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Podiumsdebatte über "Good economics and good politics - an antagonism in health care?": Probleme der Gesundheitssysteme müssen erst auf nationaler Ebene gelöst werden
Idstein. Gut 40 Gäste folgten der Einladung der Hochschule Fresenius (HSF) zu einer Podiumsdiskussion in englischer Sprache zum Thema "Good economics and good politics - an antagonism in health care?" in die vr bank Untertaunus eG, Idstein.
Die Gäste erlebten eine interessante Veranstaltung, bei der insbesondere die Problematik einer globalen Lösung für die Gesundheitswirtschaft deutlich wurde. Die Vizepräsidentin der HSF, Professor Dr. Gudrun Neises, und der Vorstandsvorsitzende der vr bank Untertaunus eG Ulrich Tolksdorf hatten als Podiumsmitglieder Volker Hoff, Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Professor Dr. Sam Salek, Direktor des Centre for Socioeconomic Research an der Cardiff University, Markus Heinze vom Franziskanerorden in Frankfurt, Matthias Müller, Geschäftsführer und Leiter des Unternehmensbereichs Medical Devices bei Fresenius Kabi, sowie Elmar Willebrand, Rechtsanwalt, Autor und Experte für die Privatisierung von Kliniken, gewinnen können.
Moderiert wurde die Debatte von den Studierenden des Masterprogramms "International Pharmacoeconomics and Health Economics", den die Hochschule Fresenius in Kooperation mit der Cardiff University in Wales durchführt. Die heterogene Herkunft der Studierenden spiegelte sich schnell in der Diskussion wieder. So forderten die Studierenden stärkeren Präventionsmaßnahmen in den Industrieländern wie beispielsweise höhere Steuern auf Alkohol und Tabak, Rauchverbote und Gesundheitserziehung in den Schulen. Volker Hoff stellte dem gegenüber, dass sich nicht alle sicherlich sinnvollen Ansätze über Gesetze regeln ließen. In Kanada beispielsweise reiche das Rauchverbot bis ins eigene Auto, was die Freiheit des einzelnen erheblich einschränke. Zum Thema Prävention und Kindergesundheit unterstrich Hoff, dass hier nicht nur der Staat, sondern auch Eltern, Schulen und die Gesellschaft gefordert seien.
Wie unterschiedlich die Probleme in den Industrieländern und die in den Entwicklungsländern sind, gab Matthias Müller von Fresenius Kabi zu bedenken. In den Industrieländern sei es besonders wichtig, die Transparenz bezüglich der Behandlungskosten zu erhöhen. Hingegen sei das Rauchen in Ländern wie Malawi kein Thema, sondern andere Aspekte wie die medizinische Versorgung allgemein. Jacob Mazalale, Student aus Malawi, stellte dar, dass die durchschnittliche Lebenserwartung auf Grund der hohen Infektionsrate mit HIV nur 39,6 Jahre beträgt. Zum direkten Vergleich zog Mazalale die Lebenserwartung eines Schweizers hinzu: Statistisch gesehen werde Mazalale sein Enkelkind gar nicht kennen lernen, dahingegen werde sein Schweizer Kommilitone theoretisch sogar seine Urenkelkinder erleben.
Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass Geld allein die Probleme der Gesundheitssysteme nicht lösen könne, da die Schwierigkeiten auf nationaler Ebene so unterschiedlich seien, dass eine globale Betrachtung derzeit kaum sinnvoll sei. Dennoch, so der Franziskaner Markus Heinze, legten Politik und Wirtschaft die Grundlagen für mehr Gerechtigkeit in der nationalen Gesundheitsversorgung. Professor Sam Salek plädierte für eine bessere Zusammenarbeit der Industrienationen mit den Entwicklungsländern, was Elmar Willebrand unterstützte und dabei den Wert einer Ausbildung über globale Themen unterstrich.
Im Anschluss an die Debatte nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Podiumsteilnehmern.
Jacob Mazalale aus Malawi erläutert demografische Unterschiede zwischen der Schweiz und seinem Heima ...
Quelle: Foto: Hochschule Fresenius
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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