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13.11.2008 11:31

Chemiefabrik mit vielen Feinden: Die Leber - Aufruf zum "Check-up" für die Leber am Deutschen Lebertag, 20.11.2008

Petra Schultze Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm

    Unsere Leber ist für den Körper eine wichtige "Chemiefabrik", ihre Zellen filtern, speichern und verarbeiten u. a. Zucker, Fette und Vitamine und kümmern sich um die Entsorgung von Schadstoffen. Funktioniert das Organ nicht richtig, kann der gesamte Stoffwechsel gestört werden. Da sich Lebererkrankungen oft erst spät oder durch sehr unklare Symptome bemerkbar machen, ist Vorsorge besonders wichtig. "Check-up für die Leber" ist daher das Motto des 3. Deutschen Lebertages.

    Die Leber hat viele "Feinde": fettreiche Kost, Alkohol, Hepatitisviren, Veränderungen im Erbgut und mitunter das körpereigene Abwehrsystem. Da die Leber eine geringe Schmerzempfindlichkeit hat, können sich Lebererkrankungen oft lange Zeit unbemerkt entwickeln. "Müdigkeit ist der Schmerz der Leber", erklärt Privatdozent Dr. Nektarios Dikopoulos, Leberspezialist der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin I. "Wer dauerhaft darunter leidet, dazu Schmerzen im rechten Oberbauch verspürt, kann seinen Hausarzt bitten, die Leberwerte zu überprüfen. Empfehlenswert ist Prüfung der Leberwerte aber auch in einer Routine-Vorsorgeuntersuchung."

    Weltweit sind die verschiedenen Formen der durch Viren verursachten Leberentzündung Hepatitis die häufigste Lebererkrankung. "In Deutschland spielen vor allem die Hepatitis B und C eine Rolle, da sie das Risiko bergen, chronisch zu werden und dadurch die Leber dauerhaft zu schädigen", warnt Dr. Dietmar Klass von der Klinik für Innere Medizin I." Je nach erblicher Veranlagung, Krankheitsverlauf und Begleiterkrankungen können Hepatitis B und C geheilt oder wirksam behandelt werden. "In Ulm erforschen Ärzte und Wissenschaftler, welche Dosierungen und Kombinationen von bekannten Medikamenten die geringsten Nebenwirkungen verursachen und welche neuen Präparate Patienten helfen könnten, die auf die Standardtherapien nicht ansprechen", so Klass.

    Deutlich zugenommen haben die Fälle von Fettleber, in Deutschland sind fast 30 Prozent der Bevölkerung von dieser Zivilisationskrankheit betroffen. "Dabei lagert sich Fett, eingeschlossen in kleine Bläschen, in der Leber ein, so dass die Leberzellen ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen können", erklärt Prof. Dr. Hasan Kulaksiz, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I. "Das Fett wirkt selbst wie eine Art Gift", so Kulaksiz. Ursachen sind unter anderem eine zu fettreiche Ernährung und Bewegungsmangel.

    Neben Hepatitis und der Fettleber kann die Leber durch sogenannte Autoimmunerkrankungen geschädigt werden, bei denen sich das körpereigene Abwehrsystem gegen bestimmte Bestandteile der Leber wendet. Auch Veränderungen im Erbgut können das Organ angreifen, so z. B. bei der Eisenspeicherkrankheit, die den Abbau von Eisen im Bereich der Leber verhindert. "Werden Lebererkrankungen nicht rechtzeitig entdeckt, können alle zur Vernarbung des Lebergewebes, der sogenannten Leberzirrhose, oder sogar zu Krebs führen", warnt Dr. Dikopoulos. "Um das zu verhindern, sind eine gesunde Lebensweise, aber auch eine Überprüfung der Leberwerte entscheidend."

    Der Deutsche Lebertag ist eine Initiative der Deutschen Leberstiftung, der Deutschen Leberhilfe e.V. und der Gastro-Liga e.V.. Weitere Informationen finden Sie unter www.lebertag.org. Gerne vermitteln wir Ihnen Gesprächspartner zum Thema Lebererkrankungen und Vorsorge.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Petra Schultze

    Universitätsklinikum Ulm
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Albert-Einstein-Allee 29
    D - 89081 Ulm


    Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
    Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
    Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
    Internet: www.uniklinik-ulm.de


    Weitere Informationen:

    http://www.lebertag.org - Deutscher Lebertag
    http://www.uniklinik-ulm.de/innere1 - Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin 1
    http://www.uniklinik-ulm.de - Universitätsklinikum Ulm


    Bilder

    Die Leber im Modell
    Die Leber im Modell
    Quelle: Foto: UK Ulm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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