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Wissenschaft
Viele Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen vernachlässigen Hörprobleme
Köln (KDA) - 21. Oktober 2008 - Wer schlecht oder gar nicht hört, fühlt sich in der Welt der gut Hörenden oft ausgegrenzt. Wenn mit zunehmendem Alter zusätzliche körperliche Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit hinzukommen, wird die Lebenswelt hörgeschädigter Menschen immer enger. Auf diese Problematik weisen zwei gerade erschienenen Publikationen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) hin: Das KDA-Fachmagazin ProAlter und der Ratgeber "dazugeHören - Türen öffnen zu hörgeschädigten Menschen mit Demenz".
Leider vernachlässigen noch zu viele Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen die Hörprobleme ihrer Klientinnen und Klienten, obwohl nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB) etwa 30 bis 50 Prozent aller Pflegebedürftigen und damit 390.000 Personen davon betroffen sind, ist im Titelthema der ProAlter-Augabe 3/2008 nachzulesen. Jedes zweite Hörgerät liege ungenutzt in der Schublade, da Betroffene es selbst nicht richtig einsetzen könnten und auch das Pflegepersonal häufig damit nicht richtig umgehen könne, heißt es weiter in dem Heft.
Und trotz aller medizinischen und technischen Entwicklungen: "Hörgeräte stehen auch heute noch für den körperlichen Verfall, und Schwerhörigkeit ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft", beklagt Mechthild Decker-Maruska, Krankenschwester und Fachreferentin des DSB in ProAlter. Hinzu kommt: "Nicht selten werden Pflegebedürftige mit einer zusätzlichen Hörschädigung für demenzkrank gehalten und so völlig falsch behandelt. Neben anderen fatalen Folgen dieser Fehleinschätzung wird ihnen dadurch oft die Möglichkeit genommen, selbstbestimmt zu handeln und an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilzuhaben", warnen Expertinnen und Experten in den KDA-Publikationen. Auf der anderen Seite würden wiederum Hörbeeinträchtigungen bei an Demenz erkrankten Menschen zu selten erkannt.
Mit den neuen Veröffentlichungen will das KDA helfen, Wissenslücken zu schließen, die noch auf diesem Gebiet klaffen. Der KDA-Ratgeber enthält viele Tipps und Regeln, die von Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen dringend beachtet werden sollten, um mit hörgeschädigten Menschen mit und ohne Demenz richtig zu kommunizieren. So sollte beispielsweise bei ruhiger Umgebung in kurzen und einfachen Sätzen gesprochen und das Gesagte mit natürlicher Mimik und Gestik unterstützt werden. Ein gut ausgeleuchteter Raum, saubere Sehhilfen und richtig eingestellte Hörhilfen sind für eine erfolgreiche Kommunikation ebenso wichtig wie freundliches und geduldiges Verhalten, da (längeres) Kommunizieren für hörgeschädigte Menschen sehr anstrengend sein kann.
Weitere Hintergründe zum Beispiel über Hörhilfen und ihre Finanzierung, zu spezifischen Angeboten für hörgeschädigte Menschen oder zu den speziellen Bedürfnissen und Anforderungen, die ein barrierefreies Bauen und Wohnen auch für hörgeschädigte Menschen garantieren, können im KDA-Fachmagazin nachgelesen werden.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Harald Raabe
Fon: 02 21/93 18 47- 39
E-Mail: harald.raabe@kda.de
Weitere Themen der PRO ALTER-Ausgabe 3/2008 sind unter anderem:
* Hygienekonzepte bei MRSA
* Lernen aus kritischen Ereignissen
* Potenzialanalyse von Quartieren
Rezensionsexemplare können Sie über E-Mail bei versand@kda.de anfordern!
Informationen zu den KDA-Publiaktionen finden Sie auch auf der Internetseite www.kda.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
überregional
Studium und Lehre, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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