-Bilanz
    verbessert, hilft er damit nicht nur dem Klimaschutz. Er senkt gleichzeitig
    auch seine Kosten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsvorhaben, bei dem
    das Öko-Institut und der Lehrstuhl für Verkehrssysteme und logistik der
    Technischen Universität Dortmund mit der Deutschen Post AG zusammen
    gearbeitet haben. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und
    Forschung gefördert.

    Am Beispiel des Standard-Netzes von DHL Paket Deutschland, dem
    Paketdienstleister der Deutschen Post AG, haben die Projektpartner
    verschiedene Maßnahmen untersucht, wie sich im stationären und im mobilen
    Bereich von Logistikunternehmen die klimaschädlichen Treibhausgase mindern
    lassen. Die Projektpartner haben vor allem solche Maßnahmen identifiziert,
    die sich ökologisch wie auch ökonomisch rechnen und kurzfristig in der
    Praxis umsetzen lassen. Andreas Marschner, Leiter der Abteilung
    Produktionsplanung, -strategie und Performance Management bei DHL Paket
    Deutschland: "Besonders die praxisnahen und gut umsetzbaren Vorschläge der
    Wissenschaftler haben uns überzeugt. So profitieren der Klimaschutz und die
    Unternehmen gleichermaßen."

    Über 700 Millionen Sendungen (ohne Express) transportiert DHL Paket pro Jahr
    innerhalb Deutschlands. Dabei fallen rund 450.000 Tonnen
    Treibhausgas-Emissionen an - von der Abholung beim Kunden oder der
    Postfilialen über den Umschlag in den Paketzentren bis zur Zustellung. Zwar
    hat DHL schon in der Vergangenheit seine Emissionen nachhaltig reduziert,
    jedoch konnten die Wissenschaftler vom Öko-Institut und der TU Dortmund
    weitere Maßnahmen identifizieren, die Treibhausgase und gleichzeitig Kosten
    senken. Die Bewertung und Auswahl der Maßnahmen erfolgt dabei mit Hilfe der
    Ökoeffizienz-Methode, die im Vorhaben für die Anwendung im Logistikbereich
    weiterentwickelt wurde. DHL Paket hat, wo dies kurzfristig möglich war, die
    ökoeffizienten Maßnahmen noch während der zweijährigen Projektlaufzeit
    umgesetzt.

    Einige Beispiele:

    1.
    Das Paketzentrum Krefeld wurde im Juni 2008 auf energieeffiziente
    Beleuchtung umgestellt. Damit wurde der Stromverbrauch um über 21 Prozent
    gesenkt, was rund 175.000 kWh pro Jahr entspricht. Insgesamt kann die Umwelt
    damit um 112 Tonnen Treibhausgase pro Jahr entlastet werden. DHL plant, die
    übrigen 32 Paketzentren ebenfalls mit energieeffizienter Beleuchtung
    nachzurüsten. Damit lassen sich jährlich über 3.300 Tonnen Treibhausgase
    vermeiden. Die Investitionen von rund 1,5 Millionen Euro werden sich
    innerhalb von knapp zweieinhalb Jahren amortisieren.

    2.
    Seit Mitte 2007 läuft bereits ein Modellvorhaben zum
    Auslastungsmanagement der Transporte zwischen den einzelnen Paketzentren.
    Die Zahl der transportierten Wechselbrücken ist dadurch um rund fünf
    Prozent, die Lkw-Fahrleistung um rund drei Prozent gesunken. Damit spart das
    Logistikunternehmen jährlich 4.400 Tonnen an Treibhausgasen und mehrere
    Millionen Euro ein.

    Darüber hinaus haben die Wissenschaftler weitere Maßnahmen vorgeschlagen,
    die in den nächsten Jahren umgesetzt werden können. Im Fahrzeugbereich wurde
    beispielsweise aufgezeigt, wie durch fahrzeugtechnische Maßnahmen und durch
    den Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe Treibhausgasemissionen
    gesenkt werden können. Beim Transport zwischen den Paketzentren kann der
    Einsatz von Volumenwechselbrücken einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
    Gesamtprojekt-Leiter und Logistikexperte Martin Schmied vom Öko-Institut:
    "Die bereits umgesetzten und vorgeschlagen Maßnahmen zeigen, dass
    Klimaschutz und eingesparte Kosten in der Logistik Hand in Hand gehen
    können."

    Wichtig dabei: Von dem Forschungsvorhaben profitiert die gesamte
    Logistikbranche. Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen vom Lehrstuhl für
    Verkehrssysteme und -logistik an der TU Dortmund: "Viele unserer Ergebnisse
    lassen sich auf andere Unternehmen problemlos übertragen. Wir haben sie im
    Rahmen des Projektes bereits Klein- und Mittelständlern zur Verfügung
    gestellt."

    Die Ergebnisse aus dem Projekt "Maßnahmen zur Minderung der
    Treibhausgas-Emissionen stationärer und mobiler Prozesse in
    Logistikunternehmen am Beispiel Deutsche Post World Net (StaMoLo)" werden am
    heutigen Dienstag, 21. Oktober 2008, in Bonn bei einer Tagung vorgestellt.
    Hier können Sie das Programm herunterladen:
    http://www.oeko.de/files/aktuelles/application/pdf/stamolo_080917_flyer.pdf.

    Das Projekt gehört zum BMBF-Förderschwerpunkt "klimazwei".

    Mehr Informationen zu dem Forschungsvorhaben: http://www.stamolo.de

    Ansprechpartner für die Presse:

    Martin Schmied, Öko-Institut e.V., Büro Berlin, Institutsbereich
    Infrastruktur & Unternehmen, Telefon 030/280 486-82, m.schmied@oeko.de

    Nicole Mommsen, Deutsche Post World Net, Konzernkommunikation, Pressestelle,
    Telefon 0228/182 9944 pressestelle@deutschepost.de

    Simon Deymann, Technische Universität Dortmund, Lehrstuhl für
    Verkehrssysteme und -logistik, Telefon: 0231/755 7339,
    deymann@vsl.mb.tu-dortmund.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Energie, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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