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18.11.2008 17:11

Was macht uns Menschen zu Menschen?

Dr. Christian Jung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
VolkswagenStiftung

    VolkswagenStiftung fördert Kooperationsvorhaben zur Erforschung der Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens mit 513.000 Euro

    Was macht uns Menschen zu Menschen? Und was unterscheidet uns von unseren nächsten "tierischen" Verwandten? Worin liegt letztlich der "kleine große Unterschied"? Mit diesen grundlegenden Fragen beschäftigen sich jetzt drei junge Nachwuchswissenschaftler am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben "The Evolutionary Roots of Human Social Interaction" von Dr. Daniel Haun, Dr. Juliane Kaminski und Dr. Katja Liebal mit 513.000 Euro.

    Der Projekttitel macht deutlich, dass die Forscher Erkenntnisse vor allem über das menschliche Sozialverhalten gewinnen wollen. Menschliches Sozialverhalten scheint unübertroffen in seiner Vielfalt und seinem Einfluss auf die Lebensweise und den Lebensraum dieser Spezies. Gerade mit der Einzigartigkeit des Sozialverhaltens wird daher oft die Frage beantwortet, was es eigentlich heißt, ein Mensch zu sein. Die Wissenschaftler wollen sich diesem Thema im Detail nähern, indem sie kommunikative wie kognitive Fähigkeiten von Menschen verschiedener Gesellschaftskulturen und von Menschenaffen vergleichen.

    Um Schlussfolgerungen ziehen zu können sowohl über die stammesgeschichtlichen als auch die kulturellen Grundlagen sozialen Verhaltens, arbeiten die Wissenschaftler vergleichend mit allen Menschenaffenarten - Schimpanse, Bonobo, Gorilla, Orang-Utan - und mit drei unterschiedlichen menschlichen Gesellschaftskulturen in Afrika, Asien und Europa. Damit wird ein artübergreifender Vergleich mit einem Kulturvergleich verbunden. Ziel ist es, auf diese Weise herauszufinden, welche Eigenschaften sowohl einzigartig als auch universal menschlich sind. Letztlich könnte damit am Ende des Projekts auch ein Teil der Evolutionsgeschichte menschlichen Sozialverhaltens offengelegt sein.

    Verschiedene Methoden und Beobachtungsverfahren helfen den Wissenschaftlern, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Im Zentrum des Vorhabens stehen die Erforschung des Verständnisses aktueller und vergangener Wahrnehmungszustände, der Wünsche und Überzeugungen anderer. Im Bereich der beobachtenden Untersuchungen richten die Forscher den Blick auf die nicht-sprachliche Kommunikation und analysieren dabei insbesondere die Interaktion durch Blick, Körperorientierung oder Gesten. Auch interessiert sie, inwieweit es von Bedeutung ist, wie aufmerksam das jeweilige Gegenüber für die soziale Interaktion ist. Ein Teil der beobachtenden Studien erfolgt an Kindern im vorsprachlichen Alter. Innerhalb einer Spezies lassen sich so auch die Fähigkeiten von Kindern und Erwachsenen miteinander vergleichen.

    Kontakte Vorhaben
    MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
    Dr. Daniel Haun
    Telefon: 0341 3550 - 462
    E-Mail: haun@eva.mpg.de

    Dr. Juliane Kaminski
    Telefon: 0341 3550 - 420
    E-Mail: kaminski@eva.mpg.de

    Dr. Katja Liebal
    E-Mail: liebal@eva.mpg.de

    Kontakte
    VolkswagenStiftung

    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Dr. Christian Jung
    Telefon: 0511 8381 - 380
    E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

    Förderinitiative Evolutionsbiologie
    Dr. Henrike Hartmann
    Telefon: 0511 8381- 376
    E-Mail: hartmann@volkswagenstiftung.de

    Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20081118


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Kulturwissenschaften, Psychologie, Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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